Ariakans Blog

Freitag, Februar 06, 2009

Ein Blick in die Zukunft (I)

Die Luft des Wartezimmers roch nach billigem Rasierwasser. Er konnte die Schreie des Patienten von nebenan hören und konnte ein Lächeln nicht unterdrücken als er in die Gesichter der anderen im Zimmer sah. Drei Wochen war es her seit die Weltwirtschaft kollabiert war. Es war ein warmer Montag gewesen, als Barack Obama vor drei Wochen den Staatsbankrott der Vereinigten Staaten von Amerika in einem Interview bekannt gab. Die Besonnenheit mit der er die Kriegstreiber im eigenen Land hatte ausschalten lassen und mit der es ihm gelungen war einen atomaren Konflikt mit China zu verhindern ließ die Welt aufatmen. Dennoch war die Wirtschaft völlig zerstört. Die Araber hatten alle Ölfelder angezündet nachdem chinesische Truppen auf der arabischen Halbinsel gelandet waren und sie hatten ganze Arbeit geleistet. Binnen zwei Wochen waren alle Gütertransporte zum Erliegen gekommen und die Tankstellen waren weltweit leer geblieben. Die einzelnen Staaten waren bemüht mit Hilfe des Militärs und der demoralisierten Polizei die Bevölkerung unter Kontrolle zu behalten. Auch wenn es Deutschland nicht in ein Chaos gesogen hatte wie Frankreich oder Italien, so war die Lage auch hier angespannt. Die übrigen Länder mit Ölreserven hatten die Zeichen der Zeit verstanden und ihre Grenzen geschlossen, alle Ölexporte gestoppt und warteten nun ab auf welche Seite sie sich schlagen würden. Der Winter würde eine starke Destabilisierung in allen Regionen der Erde verursachen und noch war es nicht sicher wer diesen Winter überleben würde.
Er hätte es nicht solange vor sich herschieben sollen. Jetzt saß er beim Zahnartzt und wusste, keine elektrischen Bohrer, keine Schmerzmittel und keine Elektrizität würde es geben um seine Zahnschmerzen zu lindern. Einzig ein kleiner Rest Marihuana, den er noch besaß, würde den Schmerz der Behandlung etwas lindern. "Der nächste bitte." Er stand auf, ging zum Behandlungszimmer eins und setzte sich auf den Stuhl an dem noch einige Blutflecken klebten.
"Möchten sie eine Zigaratte oder etwas Alkohol um die Behandlung zu vereinfachen ?"
"Nein danke, ich habe das hier." Er zündete den Joint an, nahm einen tiefen Zug und presste mit Daumen und Zeigefinger den Joint wieder aus.
"Bringen wir es hinter uns. Der fordere linke Schneidezahn, er muss raus denke ich."
"Ok, ich werde mir das mal anschauen."

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