Ariakans Blog

Donnerstag, Juni 20, 2013

Filmtipp: Warrior

Mir ist meine Grafikkarte abgeraucht. Das ist schrecklich, nicht nur weil es Geld kostet, sondern auch weil es mich in einem Projekt innerhalb eines großen Online-Clans zurückwirft. Alternativ brauchte ich aber dennoch ein wenig Ablenkung von der echten Welt, also habe ich mir mal wieder einen Film angesehen. Mehr aus Not, denn aus Begeisterung stieß ich dabei auf den Film Warrior. Filme mit Nick Nolte sind ja oft so, naja.. streitbar. Hier der Trailer zum Film:


Was mich dann aber schnell überzeugt hat, war die großartige Umsetzung des Films. Denn die Handlungsstränge aller Charaktere sind nachvollziehbar gezeichnet und die daraus entstehenden Konflikte sind glaubwürdig, authentisch und regen zum Nachdenken an. Nick Nolte, in seiner Rolle als Vater Paddy Conlon, überzeugt mit einer seiner besten Leistungen überhaupt. Er sucht nach Vergebung für den Schaden, den er durch das Trinken in seiner Familie angerichtet hat. Vorgestellt wird er im Film auf dem Rückweg von einem Treffen der anonymen Alkoholiker, ein Hörbuch über Mobby Dick hörend. Im späteren Verlauf des Films trägt eben dieser Roman von Herman Melville entscheidend, zu einer der dramatischsten Szenen die ich bisher in Filmen gesehen habe bei. Keine Angst, ich spoiler nicht! Lediglich die Motivation seiner beiden Söhne Tommy Conlon und Brendan Conlon, gespielt durch Tom Hardy und Joel Edgerton will ich noch kurz beschreiben. Tommy kehrt als Kriegsveteran aus dem Irak oder Afghanistan zurück und wirkt entsprechend traumatisiert. Mein Eindruck war, dass er nach Halt suchend zu seinem vormaligen Lieblingssport dem MMA Kampf zurückkehrt. Ganz anders sieht die Situation bei Brendan aus. Er ist glücklich verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet als Physiklehrer an einer Highschool. Eine scheinbar perfekte Welt, die durch die Immobilienkrise in den USA den Familienvater dazu zwingt, im Nebenjob seinerseits an MMA Kämpfen teilzunehmen.
Hat man üblicherweise bei Kampfsport-Filmen einen Favoriten den man gerne als Sieger der KO-Runde sehen würde, so sind hier die unterschiedlichen Motivationen und Wege der Protagonisten derart nachvollziehbar, dass man zum Finale hin, zerrissen ist. Und genau diese Zerrissenheit schafft eine unglaubliche Nähe zu ihrem Vater Paddy Conlon. Die Mechanik greift perfekt ineinander und wird mit deutlich weniger Pathos dargeboten, als man das aus Filmen wie Bloodsport oder Rocky kennt. Alles in allem ein Film den ich nur empfehlen kann. Eine erste Wertung von 8.5/10 ist absolut gerechtfertigt, auch wenn das etwas höher ist, als die von mir geschätzte IMDB Wertung von 8.2. Der Film ist definitiv mehr Drama, als Actionkino. Zum Abschluss noch das Theme des Finales im Film.

The National mit dem Song About Today.



Regie: Gavin O'Connor
Erscheinungsjahr: 2011
IMDB Link: http://www.imdb.com/title/tt1291584/

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