Ariakans Blog

Freitag, Januar 23, 2009

Drunk oO

Es war ein gutes Gefühl als ich mit dem Trinken begann. Ich dachte es würde mir helfen die Ruhe zu bewahren, dachte es würde mich vor meinen dunkelsten Dämonen beschützen. Dachte ich. Heute weiß ich, dass es ein Fehler war überhaupt damit zu beginnen. Nun, es macht keinen Sinn über verschütteten Wein zu reden, reden wir also lieber über etwas modernes. Reden wir über den Peak-Oil. Naja, ich merke schon, das langweilt die meisten Wessis(Gemeint ist hier der aufgeklärte US-Bürger/Europäer) auch schon. Ein subtile Angst besteht zwar immer wenn man an die Tankstelle fährt, denn die wenigsten wissen ob sie sich morgen noch eine volle Tankfüllung leisten können. Dennoch hat Verdrängung noch nie jemandem geschadet und so verdränge ich meinen Suchtgedanken nach Rose, wie der Westen die Gier nach Öl. Langsam trinke ich jetzt an der ersten Flasche Rose und genieße das Lied zum Wein. Der Anfang war wie ein Versprechen. Der Geschmack war zart und versprach Gutes und viel Freude. Also trank ich, trank immer weiter und trank immer schneller. Ich wuchs scheinbar über mich selbst hinaus. Mit jedem Schluck bekam ich Macht dazu. Bald war niemand mehr da mit dem ich teilen wollte und der Rosepreis stieg rasant in die Höhe. Nur gut das ich noch eine Reserve besaß.

Wie begann eigentlich meine Trinkerei ? Ich erzähls gleich. Ich will nur vorher klarmachen, dass dieser Eintrag dazu dient mir Luft zu machen ! Son Blog ist ja auch dafür da mal seinen ganzen Unmut loszuwerden. Also das Trinken.
Am Anfang war es, wie in der Eifel typisch, lediglich ein Sport. Da wo ich wohne gibt es nichts außer Wald, Wiesen und kleinen Dörfern, die sich mit 120 Einwohnern bereits als groß bezeichnen. Es ist ein karges Land das den Menschen immer viel Arbeit abverlangt hat. Die verzögerte Industrialisierung der Eifel, die Chance "Geld" zu verdienen, hat die Menschen meiner Region aus der Subsistenzwirtschaft in eine Art Schlaraffenland katapultiert. Harte Arbeiter gefragt ? Stell einen Eifler ein und du wirst kaum einen Tag finden an dem er sich krank meldet. Er beginnt erst sich wohl zu fühlen, wenn er Schmerzen bei der Arbeit empfindet. Ein Relikt eines Subsistenzsystems, in dem eine nie eine Wahl blieb und nicht Arbeiten mit Hungern sehr eng verknüpft war. Klar, ich bin derjenige der das nie so gelebt hat. Ich kann es verherlichen. Warum sind sie nicht in der Subsistenz geblieben ? Komm Marco, dass ist doch reine Polemik ! ... Den Schmerz den diese Worte in mir auslösen wage ich nicht zu beschreiben. Alkohol ist der Punkt. Das Trinken ist eine Art Heilung für die Seele eines Menschen der seine Existenz nur deshalb bestreitet, weil seine schwieligen Hände jeden Tag schwere Arbeit tun. Darauf sind die Eifler Stolz und ich meine mit Recht. Arbeit macht keinen Spaß ! Arbeit tut weh ! Arbeit ist ein notwendiges Übel ! Und seit neuestem "Ohne Moos, nix los". Mit diesem Kommentar bin ich groß geworden. Nie wollte ich es glauben, immer habe ich "disskutiert". Mit heute toten Menschen. Stundenlang. "Ich glaube einfach nicht, dass Geld notwendig ist Opa." Ich konnte es ja sehen, jeden Tag. Die Bauern der Eifel, es werden immer weniger, erzeugten alles was ich brauchte. Milch, Fleisch, Obst, Gemüse. Und davon soviel, dass der Verkauf in die "Stadt" auch noch das Fahren eines Mercedes ermöglichten. Doch dieser Kindheitstraum scheint heute tot zu sein. Billiges Obst, billige Milch, billiges Fleisch, billiges Gemüse aus dem Ausland überschwemmen Deutschland und macht die 80 Millionen Einwohner zu fetten TV schauenden Konsumaffen. Nicht das ich mich ausschließen würde, ich habe genug Fettreserven um beide Weltkriege nochmal zu überleben. Aus diesem Milieu der nicht Literaten, der einfachen Menschen für die Bildung "Lesen und Schreiben und etwas Rechnen" bedeutet komme ich. Von dort betrat ich diese Welt und nirgendwo anders werde ich diese Welt auch wieder verlassen! Jeden von euch, trinke ich ohne mit der Wimper zu zucken unter den Tisch ! Abstoßend ? Gut !

"Froch ens sieberaths Paul senge jung. der kennt sich domit us." [Keine Ahnung wie man diesen Dialekt korrekt niederschreibt.] Ich war einer der wenigen, für die der Begriff "PC" eine Bedeutung hatte. Mein Vater, ein hochintelligenter Mann, war und ist ein stehter Förderer meines Geistes und meiner Bildung. Niemand anderem als ihm verdanke ich auch den ersten PC. Einen Commodore 64, kurz C64 dass war 1989, im Dezember. Dieses Jahr ist das glücklichste Jahr meines Lebens gewesen. Warum auch immer habe ich geweint als ich den Mauerfall im Fernsehn gesehen habe. Ich vermute heute es war die Schuld meines Vaters, der immer furchtbar berührt war wenn mal wieder jemand an der Mauer erschossen worden war. Das es eine Ungerechtigkeit beendete hat mich damals schon tief berührt. Mit 13 Jahren stand ich bereits vor der Herausforderung eine "Speichererweiterung" für meinen Amiga 500 im Allkauf zu finden. Alleine, ohne die Hilfe irgend eines anderen Menschen, das war 1992 oder 1993 glaube ich. Als dann nach und nach auch der Rest der Eifler den "Kompjuuter" entdeckte. Wuchs die Zahl derjenigen die meine Hilfe in Anspruch nahmen. Immer gab es etwas nicht das nicht richtig lief. Natürlich war ich nicht der einzige "Dienstleister", in meiner Generation gab es mehrere "PC-Freaks". Aber man hilft ja gerne ohne etwas zu verlangen und das habe ich getan. Jetzt bin ich bereits zu betrunken auf den Punkt zu kommen. Aber ich denke das ist auch nicht mehr nötig! Ehrlichkeit und Wahrheit !

Donnerstag, Januar 01, 2009

Suppenrezept

Clara stand mit ihrer dreckigen Suppenschüssel am Feuer und betete. Der kalte Wind, der von der Wüste heraneilte um die nächste bitterkalte Nacht anzukündigen brachte wieder keine Wolken mit sich. Clara betete jeden Abend vor der Sammlung. Sie betete es möge endlich wieder Regen geben. Sie und ihre Familie, das waren ihr Großvater, ihre Mutter und ihre drei kleinen Brüder, waren die letzten Menschen die Loth lebend verlassen hatten. Alle anderen waren als lebende Tote aus der Stadt herausgekrochen und hatten sich über das Land verteilt, nachdem es kein frisches Blut mehr in Loth zu trinken gab.
"Hier mein kleines, spuck hinein.", Claras Großvater hielt ihr den Suppentopf unter die Nase und sprach. "Wir brauchen auch deine Spucke, damit wir aus den paar Käfern die deine Brüder gefangen haben, eine kleine Suppe zaubern können. Na los mein Clärchen, spuck hinein." "Ach Opi, mein Hals ist so trocken, ich kann nicht. Bitte heute nicht, können wir nicht einfach wieder ein bisschen Urin abkochen ?" "Nun spuck schon Kleines." Ein feiner dünner Faden Spucke rann von Claras Mund hinab in den kleinen Topf, der halb mit toten Käfern gefüllt war. Nachdem Claras Großvater die Runde beendet hatte schnitt er sanft eine Vene an ihrem letzten verbliebenen Pony auf um etwas Blut in den Topf tröpfeln zu lassen. Er vermischte alles und wartet geduldig das die karge Mahlzeit über dem Feuer zu kochen begann.....