Ariakans Blog

Dienstag, Juni 17, 2008

The last Dawn

Ein schroffer Wind blies den von Rotbuchen geäumten Hügel hinunter ins Tal. Die Abendsonne sank ein Stück tiefer und Charles öffnete die Augen. Er musste eingeschlafen sein, zu bequem war sein Schaukelstuhl. Der feine Staub der sich auf der Veranda gesammelt hatte tanzte in Kreisen davon, als der Wind die Veranda, das alte viktorianische Haus und Charles Hut erfasste. Mit einer schnellen Handbewegung griff Charles schneller zum Hut als der Wind in der Lage gewesen wäre dem alten Mann denselben zu stehlen.

Charles stand von seinem alten mit Decken zur Gemütlichkeit verdammten Schaukelstuhl auf und öffnete das Fliegengitter zum Hauseingang.

„Oh Danny, was schaust du denn so betrübt aus? Hab ich etwa das Abendessen schon wieder verpasst? Sag mir doch, wo ist deine Mutter? Kate ?“

Gerade wollte Charles sich an seinem Enkel Danny vorbei in den mit heller Fichte verkleideten Flur des alten Hauses drängen. Doch der blonde 23 jährige, dessen breite Schultern begannen Charles zu überragen ließ, ihn nicht vorbei.

„Großvater. Das essen ist noch nicht fertig, Mutter ruft uns! Setzen wir uns noch einen Moment auf die Veranda. Wir müssen reden!“

Erstaunt über die Ruhe und Kraft in der Stimme von Danny wandte sich der alte Mann um und ging ohne ein weiteres Wort zurück auf die Veranda, setzte sich in seinen Schaukelstuhl, griff nach seinem Tabaksbeutel und sah Danny nachdenklich an. Danny blickte sich auf der Veranda um als wäre dieser Ort etwas Neues für ihn.

„Nun Danny. Warum hast du deinen alten Großvater wieder in die Kälte des Herbstwindes gejagt?“

Danny nahm sich einen Stuhl von einem großen alten Eichentisch vor der Veranda und setzte sich neben Charles auf die Veranda. Erst jetzt bemerkte Danny die innere Anspannung, die Hitze die immer noch in seinem Kopf widerhallte und die weichen Knie, die so typisch waren, nach einer Nacht im Web.

„Großvater. Ich muss wissen wie es damals im großen Krieg war, du weißt schon 2009, als das erste Web plötzlich ausgeschaltet wurde. Ich glaube das.. Nun, das ich etwas nicht richtig verstehe. Wie habt ihr ohne das Web weiter gemacht? Womit habt ihr damals kommuniziert?“

Charles Miene hatte sich bei der Erwähnung des Jahres 2009 so stark verdunkelt als wolle er das letzte Licht des Tages in sich hineinsaugen. Er schaute von Danny herab auf seine Hände und drehte die Zigarette zu Ende. Langsam und bedächtig, seine Miene langsam wieder befriedend, steckte er sich die Zigarette mit seinem alten Benzinfeuerzeug an.

„Nun. Du hast sicher deine Gründe für diese Frage und ich will sie nicht wissen.“

Charles gebot Danny mit einer wedelnden Handbewegung ruhig zu sein, bevor dieser auch nur den Laut einer Rechtfertigung hervorbringen konnte. Dabei legte sich der Rauch seiner Zigarette wie eine Schlange um seinen Arm und kroch langsam dem Boden entgegen. Dann begann er zu erzählen.

„Es war damals, in der kältesten Phase der globalen Erwärmung. ….

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