Mittwoch, März 28, 2012

Die Musikindustrie hat Zukunft....

Inspiriert wurde dieser Beitrag durch,
El Retardo, Sven Regener.
http://www.everythingisaremix.info/watch-the-series/




Zu diesem Thema kam mir heute ein Gedanke. Die großen Musikstreamer im Netz wie Spotify, Simfy oder Rdio haben es vorgemacht. Jetzt zieht Napster nach und bietet keine Musik mehr zum Download an. Vorher hatte man noch die dreckigen WMAs runterladen bei Napster können. Nun glaube ich, dass diese Dienste in den kommenden 5-10 Jahren die Musikindustrie bestimmen werden. Denn die abschreckenden Beispiele einiger Raubkopierer vor Augen wird sich niemand mehr Mp3s herunter laden, wenn er für nen 10ner im Monat kostenlos Musik streamen kann. Doch es gibt da einige Probleme wie ich finde. Erstens, der Weg zurück von einem offenen Format wie mp3 hin zu einem verschlüsselten Stream auf den keiner Zugriff hat, somit auch keiner die Möglichkeit hat Remixes zu kreieren. Zweitens das Problem der Konsumentenverdummung. Damit ist gemeint, ich habe das bei meinem Spotifytest selbst erlebt, das durch (un)geschicktes Shopdesign dem Kunden bestimmte Musik schmackhafter gemacht wird, weil sie einfacher verfügbar ist. Das "nebenbei" Musik hören lief in meinem Test fast immer auf irgendwelche KackKommerzScheiße hinaus. Nicht das es besonders schlechte Musik gewesen wäre, es war Mainstream. Dagegen wäre grundsätzlich auch nichts einzuwenden,manchmal mag ich mainstreamiges. Doch es passt nicht wirklich zu mir, gerne höre ich mir ein Lied auch 50 mal im Loop an. Doch auf lange Sicht wird es einen Musikkonsumenten erschaffen, der sich an den Empfehlungen der Shopsysteme orientiert, denn das ist bequemer als selbst nach Musik zu graben. Das passt dann perfekt zur Vermarktung durch große Labels die recht einfach zwischen Spotify Promotion und PremiumContentSongs verschieben können, der Kunde zahlt dabei sogar die Promotion via Streaming. Hat ein Musikstück(Ich sage Stück weil kaum noch echte Alben produziert werden) Erfolg, so geht der Zugang zu diesem Stück zurück und der genervte Kunde muss kaufen.
Konsum ist auch immer eine Frage der Erziehung und ich glaube nicht, dass ich mir einen Streamingdienst was kosten lassen werde. Doch die Generation 10 Jahre hinter mir oder 15 Jahre hinter mir, wird diesen Dienst freudig annehmen. Denn deren Computer haben kein Linux, sondern Android oder iOS. Deren Computer sind keine großen Kisten mit Festplatten, sondern kleine SmartDevices die für das Streaming gebaut wurden. Dieser ganze neumodische Mist bringt für mich zwei Entwicklungen mit denen ich mit einer gewissen Angst gegenüber stehe. Einerseits dem Tod der Mp3 und andererseits der Entwicklung hin zu StreamingPortalen mit hässlichen Auswüchsen, beispielsweise GenreRadios denen man für viel Geld die Gewalt über das eigene Zusammenstellen der Musik überlässt. So wird dem Mensch die Freiheit über den Musikkonsum wieder entzogen und zurück in die väterlichen Hände der Musikverwerter gelegt. So begrüßen wir am Ende des Jahrzehnts das "neue" mittelalterliche Internet2.0.
Was bin ich doch den Entwicklern von www.tonido.com dankbar, dass sie parallele Lösungswege anbieten um die "immer verfügbar" Sehnsüchte in mir zu befriedigen.

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