Ariakans Blog

Donnerstag, September 05, 2013

Der Glaube und die Macht.

Es gibt diese Geschichten die man liest und denkt, "Das kann nicht sein!". Und dann recherchiert man ein bisschen und schon steckt man mitten in einem religiösen Kult auf einer Insel irgendwo im Pazifik. Für die faulen unter euch, der obige Link führt zu einem Spiegelartikel indem darüber berichtet wird, dass ein wütender Mob von 80 Männern einen Mann kastriert, mit Macheten verstümmelt und anschließend ermordet hat. Das besondere daran, der Mann nannte sich selbst Black Jesus und war Anführer einer Sekte die sich durch einen Personenkult um Steven Tari aka Black Jesus auszeichnete. Im März diesen Jahres war Steven Tari aus dem Gefängnis ausgebrochen, indem er 10 Jahre für die Vergewaltigung einiger Sektenmitglieder einsaß. Laut AFP-Interview mit dem Sektenführer, hat dieser mit nicht weniger als 400 minderjährigen Sex(gewaltsam) gehabt. Seiner Aussage nach, kämen die von ihm Vergewaltigten dadurch in den Himmel. Steven Tari studierte Theologie und brach das Studium ab einem gewissen Punkt ab um sich im Dschungel seinen eigenen Kult zu schaffen.
Bereits im Jahr 2007 hatten mutige Dorfbewohner den Mann gefangen genommen und der Polizei übergeben. Damals hatte er ungefähr 1000 Anhänger und wurde von schwer bewaffneten Sektenmitgliedern bewacht. Der neuste Fall von Selbstjustiz in Papua-Neuguinea scheint sich dem Problem nun endgültig entledigt zu haben. Bei weiterer Recherche fand ich heraus, dass es sich bei dem Sektenkult um eine Abwandlung des sog. Cargo-Kult handelt. Zitat Wiki dazu:

Der Kult hat seine Wurzeln in der Begegnung von Melanesiern und Europäern, die neuartiges und ‚wunderbares‘ Frachtgut (engl. cargo) in ehemals isolierte melanesische Kulturen brachten, und ist als Reaktion auf die teilweise radikalen sozialen Veränderungen durch Missionierungund Kolonialherrschaft zu betrachten. Beobachtet und dokumentiert wurde das Auftreten erstmals Ende des 19. Jahrhunderts. Besonders während und nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr dieses Phänomen eine starke Verbreitung in Neuguinea.
Bedingt durch die Vielfalt der Bewegungen und Erscheinungsformen hat sich kein einheitliches Bild herausgebildet. Oft handelt es sich um eine Mischung christlichen und nichtchristlichen Gedankengutes. Der Begriff Cargo-Kult ist demnach auch ein, im Nachhinein, verallgemeinernder Begriff und keine eigenständige Bewegung. Der Begriff Cargo-Kult wurde lange als typisch melanesisches Phänomen betrachtet. Neueren Forschungen zufolge kamen Cargo-Kulte jedoch schon zu früheren Zeiten und auch in Afrika, Europa, Nord- und Südamerika, China und Japan vor.[1]


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