Ariakans Blog

Freitag, September 14, 2012

Altersarmut - eine Chance?

Es gibt sie nicht nur in Griechenland, Spanien, Italien, Russland oder Timbuktu. Altersarmut ist ein Phänomen das sich auch über die vermeintlich reichen Staaten erstreckt. Dabei ist die finanzielle Lage der Alten zumeist noch relativ entspannt. Wenig liest man jedenfalls vom Alten der verhungert auf der Straße liegt. Es gibt also irgendwo Refugien in denen sich zumindest das eine essentielle Grundbedürfnis für alte Menschen decken lässt. Lecker was zu essen aufm Tisch zu haben reicht aber den meisten nicht. Also predigen die Propheten vom Untergang, predigen die Angst vor der Altersarmut und beschwören uns alle zu sparen. Das ganze hart verdiente Geld in Rentenfonds anzulegen um im Alter "was zu haben". Von irgendwas muss man sich die Wohnung ja leisten können, oder? Den Mercedes tanken. Die Enkel beschenken. Die Kinder zu Weihnachten in Island besuchen. Tut man das nicht, dann ist man schon so gut wie tot. Schande über den Grashüpfer, der den ganzen Sommer getanzt und gelacht hat. Im Winter zeigt sich das Leben von seiner erbarmungslosen Seite.

Laut meines aktuellen Rentenbescheides erwarten mich 803,47€ im Alter. Mit dem netten Hinweis, die Inflation und den damit verbundenen Wertverlust zu berücksichtigen. Ja danke!

Mein erster Gedanke? Angst! Nochmal. Angst. Verdammt, warum hab ich Angst? Ich bin Raucher, ich sollte mich vor Lungenkrebs und amputierten Beinen fürchten. Warum wirkt die Kampange der Regieropposition zum 850€ Rentenlimit so stark auf mich? Ich habe noch 34 Jahre Arbeit vor mir liegen. Da kann noch viel passieren und was geschieht wenn ich in "Rente" gehe? Ich bekomme knapp 800€. Abzüglich der Inflationsrate von geschätzten 4% pro Jahr sind das nach heutigen Maßstäben etwa 210,84€. Das ist doch super! Eine Wohnung in Bonn würde mich heute so ca. 500€ kosten. Bleibt das über die nächsten 34 Jahre bei 4% Inflationsrate stabil, dann sind das 1.897,16€. Hier der Inflationsrechner auf dessen Grundlage ich die 4% Inflationsrate über 34 Jahre ausgerechnet habe http://www.zinsen-berechnen.de/inflationsrechner.php , ist jetzt nicht so schwer das man das nicht auch im Kopf machen könnte, aber so ist es doch wesentlich praktischer. Jetzt könnte man einwenden das die Inflationsrate mit 4% zu hoch bemessen sei. Na schön, nehmen wir 1% Inflationsrate als Basis. Das macht dann 701,29€ für die heutige 500€ Wohnung, von den 800€ bleiben mir gemäß heutiger Kaufkraft noch 570,38€. Für die heute diskutierten 850€ Minimum sind das 606,03€ im Jahr 2036.

Jetzt springen wir mal ins Jahr 2036. Apple hat gerade das iPhone '36 herausgebracht und erhofft sich endlich den großen Durchbruch im zubetonierten Kommunikationsmarkt. Weltweit herrscht große Trauer um die fehlgeschlagene Rettungsmission der Chinesen zum Mars. In der Medizin gibt es nur noch plastische Chirurgen und von Google gesteuerte Autoinfusionszellen. Geld benötigt man lediglich  um sich etwas zu kaufen. Wenn aber alles Geld schon für die Wohnung draufgeht, dann muss man sich nehmen was man braucht ohne zu bezahlen. So antwortete ein Bekannter auf die Frage zur Rentenproblematik nur, "Die Zukunft liegt in der Cyberkriminalität". Also mutieren im Alter die Menschen in diebische Elstern? Nun, Rupert Murdoch untermauert diese These jedenfalls. Altersgeiz... aber ich wollte nicht über böse Menschen reden. Ich wollte von Chancen im Alter sprechen. Also finanziell ergeben sich nicht gerade viele würde ich sagen. Aber Not macht erfinderisch. Und die beste Zeit des Lebens ist die Studentenzeit, da hat man marginal mehr Geld als im Alter. Also warum sollte man seine Rente nicht dazu nutzen nochmal richtig auf den Putz zu hauen? Alters-WG, Rentnerpartys, Saufspiele, wilde Drogenexzesse und ein plötzlicher Herztod. Sterben werden wir alle, warum also nicht im besoffenen Kopp in Bonn, statt unter einem Morphiumrausch im Sanatorium?

Locker bleiben!



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