Ariakans Blog

Dienstag, Februar 10, 2009

Bin ich ein Ork oder was ?

Als Brandor aufwachte war sein Gesicht von Blut überzogen. Sein linkes Auge war verklebt und er hatte einige Mühe es zu öffnen. Schliesslich schaffte er es, stand auf und sah sich um. Das Schlachtfeld war in einen Nebel gehüllt und er konnte nicht weiter als einen oder zwei Grunzer blicken. Die Leichen der Feinde und seines Trupps lagen verstreut im Nebel herum. Er war sich nicht sicher, hatte er gewonnen oder hatte er verloren ? Üblicherweise töteten die Sieger die übrigen Feinde nach der Schlacht, doch offenbar hatte man ihn vergessen. Schwankend ging er zu der Standarte seines Trupps, zog sie an sich und wischte sich damit das Gesicht. Als er in die fahlen Gesichter der Hellen sah wurde ihm klar wie lange er hier schon gelegen hatte. Kein Dampf von frischem Blut stieg auf, kein Stöhnen von Verwundeten war im Nebel zu hören und so blickte er sich nach seiner Axt um. Er fand sie unter einem der Hellen. Das getrocknete Blut auf der Axt kümmerte ihn nicht, so steckte er sie in den Rückengurt orientierte sich nach Norden und ging los. Im Norden würde er irgendwann auf die Armee seines Herren stoßen, dort würde er sich ihr anschliessen und die Möglichkeit haben zu Berichten was geschehen war. Als er den Rand des Graslandes der Hellen erreichte und sich vor ihm der alte Wald auftat verfiel er in einen leichten Trab. Er wusste, wenn er sich nicht beilte war die Strategie seines Herren in Gefahr und die ganze Streitmacht könnte verloren sein.
Die letzten Tage hatten viel von ihm und seinem Trupp verlangt, doch letztlich hatte er sein Ziel erreicht. Die Positionen der feindlichen Spähposten hatte er umgangen und war mit den 20 Kriegern tief hinter die feindlichen Linien vorgedrungen um die Stärke des Heers der Hellen auszukundschaften. Doch beim Rückweg hatte er einen Fehler gemacht und war direkt in die Arme eines feindlichen Sicherungstrupp geraten, der die nördliche Flanke der Armee sicherte. So war es zu der Schlacht gekommen in der die Hellen eine Überlegenheit von drei zu eins hatten. Als bereits alles verloren war hatte Krekon in blinder Wut eine Bresche in die feindlichen Reihen schlagen wollen um wenigstens einen zu retten, doch als er mit seiner Axt ausholte im die feindlichen Schilde zu sprengen hatte er Brandor am Kopf getroffen und alles war schwarz geworden. Jetzt waren alle tot, alle außer Brandor. Sein Herr würde nicht erfreut sein. Weder die großen Verluste noch die Nachrichten die er brachte verhießen Gutes.

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Freitag, Februar 06, 2009

Ein Blick in die Zukunft (I)

Die Luft des Wartezimmers roch nach billigem Rasierwasser. Er konnte die Schreie des Patienten von nebenan hören und konnte ein Lächeln nicht unterdrücken als er in die Gesichter der anderen im Zimmer sah. Drei Wochen war es her seit die Weltwirtschaft kollabiert war. Es war ein warmer Montag gewesen, als Barack Obama vor drei Wochen den Staatsbankrott der Vereinigten Staaten von Amerika in einem Interview bekannt gab. Die Besonnenheit mit der er die Kriegstreiber im eigenen Land hatte ausschalten lassen und mit der es ihm gelungen war einen atomaren Konflikt mit China zu verhindern ließ die Welt aufatmen. Dennoch war die Wirtschaft völlig zerstört. Die Araber hatten alle Ölfelder angezündet nachdem chinesische Truppen auf der arabischen Halbinsel gelandet waren und sie hatten ganze Arbeit geleistet. Binnen zwei Wochen waren alle Gütertransporte zum Erliegen gekommen und die Tankstellen waren weltweit leer geblieben. Die einzelnen Staaten waren bemüht mit Hilfe des Militärs und der demoralisierten Polizei die Bevölkerung unter Kontrolle zu behalten. Auch wenn es Deutschland nicht in ein Chaos gesogen hatte wie Frankreich oder Italien, so war die Lage auch hier angespannt. Die übrigen Länder mit Ölreserven hatten die Zeichen der Zeit verstanden und ihre Grenzen geschlossen, alle Ölexporte gestoppt und warteten nun ab auf welche Seite sie sich schlagen würden. Der Winter würde eine starke Destabilisierung in allen Regionen der Erde verursachen und noch war es nicht sicher wer diesen Winter überleben würde.
Er hätte es nicht solange vor sich herschieben sollen. Jetzt saß er beim Zahnartzt und wusste, keine elektrischen Bohrer, keine Schmerzmittel und keine Elektrizität würde es geben um seine Zahnschmerzen zu lindern. Einzig ein kleiner Rest Marihuana, den er noch besaß, würde den Schmerz der Behandlung etwas lindern. "Der nächste bitte." Er stand auf, ging zum Behandlungszimmer eins und setzte sich auf den Stuhl an dem noch einige Blutflecken klebten.
"Möchten sie eine Zigaratte oder etwas Alkohol um die Behandlung zu vereinfachen ?"
"Nein danke, ich habe das hier." Er zündete den Joint an, nahm einen tiefen Zug und presste mit Daumen und Zeigefinger den Joint wieder aus.
"Bringen wir es hinter uns. Der fordere linke Schneidezahn, er muss raus denke ich."
"Ok, ich werde mir das mal anschauen."

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