Ariakans Blog

Mittwoch, Mai 15, 2013

Die Preissetzungsmacht der Da Ma.

Da Ma, oder die große Mutter, nennt man in China die tonangebende Matriarchin eines Familienclans des in China wiedererstarkten Mittelstandes. Sie geben ihren Männern ein Taschengeld und treffen Heiratsentscheidungen für ihre Kinder und Enkel oft genug im Alleingang. Das es Frauen ebenso nach Macht giert wie Männer dürfte ja seit Alice Schwarzer kein Geheimnis mehr sein. Der folgende Sachverhalt lies mich allerdings genug staunen um daraus einen Blogeintrag zu formulieren. Chinas Da Ma greifen nach Gold, und das nicht zu knapp. In der ersten Maiwoche kauften Chinas Frauen 10% der weltweiten Jahresproduktion in Form von Schmuck und Goldbarren. Der Grund? Die Spekulation der großen westlichen Investmentbanken Goldmann Sachs und JP Morgan auf ein Fallen des Goldpreises ließ viele Anleger im Westen nervös werden und so sank der Goldpreis von ca. 1800$/Feinunze auf 1350$/Feinunze. Die erste Maiwoche brachte dann die große Überraschung, gerade aus China stieg die Nachfrage nach Gold dramatisch an und der Preis stieg auf 1475$/Feinunze an. Goldmann Sachs und JP Morgan werden wohl deutlich darunter gewettet haben, ein von vielen westlichen Experten akzeptierter Goldpreis liegt bei etwa 1100$/Feinunze. Doch ich denke nicht, dass sich dieser Wert in den kommenden Jahren zeigen wird. Die Unruhe durch die Finanzkrisen der letzten 6 Jahre ist noch lange nicht vorbei und so wird es immer mehr Da Ma's geben, die sich und ihrer Familie ein kleines Stück goldene Sicherheit kaufen werden. Hier die chinesische Berichterstattung zum Thema.


Das Manager-Magazin scheint, wenn man sich den Artikel mal durchliest, diesen Beitrag als Quelle herangezogen zu haben. Daher ziehe ich den Schluss, dass ich auf diesem Blog mindestens so qualifizierte Äußerungen über die Weltwirtschaft tätigen kann, wie es die westlichen Wirtschaftsmagazine zu tun pflegen. Also, kauft Gold Leute. Kauft Gold, macht Sport und legt euch kleine Konservenvorräte an unterschiedlichen Orten an. Die ganze Sache wird noch deutlich dramatischer werden. Wie ich darauf komme? Nun, simple Prognosen sind oftmals die zutreffenderen. So will ich euren Blick mal wieder auf mein Lieblings-Thema Schiefergas lenken. Dazu gibt es einen interessanten vierseitigen Artikel, ebenfalls im Manager-Magazin, zu. http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,899442,00.html

Keine Angst vier Onlineseiten, keine DINA4. Ok, ihr lest es nicht. Dann hier die Zusammenfassung:
Die Vorkommen wurden anhand der aufkommenden Förderraten bestimmt, die deshalb unrealistisch sind, weil die Förderunternehmen, zunächst die leicht erreichbaren Gas-Quellen fördern. Die Investmentbanken haben gleichzeitig auf Basis der viel zu optimistischen Zahlen Fonds geschnürt und verkauft, die sich in den nächsten 2-5, maximal 10 Jahren in Luft auflösen werden. Platzt diese Blase, verlieren zehntausende Amerikaner ihren Job, der Gaspreis geht trotz Krise plötzlich um 100% nach oben und die US-Wirtschaft wird dadurch massiv ins Stocken geraten. Das mit dem Gaspreis, der entgegen einer fallenden Wirtschaftsleistung steigt, liegt übrigens ebenfalls an den Investmentbanken. Diese unterstützen durch den Handel mit den Anteilen der Schiefergasförderer einen fallenden Gaspreis, aktuell liegt der bei etwa 4$, Gewinne erwirtschaftet man mit Schiefergas aber erst bei etwa 8$. Dieser Preiskampf hilft den großen Konzernen dabei, die kleineren und Kleinstanbieter vom Markt zu drängen. Wenn ich also für die nächsten 5 Jahre wetten müsste, dann auf steigende Gaspreise in den USA, eine zweite Finanzkrise in den USA und definitiv steigende Goldpreise. Also hört auf eure Da Ma und kauft Gold Leute.

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