| Vermeintliche Super-WG trennt sich nach drei Monaten einvernehmlich. Beobachter sprechen von einem wichtigen Schritt zur Friedensstiftung. |
Drei Monate sollten wir zusammen wohnen. Als Übergangslösung war es gedacht, bis der Mietvertrag abgelaufen sein würde. Jetzt ca. 16 Minuten nach Ablauf des Mietvertrages fühle ich mich etwas einsam.
Es ist natürlich nicht so, dass ich den Kerl vermissen werde. Ständig machte er mir Vorwürfe wegen meines unmoralischen Verhaltens. So war ich es gewohnt, meine Pfandflaschen in den Mülleimer zu schmeißen. Gleich neben die nicht getrennten Plastik-,Bio-,Papier- und sonstige Müllsorten. Es hatte mir nie sonderlich viel Kopfschmerzen bereitet, den Müll in die Mülltonne zu schmeissen. Ganz im Gegenteil zu meinem Mitbewohner. Ein ordentlicher lieber Kerl, der wenn man ihn darum bittet, nahezu alles für einen tut. So wird er sicherlicher etwas erleichtert in seine neue Burg einziehen, muss er doch jetzt nicht mehr den Müll anderer sortieren, die Heizungen anderer abdrehen und auch sonst wird sein Leben wieder wesentlich umweltfreundlicher werden.
Ein paar Dinge muss ich noch loswerden. Ich habe bisher niemanden getroffen, der sich so viel Mühe gemacht hat. Erstens. Die Welt zu retten. Zweitens. Bewusst Falsches zu unterlassen. Drittens. Eine einfache Tomatensoße mit Nudeln in ein delikates Festmahl zu verzaubern. Heiraten, ja das wäre was feines. Doch leider fehlen ihm oder mir die entsprechenden Geschlechtsteile um die Beziehung auch produktiv zu gestalten.
Letztlich scheinen wir dennoch nicht zusammen zu passen. Sind doch unsere Spülgewohnheiten so unterschiedlich, wie es gegensätzlicher nicht sein könnte. Er lässt das mit frischem Wasser vom Schaum befreite Geschirr an der Luft trocknen und stellt die Gläser anschließend mit der Öffnung nach unten in den Schrank. Ich hingegen, trockne die leicht beschäumten Gläser mit einem Tuch ab und stelle sie mit der Öffnung nach oben in den Schrank.
Was bleibt also von dem dreimonatigen Abenteuer ? Mir die Erkenntnis das ich ein schlechter Mensch bin, die Rohstoffverschwendung und die damit einhergehende Zerstörung des menschlichen Ökosystems vorantreibe. Doch so sehr ich ihn liebe, so sehr liebe ich auch das einfache lockere Leben dieser Zerstörungsgesellschaft. Also wird sich wohl nicht viel mehr ändern, als vielleicht das Verständnis für den Kerl.
5 Meinungen:
"Sind doch unsere Spülgewohnheiten so unterschiedlich(...)"
du hast spülgewohnheiten???
interessant.
die enwickelt ariakan allerdings für gewöhnlich auch nur in homoerotischen verhältnissen.
hm.
spes moritur ultima.
From your cold, dead hands...
Und dabei ist das Foto so harmonisch und ihr seht echt süß aus zusammen!
Aber lieber Ariakan, willst du nichtmal irgendwann irgendwo ankommen? Du führst so ein Vagabundenleben...
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