Ariakans Blog

Montag, August 26, 2013

Implications of a multiple information based social surveillance system.

Wir fahren alle in die Hölle! - Das ist auch gut so, denn im Himmel gibt es nur Terroristen und Jungfrauen.

Ein griffiger Titel ist mir nicht eingefallen. Der Inhalt des Beitrages ist aber auch nicht besonders griffig. Vielmehr ist es ein Pamphlet, das zwischen Verschwörungstheorie, Dystopie und Warnung, nicht zuletzt als Denkanstoß dienen soll. Denkanstoß wem? Dem der denkt! Insbesondere denen die Medien machen, aber natürlich auch denjenigen die Medien lediglich konsumieren. Die NSA speichert Daten. Sie stützt sich dabei auf Zugriffe auf die großen "Clouds" im Internet, beispielhaft seien hier Google, Amazon, Apple, Microsoft und Facebook genannt. Diese Liste ist in Wirklichkeit deutlich länger. Das Szenario, das im folgenden beschrieben werden soll, würde aber mit den oben genannten Dienstanbietern bereits hervorragend funktionieren. Zwischen Wahlkampfversprechen und Realpolitik gibt es, soweit sollte das jedem bekannt sein, immer eine große Schere. Das ist kein Geheimnis. Die selbe Spannweite hat auch die Schere zwischen der kommunizierten Motivation der Politiker und den sog. wahren hintergründigen Motiven der Politiker. Beispielhaft könnte man hier die "Befriedung" des Iraks aufgrund von Saddams Massenvernichtungswaffen nennen, die letztlich vielmehr zur Befriedigung der expansiven Gelüste amerikanischer Konzerne geführt hat. Wörter wie democracy wurden dafür pervertiert. Wenn also Maßnahmen vordergründig von Politikern gerechtfertigt werden, sollte man als denkender Bürger immer skeptisch sein.
Was sind nun die Rechtfertigungen für das Programm der NSA? Hier einige Beispiele:

Mr. Bush particularly defended the NSA program tracking Internet activity. “I put that program in place to protect the country,” he said. “One of the certainties was that civil liberties were guaranteed.” http://blogs.wsj.com/washwire/2013/07/01/bush-defends-nsa-program-obamas-approach/


Dass in der SPD die Befürworter der anlasslosen Massenüberwachung Vorratsdatenspeicherung in der Mehrheit sind, sollte bekannt sein. Zur Sicherheit erinnert jetzt der NRW-Innenminister Ralf Jäger nochmal daran. Gegenüber heute.de sagte er:Der Wegfall der Mindestspeicherfrist hat zu einer gravierenden Schutzlücke im Kampf gegen Kinderpornografie, sexuellen Missbrauch von Kindern sowie bei der Bekämpfung von Terrorismus geführt. https://netzpolitik.org/2013/spd-innenminister-rechtfertigt-vorratsdatenspeicherung-mit-kinderpornografie-und-sexuellem-missbrauch/


Die Kommission kritisiert "gewisse zivilgesellschaftliche Organisationen", die anhand ausgewählter Verbrechensstatistiken "negative Schlussfolgerungen zum Wert der Vorratsdatenspeicherung" gezogen hätten. Sie stellt diesen verschiedene Einzelfälle entgegen, in denen die Nutzerspuren bei allen erdenklichen Kriminalitätsformen von Terrorismus über Kinderpornographie bis hin zu weniger schweren Delikten Ermittlern bei der Aufklärung geholfen hätten. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bruessel-legitimiert-Vorratsdatenspeicherung-mit-starker-Nachfrage-1932668.html
Interessant an dieser Stelle mag noch ein Spiegelartikel aus dem Jahr 2006 über den Patriot Act sein, hier wird angegeben, dass Bush die NSA beauftragte ein Projekt wie Prism zu initialisieren. Auch damals war schon bekannt, dass es Abhörmaßnahmen ohne richterlichen Beschluss gab. http://www.spiegel.de/politik/ausland/anti-terror-gesetz-us-senat-stimmt-bushs-patriot-act-zu-a-404037.html
Eine demokratische Kontrolle hat es in den letzten sieben Jahre offenbar nicht gegeben. Wird es in den nächsten 7 Jahren eine geben? Wohl kaum, denn es gibt keine Partei die Aussicht auf Regierungsbeteiligung hat und auch nur annähernd in ihrem Programm so etwas wie Kontrolle oder gar Beschränkung der Geheimdienste vorsieht. Warum auch? Die Möglichkeiten einer prism-ähnlichen Technologie sind für die Politik zu verlockend. Wenn von Möglichkeiten gesprochen wird, so ist damit natürlich nicht der Kampf gegen Terrorismus gemeint. Denn Osama Bin Laden als auch seine Nachfolger, werden sicherlich keine Cloud-Dienste verwenden um ihre Pläne auszuarbeiten. Die klassische Kommunikation Person zu Person wird in diesen Kreisen immer die einzige "sichere" Möglichkeit zur Kommunikation bleiben. Die Möglichkeiten einer komplexen Überwachung der sozialen Netzwerke und der angehängten Clouddienste liegen woanders. Da es derzeit noch etwas an Begriffen dafür mangelt muss zunächst der Begriff "predictive governance" herhalten. Was ist damit gemeint?

The point of Predictive Governance is that we work in large ecosystems and we must work to understand them.  If we can't describe our ecosystems, we can't rise above the superstitions and organizational behaviors that constantly hold us back. http://dgcouncil.eventbrite.com/

Also die Analyse von gesammelten Informationen im Hinblick auf was bitte? Beispielsweise die Akzeptanz der Bevölkerung im Hinblick auf eine bestimmte politische Maßnahme(z.B. Steuererhöhung, Wegfalls von Dienstleistungen, Änderungen im Müllentsorgungsplan). Eine Regierung, die die Meinungen des Volkes kennt als auch den Meinungsaustausch des Volkes analysiert, wird in die Lage versetzt, ihre politischen Maßnahmen anzupassen. So kann jede Maßnahme entsprechend der "maximale Belastungsgrenze" des Volkes angepasst werden, Widerstand oder Demonstrationen wird bereits im Vorfeld die Luft genommen. Bei größeren Projekten kann man mittels Stückelung der Maßnahmen sein Ziel erreichen ohne die lästige Zivilgesellschaft auf Twitter gegen sich aufzubringen. Der zivile Widerstand wird im Keim erstickt, da sich die auslösenden Faktoren für einen geschlossenen Widerstand der Zivilgesellschaft vermeiden/minimieren lassen. Gleich der Geschichte mit dem Frosch. Es heißt, ich habe das selbst nie ausprobiert, setzt man einen Frosch in kochend heißes Wasser, so springt er sofort hinaus. Setzt man den Frosch hingegen wohltemperiertes Wasser und erhöht langsam die Temperatur, so bemerkt der Frosch das zu spät und verkocht zu einem leckeren französischen Gericht. Eine Regierung die in die Lage versetzt wird, die Stimmung im Volk in Echtzeit auszuwerten, ist keine Demokratie mehr. Vielmehr ist das Volk einer solchen Regierung hilflos ausgeliefert. Der Skandal um die NSA-Leaks ist eine Sache, aber die Tatsache das solche Technologien in Zukunft dazu eingesetzt werden um uns zu regieren, ist ein viel größerer Skandal. Ein Ausweg aus diesem System? Er scheint undenkbar, denn wir können angesichts des weltweiten Terrorismus natürlich nicht einfach mit der massenhaften Überwachung aufhören. Es könnten ja Menschen sterben. Um das ganze zu beenden müsste man also erstmal den Menschen die Angst vorm Terrorismus nehmen, letztlich vielleicht sogar die Angst vorm Tod. Aber wäre das nicht schon wieder eine Form von Terrorismus? Der Glaube, dass der Tod nicht so schlimm sein kann, wie die Tatsache das es in Zukunft keine Demokratie mehr geben wird?  Das mag sich jeder für sich persönlich beantworten. Twittern würde ich an eurer Stelle aber nicht darüber.

Wer nun immer noch nicht überzeugt davon ist, dass wir am Ende der Demokratie angekommen sind, sollte diese System nicht zu stoppen sein. Der sollte sich mal diese Konferenz zu Gemüte führen:
http://www.predictiveanalyticsworld.com/gov/2013/

What is Predictive Analytics?
Predictive analytics is the process of discovering patterns in past behavior to predict the outcome of future cases. Drawing on a combination of computer science, statistics, and operations research, predictive analytics reduces fraud, waste, and abuse, automates manual processes, and drives smarter decisions by extracting actionable insights from the vast quantities of data within government agencies
.http://www.predictiveanalyticsworld.com/gov/2013/
Hier die Teilnehmerliste der Konferenz:






  • Department of Treasury
  • Securities and Exchange Commission (SEC)
  • Internal Revenue Service (IRS)
  • Recovery Accountability and Transparency Board (RATB)
  • U.S. Postal Service (USPS)
  • National Science Foundation (NSF)
  • Department of Veterans Affairs (VA)
  • U.S. Navy
  • U.S. Army
  • Department of Defense (DOD)
  • U.S. Secret Service
  • U.S. Census Bureau
  • U.S. House of Representatives
  • Bill and Melinda Gates Foundation
  • State of Michigan

  • Hier ein netter IBM-Ingeneur der über die Vorteile des predictive goverment schreibt: http://www.govloop.com/profiles/blogs/10-benefits-of-predictive-analytics-a-path-to-improved-decisions
    Ob er am Ende wohl ähnlich viel Reue zeigen wird wie sie damals Oppenheimer zeigte?



    Games: Vorfreude auf Rome 2

    Veni, vidi, vici! Viel Zeit ist vergangen seit ich das letzte mal die Legionen Roms befehligte. In meiner Erinnerung ist es neben einigen Passagen aus CnC das schönste was das Genre der Strategiespiele mir bisher geboten hat. Die Rede ist von Total War: Rome, als Günstling einer der drei großen römischen Familien bemächtigte ich mich zunächst des römischen Senats um anschließend die ganze Welt zu erobern. Was war das für ein gutes Gefühl als sich die störrischen Ägypter endlich der Macht Roms beugten. Oh, wie haben wir gelacht und getanzt als wir sahen, dass die Roms Kriegshunde die gallischen Dörfern ausmerzten. Und wie viele schöne Sklavinnen brachten uns den köstlichen Griechischen Wein, um uns, in glorreichen Stunden zu huldigen? 
    Dikator sein ist schön, vor allem wenn es sich dabei um das höchste Amt im alten Rom handelt. Heutige Dikatoren haben es ja deutlich schwerer sich bespaßen zu lassen. 


    So richtig Sinn macht dieser Beitrag natürlich nicht, denn es geht um Vorfreude und die hat bekanntlich kaum einen Sinn. Denn entweder man wird enttäuscht oder sie wird bestätigt und man freut sich halt. Aber, und das ist der Grund dieses Schriebs, ich freue mich eher selten, vor allem vor. Bei Rome 2 hab ich es aber nicht mehr ausgehalten. Wie viele "zweite Teile" oder neogermanisch Sequels habe ich schon vor lauter Vorfreude nach Erhalt in der Luft zerrissen und gedanklich die verantwortlichen Lead-Designer ins Kolosseum werfen lassen? Battlefield 2, Fifa XX, NHL XX, Max Payne 2, Moorhuhn 2 (wtf???), Call of Duty 2-X oder auch nur World War 2. Im allgemeinen war der Zweite Weltkrieg kaum an Disharmonie zu überbieten. Deutsche Blitzkriegseinheiten vs. französische Stellungskriegtaktik... man war das lame, total unbalanced. Und am Ende der Kampagne gewinnen dann die Allierten doch noch, wegen dieser hanebüchenen Story im Osten. 
    Egal, dass wird mir bei Rome 2 nicht passieren. Denn die Kampagne bin ich! Ich entscheide wann und wo ich angreife. Ich entscheide welches Volk mir dienen kann, welches versklavt wird oder welches einen gewissen Status an Selbstständigkeit an meinen äußersten Grenzen fristen darf. Denn, davon bin ich überzeugt, mir Rom wieder zu Füßen liegen. Und allerorten werden mir zu ehren Denkmäler, und zwar NUR mir, aufgestellt werden. Großmütter werden ihren Enkeln die ruhmreichen Geschichten meines Wirkens erzählen. 




    Freitag, August 23, 2013

    Bonner Blogparade #bnbp13

    Hey! Eine Parade! 


    http://www.youtube.com/watch?v=w7tN3jDrw_w

    Details zur Blogparade findet ihr bei @karin
    http://curryandculture.wordpress.com/2013/08/20/bonner-blogparade-bnbp13/



    Eines vorweg, ich liebe Bonn. Warum weiß ich nicht genau. Es sind nicht die vielen Möglichkeiten Nachts um halb 2 unter Woche noch irgendwo Party zu machen. Oder die guten Straßenverhältnisse mit den noch besseren und freundlichen Busfahrern. Auch die Nähe zu Köln ist es nicht, was ich an Bonn liebe. BONN - Bundesstadt ohne nennenswertes Nachtleben. So diffamiert der Kölner ja im allgemeinen gerne das kleine Städtchen, dass sich zwischen Rhein und Eifel an die Südspitze des Rheinlandes schmiegt. Und da liegt vermutlich eine der Stärken Bonns. Selbst aus der Nordeifel kommend, war ich erstaunt als ich während meines Studiums viele viele andere Eifler kennen lernte. Ich würde mittlerweile sogar behaupten, in Bonn gibt es mehr Eifler als in der Eifel. Für meinen Teil der Eifel stimmt das definitiv. Wer aus einem 130 Seelen Dorf kommt, erschrickt vor Köln und wundert sich über Bonn. All die vielen Menschen und dann sprechen die meisten auch noch platt oder verstehen es zumindest. - Verrücktes kleines Städtchen. 50 Jahre lang war Bonn die Prostituierte Adenauers und seinem Wunsch mit dem Auto zur Arbeit fahren zu können, also machte man Bonn zur Hauptstadt Westdeutschlands, das hat der Stadt nicht gut getan. Auch wenn einige Teppichhändler und Juweliere anderes behaupten. Die Hauptstadtzeit war für Bonn nicht gut. Das Loch in das Bonn gefallen ist, gleicht dem Bonner Loch. Die kleinkriminellen Politiker streiten sich seither lieber mit Haribo anstatt die Straßen Bonns in Ordnung zu halten. Ehrlich, ich weiß dass die CDU in Endenich mal versucht hat, jemanden zum Verantwortlichen für Straßen zu machen, der davon keine Ahnung noch Erfahrung hatte. Offenbar in weiser Voraussicht was sich in Bonn noch so alles an Löchern auftut. Da ist es gut, jemand anderes ist Verantwortlich, Hauptsache nicht der Kern der wasserköpfigen CDU in Endenich. Endenich, darüber will ich berichten. Denn hier wohne ich. Arbeiten auf dem Wachtberg, leben in Endenich. Jeden Tag den Berg hinauf, in die Eifel. Und Abends zurück ins wohlig warme Bonn-Endenich. Einem, wenn man Keltologen glauben schenkt, Ort mit altem keltischen Ursprung -ich. Erste urkundliche Erwähnung Endenichs ca. 804, aber das hat nix zu bedeuten. Wer einmal in Bonn am Alten Zoll gestanden hat, der weiß das hier schon immer Menschen gewohnt haben. Natürlich nur, insofern es auch freie Wohnungen gab. Ein Problem das auch heute noch viele Bonner umtreibt. Wo wohnen? Preise wie in Kölle, und wofür? Meine 35m² mit Balkon auf Erdgeschossniveau, den nervigen Tiefgaragengeräusche(3g Wort, toll!) und dem gegenüber liegenden Rasenmähertuner kostet mich 455€ warm, deutlich zuviel. In der Eifel kannste davon ein kleines Haus mieten. Gut da will auch niemand wohnen, aber ehrlich. Ein bisschen übertrieben ist es schon. Und doch, ich liebe Bonn. Das spürte ich am stärksten in den Monaten meines Lebens, in denen ich nicht in Bonn gewohnt habe. Da bin ich manchmal einfach so nach Bonn gefahren um durch die Stadt zu schlendern, das Cafe Göttlich zu besuchen oder den Alten Zoll und den Blick auf den Rhein zu genießen... ach.. verdammt. Ich wollte doch über Endenich schreiben. Und jetzt ist der Text auch schon über der Normlänge für meine Durchschnittsleser. Sprich, es liest niemand mehr...
    Vielleicht folge ich deshalb dem Beispiel von Herrn Derix, und mach ne kleine Serie draus. 


    Donnerstag, August 15, 2013

    Games: political correctness vs. historical correctness ?

    Es schwelt ein Konflikt innerhalb der stärksten kulturschaffenden Industrie des Westens. Gemeint ist die Spieleindustrie, oder neudeutsch Gamesindustrie. Als Referenz auf diesen Konflikt sollte dieser Link hier ausreichen: http://karasugames.de/der-coh2-skandal-schwappt-auf-world-of-tanks-ueber/#sthash.llpi5YND.KNy4UOZy.dpbs

    Was steht da jetzt drin? Kurz zusammengefasst.
    In dem Artikel werden zwei unterschiedliche Spiele und die damit zusammenhängenden Debatten besprochen. Da beide Spiele sich thematisch mit dem Zweiten Weltkrieg auseinandersetzen, kann man durchaus diese Debatten als Teil eines einzigen Konfliktes verstehen. Dem Konflikt zwischen historisch korrekter Darstellung und dem gleichzeitigen Versuch politisch unkorrekte Inhalte aus den Spiele heraus zu halten. Nachdem Relic das Spiel Company of Heroes 2 veröffentlicht hatte, kam es zu einem Aufschrei russischer Spieler. Eine Petition mit derzeit 19.000 Zeichnern fordert das Verkaufsverbot von COH2 im Steam. Der Grund, die Darstellung der russischen Truppen, als auch die vermeintlich stärkere Wehrmacht im Multiplayer-Modus. Zur Darstellung der russischen Truppen kann ich selbst nichts sagen, da ich mir COH2 noch nicht gekauft habe. Soweit ich http://karasugames.de aber verstanden habe, handeln die russischen Truppen in der SinglePlayer-Kampagne aber wenig "ehrenhaft". Dem russischen Selbstbild vom großen vaterländischen Krieg dürfte das übel aufstoßen. Übel genug für einen russischen Satiriker bei YouTube 30 Minuten lang das Entwicklerteam mit Joseph Goebbels zu vergleichen und den SinglePlayer aufzuarbeiten. Schaut einfach selbst mal rein, es lohnt sich. Er zeigt auch wie das Bild der russischen Armee vermittelt wird.


    Der zweite Teil des oben verlinkten Artikels befasst sich mit World of Tanks, einem Spiel das von WarGaming, einer russischen Firma, entwickelt wird und eines der innovativsten russischen Spiele/Konzepte überhaupt ist. Hier geht es ebenfalls thematisch um den Zweiten Weltkrieg. Zumindest teilweise, denn es befasst sich mit den Panzern der Zeit um 1920 bis etwa 1960. Entsprechend des Szenarios gibt es für die einzelnen Panzer Symbole, Flaggen und Schriftzüge mit denen die Spieler "ihre" Panzer ausstaffieren können. Da man von Anfang an politisch korrekt bleiben wollte, gab es keine Hakenkreuze oder SS-Symbole für die deutschen Panzer. Soweit so gut, die russisch politisch korrekte Haltung umfasste allerdings nicht die Symbole des Stalinismus. Erst mit dem Release des Spiels in Europa und dem damit verbundenen Aufschrei von vor allem polnischen Spielern, wurden die Symbole entfernt. Scheinbar angeheizt durch die Debatte um COH2, beschloss WarGaming eine Wende. Und so werden die streitbaren Symbole ab der nächsten Version mit der bezeichnenden Versionsnummer 8.8 wieder eingeführt.

    Weiterführende Links:
    Debatte zu Company of Heroes 2 http://www.gamefront.com/company-of-heroes-2-russian/

    Es ist durchaus interessant zu sehen, wie stark politisiert die Spielebranche mittlerweile ist. Vor 10 Jahren waren es noch die Spieler die sich gegen die Politik(er) wehrten, weil aus ihrer Sicht die Darstellung von Hakenkreuzen in Spielen keine politische, sondern eine historische Aussage waren und man doch bitte die Politik aus den Spielen heraus halten solle. Heute streiten sich die Spieler untereinander über die verschiedenen Interpretation von Geschichte und Politik innerhalb der Spiele. Interessant dürfte es in Zukunft also bleiben. Die Spieleindustrie steht nämlich erst am Anfang Geschichte zu programmieren. Ob das für die Rezeption von Spielen in den Feuilletons besondere Beachtung findet, wird man sehen. Derzeit sind Redaktionen bei den meisten großen Zeitungen noch nicht mit Gamern aufgefüllt und das Thema hat einen entsprechend kleine Stellung. Aber eine aktuelle Statistik spricht von 80-90% Spielern im Alter zwischen 15 und 20 Jahren. Diese Generation wird Spiele immer als großen Bestandteil ihrer kulturellen Identität ansehen, entsprechend wird sich in der Medienwelt auch der Fokus auf Spiele verändern. Von der Anleitung zum Amoklauf werden Spiele bald zum kulturellen Werkzeug transformiert. Es wird propagandistische Spiele, aufklärerische Spiele und plakative Spiele geben. Je nach Intellekt wird sich für jeden etwas finden. Seien es nun AAA Games oder Indiegames, dieses Medium wird zweifellos die nächsten Jahrzehnte entscheidend prägen. Wie darin dann Geschichte rezipiert wird, wie Ideen verbreitet und/oder diffamiert werden wird sich zeigen. Der Sieger mag Geschichte schreiben, programmieren kann sie bald jeder.

    Mittwoch, August 07, 2013

    Wehret den Anfängen!

    Man hört immer wieder mal von Nazis aus Ungarn und ihrem Umgang mit Juden und Roma. Manchmal liest man es auch, so wie heute in der Süddeutschen Zeitung. Als ich jung war, wurde ich darauf getrimmt eben jenen Anfängen zu wehren. Damals sprach ein Bundespräsident, dessen Person gut und gerne die Vorlage für Django hätte sein können, zum 40. Jahrestag der deutschen Kapitulation am 08.Mai 1945. Wer sich das nochmal anhören will, oder es noch nie gehört hat, folge diesem Link: http://www.youtube.com/watch?v=twOsY-Zag7c

    Ich finde diese Rede äußerst inspirierend und auch heute noch sehr passend. Leider fehlt mir der Ansatz, etwas aktiv gegen die Strömungen des ausufernden Nationalismus zu tun. Ungarn ist innerhalb Europas sicherlich einer der extremen Fälle. Aber leider nicht das einzige Land in dem ein übertriebener Nationalismus zum Radikalen Völkerhass führt. Ein Blick in die dunklen Ecken YouTubes eröffnet einem die Perspektive auf ein internationales Geflecht von Menschen mit radikalen neonazionalsozialistischen Einstellungen. Noch sind es lediglich 2-15% pro Land. Das ist nicht viel. 1928 hatte die NSDAP 2,63% bei den Reichstagswahlen erreicht. Kein Grund sich also Sorgen zu machen, was soll schon aus Parteien werden, deren Vorsitzende mit bloßer Polemik und Rassenhass Wahlkampf machen? Die wird ja kein aufgeklärter Bürger wählen. Und das sind wir ja, oder? Aufgeklärt meine ich. Welche Verknüpfung haben die meisten in Deutschland mit "aufgeklärt sein"? Denken sie an Kant oder doch eher an Cunt und die Bienchen und Blümchen? Meiner Meinung nach zeigt der erneut wachsende Fremdenhass auch in Deutschland, vor allem durch die allgemein anerkannte Das-wird-man-wohl-noch-sagen-dürfen-These vom verschwenderisch faulen Griechen, wir schnell ein Volk die Werte aufzugeben bereit ist, die es ernährt und erzogen haben.

    Und was haben wir auf der anderen Seite? Ein Staat Die internationale Staatengemeinschaft deren zivil-militärischer Arm eine nahezu vollständige Überwachung der Völker aufbauen konnte, legitimiert durch den suggerierten Wunsch nach Sicherheit. Sicherheit vor dem Bösen schlechthin, der muslimischen Kofferbombe des Sitznachbarn im Zug. Dem verdächtig geparkten VW Transporter vor der Schule. Nicht zuletzt, auch aus Angst vor dem dunkelhäutigen Kriegsflüchtling aus Angola. Dessen Stammeszugehörigkeit zweifellos nicht zu dem Stamm gehört, mit dem wir so großartig zivilisierte Geschäfte machen. Und Geschäfte müssen wir machen, um unsere leidgeprüfte Volkswirtschaft am laufen zu halten. Wo ist der #Aufschrei? Ein paar Blogs im Internet die all das beklagen und sich vor einem neuen, "Reich" fürchten sind alles. Wie tief sind wir schon in einen Neo-Faschismus gerutscht wenn unsere Politiker oberlehrerhaft davon sprechen wir müssen uns um Verschlüsselung selbst kümmern? Weil wir ja wirklich nicht erwarten können, dass die Gestapo unsere Briefe nicht liest.
    Was ist mit Gustl Mollath? Er klärte Schwarzgeldaffären im großen Rahmen bei der HYPO-Vereinsbank auf und wurde zum Dank 7 Jahre in die Psychatrie eingesperrt. Welche Mittel hatte er sich zu wehren? 7 Jahre sind eine lange Zeit. Bist du bereit für eine gerechte Sache 7 Jahre ins Gefängnis zu gehen? Naja, besser als durch nen Drohnenangriff getötet zu werden, weil man "wahrscheinlich" ein Terrorist war. Die Präventivtötung wird aber weiterhin allgemein akzeptiert. Wen interessieren die Toten woanders schon?

    So, jetzt habe ich mich zusammenhanglos ausgekotzt. Normalerweise lösche ich diese Beiträge immer vor Veröffentlichung. Lesen tut das eh niemand. Und wenn doch? Nun, dann betrübt es doch eher, als das es nützt. So möge man mir verzeihen, vielleicht tröstet ja dieses Lied ein wenig...




    Samstag, August 03, 2013

    Ein Tag in Trier...

    Tierquäler bin ich sicherlich nicht, auch wenn mir das einige nun vorwerfen können. Denn ich war bei meiner Schwester in Trier und habe mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen, auf ein Pferd zu steigen. Das erste mal seit ich fünf war auf einem Pferd. Da kam mir schon etwas die Angst. Wird das Pferdchen unter mir zusammenbrechen? Deckt meine Haftpflicht das ab? Gut das Halflinger so tapfere Arbeitstiere sind, denn es ist nichts schlimmeres passiert. Ok, vorne links hat das Pferdchen einen Huf verloren, aber seien wir ehrlich, dass muss nicht unbedingt an mir liegen, oder? Trotz Regen war es wirklich fein, ich hätte nicht gedacht das Reiten wirklich Spaß machen kann. Verrückt. Aber nun genug von meinem Tiererlebnis,  es gibt noch mehr aus Trier zu berichten. Einerseits spielt der FC Köln gerade im DFB Pokal gegen Eintracht Trier. Ich durfte daher Zeuge sein, wie ein paar debile Trierer zwei FC Fans aus nem Lokal gezerrt haben und sie verprügelt haben. Eingreifen konnte ich nicht, da ich das ganze mit einem Fernglas von der Porta Nigra aus koordiniert gesehen habe. Zwanzig Minuten später standen die Trierer dann an einer Wand, umringt von Polizei und deren Hunden, für die war der Abend wohl gelaufen.
    Und jetzt, zu den wirklich wichtigen Tieren!

    Elefanten!







    Wer wissen will, warum in der Trierer Altstadt Elefanten rumstanden. Folge diesem Link: