Ariakans Blog

Sonntag, August 19, 2012

Streikende Minenarbeiter in Südafrika

Wenn ich Südafrika höre, habe ich immer das Gefühl das dort alles gut ist. Südafrika ist der Vorzeigestaat in Afrika. Mit dem Ende der Apartheid brach in Südafrika ein goldenes Zeitalter an. Ich denke an Nelson Mandela, stelle mir friedlich dahintrabende Giraffenherden vor und irgendwie scheint die Sonne über dem Horizont zu verweilen während indigene Musik vom Wind aus bewaldeten Hügel herangetragen wird. Die Realität geht an diesem Bild leider weit vorbei. Am 17/18.08.2012 sind 36 Minenarbeiter während eines Streiks von der Polizei erschossen worden. Die Minenarbeiter streiken für massive Lohnerhöhungen, von derzeit ca. 400€ auf 1200€ um ihr Leben finanzieren zu können. Dazu hier ein Beitrag der aus dem ARD Nachtmagazin, das ist so eine Sendung die man nur als Student oder Arbeitsloser sehen kann, es sei denn man hat gerade Urlaub. ->Gewalteskalation Südafrika

Eine etwas andere Darstellung der Situation gibt es hier:

Die DAPD beschreibt die Eskalation so, als haben sich die Minenarbeiter gegen Maßnahmen der Polizei gewehrt und die Polizei danach geschossen hat. Von "schweren Waffen" wie der ARD-Report es nahe liegt ist hier keine Rede. Das passt auch zu dem Fakt, dass bei der Aktion kein Polizist verletzt oder gar erschossen wurde.
Unterstützung erhalten die Minenarbeiter soweit ich das bisher recherchieren konnte keine. Auch nicht aus dem vermeintlichen Arbeiterstaat China. So schreibt man lediglich objektiv über die Geschehnisse. http://www.chinadaily.com.cn/cndy/2012-08/18/content_15685564.htm

Drastisch ist die Berichterstattung von Al Jazeera. Das Video entspricht nicht unbedingt dem westlichen Standard an Berichterstattung, aber es zeigt etwas deutlich. Die Maßnahme der Polizei war überzogen.   http://www.aljazeera.com/news/africa/2012/08/2012818164556317540.html
Die BBC zeigt das selbe Video, allerdings ohne das  man die Polizei schießen sieht. -> http://www.bbc.co.uk/news/world-19286654
Eine schlimme Manipulation der Wirklichkeit leistet sich meiner Meinung nach "The Telegraph", hier wird ein Video gezeigt das ebenfalls bei der Schießerei gedreht wurde. Es allerdings erweckt den Eindruck als seien die Polizisten angegriffen worden. -> http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/africaandindianocean/southafrica/9481814/South-African-police-say-they-were-forced-to-fire-on-striking-miners-killing-34.html
Untermalt wird das ganze noch von einem streikenden Minenarbeiter der einen Speer ableckt.


Vermutlich wird man sich am Ende einer Untersuchung darauf einigen, dass die südafrikanische Polizei zu schlecht ausgebildet war um mit so einer Situation zurecht zu kommen. Man wird Südafrika ein paar Polizeiausbilder schicken und ihnen ein paar Nicht-tödliche Waffen verkaufen.
Der Platinpreis ist durch das Geschehene übrigens um ganze 50 Dollar gestiegen. Davon hätte man locker die Arbeiter bezahlen können. Hier der Link ->  http://www.boerse.de/analysen/Platinpreis-aufgrund-der-Eskalation-der-Gewalt-in-Suedafrika-um-50-USD-gestiegen/7315896




Zu traurig das die ganze Geschichte in den nächsten 50 Jahren wohl nicht in den Fokus europäischer Öffentlichkeit und damit der Politik rücken wird. Aber vielleicht gibt es 100 Jahre später ja einen netten Artikel dazu im Journal of Southern African Studies. Da entdeckte ich heute im Rahmen meiner höchst unvollständigen Recherche nämlich diesen Artikel, "Your Petitioners are in Mortal Terror". Er beschreibt das lebensgefährliche Dasein chinesischer Minenarbeiter in Südafrika. So wurden zwischen 1904 und 1910 63.000 chinesische Arbeiter nach Südafrika geschafft um in den dortigen Goldminen zu arbeiten und zu sterben. Hier ein Auszug aus dem Abstract,
"Africans and Chinese were routinely assaulted by white supervisors, and labour protests were often brutally suppressed by state police and mine security forces; but much of the violence took place within the labouring populations themselves. While African miners were ‘notorious' for engaging in group confrontations known as ‘faction fights', murder and suicide were the predominant forms of violence in the Chinese compounds." - Kynoch Gary.
Gelesen habe ich den Artikel bisher leide rnicht. Die Onlineversion war mir mit knapp 50$ definitiv zu teuer. Ich schätze es wird noch 50 Jahre dauern bis Google Books oder so den Vollzugriff auf das Dokument gewährt. Dann sind alle Fristen für etwaige Entschädigungen sicherlich abgelaufen.
Falls sich jemand wider erwarten für die Rohstoffförderung in Afrika interessiert. Dem sei das Schwarzbuch Gold ans Herz gelegt, hier ein Clip zum Buch der den Inhalt umreißt. http://www.youtube.com/watch?v=tkDqUHOWNGw

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