Freitag, April 17, 2015

Metajournalismus....

Dieser Text sollte als virtuelle Farbeimeranschlag auf die F.A.Z. also die Frankfurter Allgemeine Zeitung gewertet werden, gerne auch Farbe mit Konfettistreusel darin. Mein Gemüt kühlt sich gerade von anderen eklatanten publizistischem Unsinn ab(türkische Tagesnachrichten), da sehe ich in meinem META-Feed diesen Artikel der FAZ reinschippern.

Kaum jemand liest die TTIP-Dokumente

Lauthals haben die Gegner des Handelsabkommens TTIP Transparenz gefordert. Deshalb veröffentlichte die Kommission viele Verhandlungstexte. Drei Monate später zeigt sich: Fast niemand liest sie.

Also die linken Rabauken lesen die TTIP-Dokumente gar nicht? Diese Steine werfenden Gangster die trotz "Nie wieder Krieg für Öl"-Plakaten mit Molotowcocktails gegen die Gebäude der EZB in Frankfurt ziehen, haben die TTIP noch gar nicht gelesen!? Saupack! Da muss ein Pamphlet her gegen diese linken Informationsverweigerer! 
So kommt der brave Wirtschaftsjournalist Hendrik Kaffsack aus Brüssel angestürmt um der linken die Watschen auszuteilen die sie verdient hat. Henrik Kaffsack ist studierter Historiker, Philosoph und VSWG Experte, er studierte in Bonn. Es passt also ins Bild des Bonner Konservatismus so einen Mist zu schreiben. 

Dazu möchte ich ein paar Worte des Zorns verlieren. 
1. Die meisten Menschen surfen nicht ständig auf den Webseiten der EU, denn es ist nicht ihr Beruf. Entsprechend las auch ich nicht alle TTIP Dokumente.
2. Die Forderung nach Transparenz unterstützen die Menschen vor allem deshalb, weil sie wollen das richtige Journalisten Zugang zu solchen Dokumenten haben. 
3. Ich erwarte das richtige Journalisten mich und den Rest der lesenden Bevölkerung objektiv und mit einem gewissen Weitblick ausgestattet informieren. 

Wenn also der Herr Kaffsack damit fertig ist seine Tiraden auf die "Kritiker, die nie etwas lesen" los zu lassen, wäre es nett wenn er dann auch endlich mal journalistisch arbeitet. Oder ist ihm diese Fähigkeit im Rausch des Brüsseler Nachtleben verloren gegangen? So denn lieber Hendrik, statt sich  mit Sprüchen wie, "Ein normaler Politik- oder Wirtschaftsartikel auf FAZ.NET wird am Tag zigtausend Mal angeklickt.", Honig auf den Sack zu schmieren. Sollten sie vielleicht selber mal die Dokumente durcharbeiten und wirklich Journalistisch arbeiten, auch wenn das vielleicht ihr Selbstbild stört. Es reicht eben nicht wie in diesem Artikel einfach nur auf die hoch geladenen Dokumente zu verlinken und zu hoffen, dass der Leser dann die journalistische Arbeit selbst erledigt. Während man selbst mit dem Mac im Cafe surft und sich einen zweiten Cappuccino bestellt. 

Geht die Politik auf die Bendenken vieler Deutschen ein?

Die neue Handelskommissarin Cecilia Malmström hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Verhandlungen transparenter zu gestalten. Tatsächlich hat die EU-Kommission inzwischen einige ihrer Verhandlungstexte veröffentlicht. Auf ihrerInternetseite finden sich etwa die Vorschläge der EU zur Lebensmittelsicherheit oder dem Wettbewerbsrecht in TTIP. In vielen sensiblen Feldern steht die Veröffentlichung aber noch aus. Das gilt  für den Investorenschutz, über den die Verhandlungen wegen der öffentlichen Protestes weiter ausgesetzt sind, ebenso wie die sogenannte regulatorische Zusammenarbeit, die den Amerikanern Einfluss auf die europäische Gesetzgebung und umgekehrt verschaffen würde (F.A.Z. vom 27. Januar). Alle Dokumente der Amerikaner sowie gemeinsame Dokumente beider Seiten blieben ohnehin noch außen vor.
- Hendrik Kaffsack, 27.01.2015 http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ttip-und-freihandel/ttip-freihandelsabkommen-ueber-das-chlorhuehnchen-ist-noch-nicht-entschieden-13403922.html