Ariakans Blog

Montag, Januar 27, 2014

Religiös motivierte Propaganda am Beispiel der konstantinischen Wende

Dinge die ich niemals schrieb.
Der Titel des Beitrages steht symbolisch für meine nie verfasste Magisterarbeit. Mein Plan, die Rezeptionsgeschichte der sog. konstantinischen Wende ab 312 bis zur französischen Revolution zu untersuchen blieb eine Idee. Schade eigentlich, denn ich bin immer noch davon überzeugt, dass sich unter diesem, zugegebenermaßen holprigen, Arbeitstitel eine Möglichkeit findet, die gesamte Kirchengeschichte grundsätzlich neu zu beleuchten und damit letztlich auch in Frage zu stellen. Denn bereits während eines Seminars an der Uni Bonn und der sich anschließenden Hausarbeit, stieß ich auf ein Sammelsurium an zunächst verwirrende, später als Propaganda zu identifizierende Artikel und Aufsätze über die konstantinische Wende. Die Hinwendung des damaligen römischen Kaisers Konstantin zum Christentum wirkt weit bis in das frühe Mittelalter hinein und stellt einen essentiellen Bestandteil zur Identitätsstiftung des weströmischen Christentums dar. Allerdings, das Lied vom Scheitern in meinem Kopf hält sich penetrant. Dem Scheitern meiner Studien an der Uni Bonn und der deshalb nie geschriebenen Magisterarbeit.


Ich dachte ich könnte es erzwingen,.... tja. Im Schatten des humboldtschen Bildungsideal zu studieren, befreit den Studenten von der Gefahr und letztlich auch von der Angst zu scheitern, es sei denn man studiert in diesem Konzept mit der Prämisse in X-Semestern fertig sein zu müssen, weil dann das coole Bachelor/Master System eingeführt wird und die Magisterstudiengänge nicht mehr angeboten werden können/dürfen. An all die traurigen Bachelor/Master-Studenten die für ihre Recherche über Konstantin den Großen hier landen, hier eine winzige Definition des humboldtschen Bildungsideals zitiert aus der Wikipedia:

Das humboldtsche Bildungsideal entwickelte sich um die zwei Zentralbegriffe der bürgerlichen Aufklärung: den Begriff des autonomen Individuums und den Begriff des Weltbürgertums. Die Universität soll ein Ort sein, an dem autonome Individuen und Weltbürger hervorgebracht werden oder genauer gesagt, sich selbst hervorbringen.
  • Ein autonomes Individuum soll ein Individuum sein, das Selbstbestimmung und Mündigkeit durch seinen Vernunftgebrauch erlangt.
  • "Das Weltbürgertum ist jenes kollektive Band, das die autonomen Individuen, unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Sozialisation verbindet: Bei Humboldt heißt es: "Soviel Welt als möglich in die eigene Person zu verwandeln, ist im höheren Sinn des Wortes Leben". Das Bemühen soll darauf zielen, sich möglichst umfassend an der Welt abzuarbeiten und sich dadurch als Subjekt zu entfalten. Zum Weltbürger werden heißt, sich mit den großen Menschheitsfragen auseinanderzusetzen: sich um Frieden, Gerechtigkeit, um den Austausch der Kulturen, andere Geschlechterverhältnisse oder eine andere Beziehung zur Natur zu bemühen."[1] Die universitäre Bildung soll – ganz im Gegensatz zu dem, was heute proklamiert wird – keine berufsbezogene, sondern eine von wirtschaftlichen Interessen unabhängige Ausbildung sein.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Humboldtsches_Bildungsideal, 27.01.2014 18:00 Uhr

Traurig macht mich das. Denn die oben angegebenen Ziele sind meiner Ansicht nach grundsätzlich für jeden Menschen zu erreichen, sofern ihm die dafür notwendige Zeit zur Entfaltung gewährt wird. Zum Dank liefert dieses Bildungssystem einen Output an vernunftbegabten Menschen einerseits und, leider, einen gewissen Anteil an auswendig lernenden Schnellmagistern andererseits. Jetzt haben wir glücklicherweise ein Bildungssystem, dass nur noch auswendig lernende Prüfungsexperten liefert. Für die sog. Wirtschaft ist das sicherlich von Vorteil, denn nach dem Studium muss sich sowieso jeder einarbeiten und "auswendig lernen" bevor er produktiv arbeiten kann. Nunja... der Eintrag ist schon wieder zu lang um jetzt nochmal auf den guten Konstantin zu kommen. Das mache ich dann an anderer Stelle nochmal. 




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen