Montag, Januar 12, 2015

Charlie Hebdo - Das Feuer brennt...

Es ist der 12. Januar 2015. Das Jahr ist noch jung und schon gibt es das erste Ereignis welches sich sicherlich im Jahresrückblick 2015 wiederfinden wird. Am 07. Januar attackierten radikalisierte Jugendliche die Redaktionsräume der Satirezeitung Charlie Hebdo die sich auf Karikaturen spezialisiert hat und töteten dabei und bei ihrer anschließenden Flucht 17 Menschen. Nun sind gemeinschaftliche Amokläufe von Jugendlichen weltweit eigentlich keine Seltenheit. So gab es in der Vergangenheit schon einige Amokläufe wo sich die Gewalttäter oftmals gegen ihre Schule richteten. Dieses mal liegt der Fall etwas anders, da sich die Täter nicht gegen ihre eigene Schule gerichtet haben, sondern gegen ein eher unbedeutendes Satiremagazin, dass einzig mit seinen Karikaturen von Mohammed dem angeblichen Propheten Allahs auf der Erde ein wenig Aufmerksamkeit auf sich zog. Also keine bösen Mathe- oder Lateinlehrer. Nein. Nur ein paar Typen mit Stiften, leeren Blättern und ein paar Zeichnungen. Diese Tat ist in meinen Augen so absurd und wirkt so hilflos, dass man darüber lachen könnte, wäre nicht all das Leid auch damit verknüpft.
Wenn man nicht an einen Gott glaubt, dann macht diese Tat keinen Sinn. An Gott zu glauben allein reicht jedoch, denn wenn man an so etwas absurdes wie einen einzigen wahren Gott glaubt, dann ist man auch bereit absurde Dinge zu tun. Das ist eben die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. So können Menschen zum Beispiel auch eine Rolltreppe benutzen, weil sie den Glauben an die Funktionsfähigkeit der Technik haben. Menschen die diesen Glauben nicht haben, sehen dann übrigens so aus:


Das mag jetzt für den ein oder anderen witzig sein, aber es hat einen durchaus ernst gemeinten Hintergrund. Nämlich den, dass man auf Grundlage seines Glaubens viele Dinge tut oder eben nicht tut. Eine allgemein gültige Aussage über den Glauben kann also vernünftigerweise nur lauten, dass aller Glaube nur anerzogen ist und es keinen richtigen oder falschen Glauben gibt. Pragmatisch gedacht gibt es also nur sinnvollen und weniger sinnvollen Glauben. Aber unabhängig davon was man glaubt, man kann sein Gehirn trainieren und damit auch seinen Glauben trainieren, stärken, schwächen oder verändern. Wenn man also versucht hinter die Motivation der Jugendlichen zu kommen die in Paris so ein schreckliches Attentat verübt haben, dann muss man sich fragen was sie damit glaubten zu erreichen. Ein besonderer Platz im sogenannten Himmel? Für das Töten von unbewaffneten wehrlosen Menschen? Oder handelten sie im Glauben an eine langfristigere Strategie des IS oder einer anderen Organisation? Hofften sie gar auf Racheaktionen aus der Mitte der französischen Gesellschaft heraus? Auf brennende Moscheen und gekreuzigte Imame, die dem IS noch mehr fanatisierte Anhänger beschert hätten? War der tödliche Angriff auf ein paar Karikaturisten nichts anderes, als ein Puzzleteil in der Strategie eines globalisiert agierenden "WASAUCHIMMER" der sich inshallah auf die Fahne schreibt?
Die Glaubensfreiheit ist ein Sakrileg in der heutigen Zeit, durch die bissigen Karikaturen von Charlie Hebdo wurde dieses Sakrileg in den Augen mancher verletzt und deshalb wurden sie sich zum Ziel für radikale Gläubige. Unabhängig ob Muslime, Christen, Juden, Kommunisten oder Faschisten, sobald Anhänger der entsprechende Ideologie ihren Glauben über die Regeln des common sense stellen, werden sie von ihrem Gehirn dazu gezwungen entweder mit Gewalt zu handeln oder in Resignation zu versinken. Junge Männer neigen leider zu Ersterem, deshalb ist die Glaubensfreiheit so ein zweischneidiges Schwert. Denn sie legitimiert letztlich jede Form des Glaubens und sanktioniert dessen Ausführung erst, wenn es schon zu spät ist.




Et que dire de Charlie? Nun der Westen reagiert, wie üblich, auf unterschiedlichen Ebenen sehr unterschiedlich. Die meisten sind mit ihrem "Je suis Charlie", einfach mehr oder weniger stark betroffen und verwenden das "Je Suis Charlie" äquivalent zum R.I.P. Dann gibt es die Kritiker dieser Gruppe, deren Zynismus und Selbstverliebtheit nur noch durch die ironische Gleichgültigkeit übertroffen wird, mit der sie bei jedem größeren Ereignis gerade die erste Gruppe am stärksten kritisiert. Anteilnahme in Form eines Rant gegen vermeidlich Betroffene. Großartig! Bravo! Applaus! Ich danke diesen geistigen Bruchpiloten für den perfekten Übergang zur CSU Fraktion und den Pegida bzw. AfD-Fuzzis und anderen rechten Gruppen. Die reagieren nämlich auch mit einem Rant, allerdings nicht gegen die breite Mittelschicht, sondern gegen die Minderheit die sich am wenigsten wehren kann. In diesem Fall bei den 4,5 Millionen Muslimen die einfach nur ihren Kaffee in Ruhe trinken wollen und dann durch Kommentare beim Frühstücksfernseh angeekelt wegschalten müssen. Zum Teil ist das durchaus auch der Fehler der vermeintlichen Muslime. Denn ich behaupte die meisten "Muslime" in Europa sind gar keine Muslime, sie mögen ja noch glauben, dass da "irgendwas Höheres" existiert, aber im allgemeinen sind diese Menschen wie die anderen Europäer aufgeklärt genug, dass sie nicht jedes Wort aus dem Koran wörtlich nehmen. So gesehen gibt es auch nur wenige Christen in Europa, denn die Sache mit dem übers Wasser laufen und bla... den Quatsch glaubt doch auch nur eine Minderheit. Die Muslime, auch die falschen Muslime fühlen sich aber doch irgendwie angesprochen, denn die meisten Muslime haben gleichzeitig zu ihrer abweichenden religiösen Identität auch einen Migrationshintergrund und kommen vielleicht aus der Türkei, Syrien, dem Irak, Kuwait, dem Iran oder Marokko oder Algerien oder auch aus Ägypten und sind eigentlich koptische Christen... *knnrrrsch* ... ach, soviele Länder... Sunniten, Schiiten und jetzt auch noch koptische Christen, dann noch die Juden... so viele religiöse Identitäten... Und das ist eines der Problem des Frühstücksfernsehen und der Debatten um den Islam. Nicht jeder Mensch mit einem Migrationshintergrund ist auch Muslim und nicht jeder der sich mittlerweile selbst als Muslim bezeichnet war früher ein bekennender Muslim. Bis die Medienkampagnen um die sog. Kopftuchmädchen begannen und ein Thilo Sarrazin sein Gift übers das öffentlich rechtliche Fernsehprogramm ausspeihen durfte. War diese Gesellschaft eigentlich eine recht multikulturelle Gesellschaft. Wer eine offene multikulturelle Gesellschaft will, der sollte besser die Fresse halten anstatt gesellschaftliche Gruppen indifferent zu vermischen und Vorurteile zu generieren. Denn Thilo Sarrazin ist durchaus Teil des Problems das wir jetzt mit Pegida haben und er ist auch Teil des Problems das sich durch radikalisierte Jugendliche ergibt bzw. ergeben wird. Die Leitkultur der Medien ist offenkundig immer noch Intoleranz, Unterschiede deutliche machen und Angst schüren. Von Fairness und objektiver Berichterstattung und sinnvoller Erziehung sind die Medien meilenweit entfernt.
Und die letzte Gruppe? Ach ja... die Politiker .. die Großen... die Altvorderen... die planen schon den nächsten Coupe d'Etat oder wie soll ich die Meldung auffassen? Das Puzzle wird in gleichem Maße größer wie es auch neue Teile bekommt. Bald steht Frankreich unter dem Martial Law und man wird nicht mehr unterscheiden können ob da jetzt ein radikaler Muslim oder ein verarmter und perspektivloser Jugendlicher einen Anschlag auf die sog. Zivilgesellschaft verübt hat. Eines wird aber sicher immer ein guter Ratschlag sein.

Verschließen Sie ihre Türen, gehen Sie nicht auf Straßen und rufen Sie die Polizei wenn Sie etwas sehen!

Frankreich mobilisiert 10.000 Soldaten für den Schutz vor Terrorismus im eigenen Land. Die Meldung ist in der Tat von heute, dem 12.01.2015, dem Tag an dem die Täter bereits allesamt verhaftet wurden oder tot sind.
Terrorismus ist für eine gesunde Gesellschaft so ungefährlich die die Grippe, nur das bei der Grippe pro Jahr viel mehr Menschen sterben als durch den Terrorismus. Wer etwas glauben will, der soll sich an Charlie halten... Charlie Chaplin....


We didn't start the fire....