Ariakans Blog

Montag, März 31, 2014

Games: Rust I

Das ist nicht real! Immer wieder flüstere ich diesen Satz vor mich hin. Immer wieder zweifle ich daran, ob das wirklich sein kann. Aber beginnen wir von vorne.

Tag 1: Mitten in einer friedlich wirkenden Landschaft bin ich aufgewacht. Nackt, hungrig und orientierungslos streife ich durch die Landschaft. Was soll ich tun? Was ich über das Spiel Rust bisher wusste war nicht sonderlich viel. Nur, dass man mit einem Stein beginnt und sich in einer post apokalyptischen Welt befindet und man von Steinzeit-Niveau damit beginnt dieses riesige Sandbox Game zu erobern. Noobies sterben oft, war überall zu lesen... Naja, Sterben bin ich seit meinen Ausflügen in das dystopische Dark Souls ja mehr als gewohnt. Also machte ich mich auf und beschaffte mir zunächst mal etwas Holz und ein paar Steine im Wald. Dabei wich ich den Wölfen und Bären aus, die relativ teilnahmslos überall herumspazierten.  - Nein. Ich kann das nicht. Will nicht lügen. Die obige Szene klingt viel zu harmlos, in Wirklichkeit war mein erstes Erscheinen auf dem Server dadurch gekennzeichnet das ich gleich neben mir einen anderen Spieler sah, der ebenfalls nicht mehr als einen Stein in seinen Händen trug. Also erschlug der Kain den Abel. Ich gebe zu, ich war in diesem Fall Kain, aber Abel hat sich heftig gewehrt und danach im Chat geflamed... dann hab ich Holz und Steine gesammelt. Schließlich kam die Nacht, im gefüllten Crafting Menü fand ich den Punkt, "create Campfire" und das schien auch bitter nötig zu sein, denn mir wurde oberhalb der kleinen Healthbar angezeigt, dass ich friere. Also das Campfire klug plaziert und aufgewärmt. Die Wahl meine Rastplatzes war wirklich klug, denn man konnte den Schein durch die umliegenden Felsen nicht weit sehen. Anders als bei einem Nachbarn auf der anderen Talseite, dessen Feuer kilometerweit zu sehen war. Ähnlich weit waren auch die Schüsse zu hören, die von der anderen Talseite kurz vor morgen zu hören waren. Danach erlosch das Feuer und ich dachte bei mir, "Besser dich als mich."

Tag 2:
Eine Steinaxt hab ich mir gebaut, nackt bin ich immer noch. Und hungrig... Neben der Healthbar gibt es eine Anzeige für Hunger die stetig gegen Null wanderte. Also brauchte ich Nahrung, das erste was mir da im Wald begegnete war ein Wolf. "Zur Not esse ich auch Wölfe.", dachte ich. Nach einem Kampf mit dem Vieh der mich 60% meiner Lebenskraft kostete gewann ich die Oberhand und erschlug das Vieh mit dem Stein. Ich schlug immer weiter auf den Torso ein, bis plötzlich eine Meldung über Tierfett als Loot kam. Erst dann registrierte ich, dass das Tier schon tot war. Die Anspannung wich, aber was Essbares hatte ich immer noch nicht. Also irrte ich durch die Landschaft, dann sah ich einen Hirsch und jagte ihm nach. Schließlich verfing sich das dumme Tier an einem Holzverschlag den ein Spieler dort gebaut hatte und ich erlangte ein paar Fleischstücke, die in der Alpha von Rust noch mit "Chicken Breast" umschrieben waren. Mein Hunger war derweil so weit fortgeschritten, dass der Balken die Farbe zu rot gewechselt hatte. Also schnell zu meinem Lagerfeuer, Holz drauf geschmissen. Etwas Panik entsteht, denn ich weiß nicht wie ich das Feuer und das Fleisch zusammen benutzen muss. Na komm, was bei Gothic klappte, wird auch hier klappen. Esse ich das Fleisch eben roh. Gesagt, getan, Lebensmittelvergiftung. Kotzgeräusche, die Healthbar sinkt in den roten Bereich, aber der Hunger war etwas gestillt. Wer hat schon Hunger, wenn er sich die Seele aus dem Leib kotzt? Immer noch raffe ich nicht, wie das mit dem Grillen funktioniert. Noch ein Stück roh essen? Der Hunger sank dramatisch schnell ab... also gut, ich hab halt Hunger, da muss der Magen jetzt durch. Vielleicht war es nur das eine Stück, welches die Lebensmittelvergiftung ausgelöst hat. Denkste, das Kotzen wird nur noch schlimmer. Und so sterbe ich das erste mal, durch eine Kombination aus Hunger, Verzweiflung und rohem Hühnchenfleisch... Das Spiel endet mit dem freundlichen Hinweis,
"You idiot killed yourself." Ja, danke auch...

Wer sich meinen absurden Abenteuern anschließen will, ich bewege mich derzeit auf folgendem Server.



Falls jemand noch nicht so ganz verstanden hat, was ein Survival Spiel ist.. hier hat sich jemand der Sache äußerst professionell und authentisch angenommen.


Sonntag, März 30, 2014

Kommentar: Zur Wahl in der Türkei

Als am 18. Februar 1952 die Türkei der NATO beitrat, beschäftigte man sich beim Spiegel noch mit seriösem Journalismus. Und so konnte man am 05.03.1952 einen interessanten Artikel über die Sonderrolle der Türkei innerhalb der NATO lesen. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21317964.html
Der Artikel erläutert neben allgemeinen strategischen Vor- und Nachteilen des NATO-Beitritts der Türkei, auch die vertraglichen Feinheiten die die Türkei mit dem damaligen US Präsidenten Trueman schloss um den russischen Nachbarn auf der Krim nicht zu verärgern. Denn damals war die Türkei in einer schwierigen Lage und hätte einem russischen Überfall auf Anatolien nichts entgegensetzen können. Russland hätte die Türkei im Handstreich nehmen können, und so war der NATO-Betritt für die Türkei eine attraktive Option. Besonders wenn man sich vor Augen führt, dass die Türkei im Bündnisfall  nur eingeschränkt verpflichtet war, sich an die Seite der anderen NATO-Staaten zu stellen. Würde nur einer von beiden Kontinenten, Asien oder Europa, angegriffen, so hatte die Türkei das Recht, selbst zu entscheiden ob man der NATO zur Seite stand oder nicht. Damit wollte man Russland den defensiven Charakter des NATO-Beitritts glaubhaft machen. Andersherum, sollte die Türkei angegriffen werden, so wäre dies automatisch ein Bündnisfall und die NATO müsste mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Türkei vor feindlichen Aggressoren schützen. 

Was zu Anfang des Kalten Krieges noch Sinn zu machen schien, wirkt heute überholt.
Gerade im Hinblick auf die jüngsten Entwicklungen in der Türkei zeigt sich doch, dass die Regierung unter Erdogan nicht zögert mit dem Feuer zu spielen. So wurde durch die sozialen Medien verbreitet, dass Minister und Geheimdienstmitarbeiter, darunter der Chef des Geheimdienstes, darüber diskutiert haben, wie sie einen Krieg mit Syrien vom Zaun brechen könnten. Dabei sollte es so aussehen, als sei Syrien der Aggressor. Ein syrischer Angriff auf die Türkei hätte automatisch die NATO aktiviert. Erdogan hätte mittels des Konfliktes den Nationalismus in der Türkei beschwören können und den Krieg instrumentalisiert um seine nächste Wiederwahl zu sichern. Nebenbei hätte sich die Türkei in Nordsyrien festsetzen können und so die Grabstätte von Süleyman Shah wieder gänzlich in türkisches Gebiet integrieren können. Darüber hinaus erhielte man ein Faustpfand durch die kurdischen Gebiete in Nordsyrien, die sich derzeit mehr und mehr zu einem autonomen Gebiet entwickeln und damit erneut der Idee eines kurdischen Staates vortrieb leisten.

Darf sich die NATO für nationale Interessen eines seiner Mitglieder instrumentalisieren lassen? Sieht man sich die Vergangenheit an, so wurde vor allem Deutschland des Öfteren eingebunden um die Türkei mit Kampfjets(2. Goldkrieg/1. Irakkrieg) und/oder Patriot Systemen zu schützen. Syrien und Russland sind Verbündete. Darf einer türkischen Regierung die im Geheimen einen Krieg mit Syrien plant und vom Zaun brechen will, der volle Schutz der NATO gewährleistet werden, auch wenn die geopolitischen Folgen eine Eskalation des Konfliktes heraufbeschwören könnten die weit über die jüngsten Zwischenfälle auf Krim hinaus gehen? Die türkische Gesellschaft ist bereits gespalten und in seiner unnachahmlichen Art und Weise wird der Demagoge Erdogan es vermutlich erneut schaffen, bei der heutigen Wahl seine geopolitisch ungebildeten Wähler an die Urne zu bewegen und seine Macht zu zementieren. Wen soll die NATO schützen? Die Ukraine oder die Türkei? Sollte die Politik Erdogans nicht bald wieder in ruhigere Gewässer gelenkt werden, so könnte General E. C. Moeller mit seiner Aussage von 1952 rechtbehalten, „Die Mitgliedschaft der Türkei bedeutet eine hoffnungslose Verzettelung der NATO-Kräfte.“


Die Türkei wäre mit einem Krieg gegen Syrien auch alleine zurecht gekommen, schließlich hat die Türkei die zweit größte Truppenstärke in der NATO, nach der USA. Dabei sind die türkischen Truppen in einem allgemein Guten Zustand und verfügen über Einsatzerfahrung in den türkisch-irakischen Kurdengebieten. Überlastet wäre die NATO mit den zwei oben genannten Konflikten noch nicht, doch muss man sich die Frage stellen. Wenn so ein Gespräch in der Türkei abgehört werden kann. Welche anderen Geheimnisse wurden in türkischen Amtszimmern sonst noch abgehört? Hat die NATO sich mit der Türkei ein Land ins Bündnis geholt, das nach heutigem Stand als Sicherheitsleck gelten muss? Es gab diverse Theorien wer die Gespräche abgehört hat. Von NSA, über FSB hin zu internen Beamten die der Gülen-Bewegung nahestehen. Eines ist sicher, keine dieser Theorien lässt den Gedanken zu, dass Geheimnisse, seien sie nun militärisch oder zivil, bei einem Bündnispartner wie der Türkei gut aufgehoben sind. Diesen Schaden wird nicht nur die heutige Regierung in der Türkei zu verantworten haben. Auch die nachfolgenden Regierungen werden viel Vertrauensarbeit leisten müssen, um wieder als seriöser Partner anerkannt zu werden. 

Donnerstag, März 27, 2014

Kommentar: Ukraine und die Krim-Krise

Was man in letzter Zeit in Zeitungen und Online-Artikeln zum Thema Ukraine liest, lässt einen frösteln. Einerseits offenbart sich da wie unfähig der Journalismus 2.0 ist ein differenziertes Bild in seinen Artikeln zu zeigen, es wird höchst einseitig beschrieben das der Westen die Guten sind und die Russen die Bösen. Die Kritik an Russland, vor allem an Putin wird ja seit Jahren immer größer. Zugegeben, die Behandlung von ethnischen, sexuellen oder religiösen Randgruppen in Russland ist noch weit davon entfernt die westlichen Standards für tolerantes Zusammenleben zu erfüllen. Doch sollte man Äpfel nicht mit Katzen vergleichen. Genau das tut der gemeine Journalist heutzutage offenbar allzu gern. Die für viele heutige Journalisten anspruchsvollste Konklusion lautet deshalb. Weil Putin gegen Homosexuelle ist, muss sein Verhalten in der Ukraine als böse angesehen werden und ordentlich verdammt werden, "Oben Ohne"-Bilder inklusive.
Geopolitische Experten und Analysten werden in den Medien dann auch gerne verunglimpft und zum Schweigen genötigt. Als Beispiel dafür dient der Umgang mit den Thesen Peter Scholl-Latours und Helmut Schmidts, die beide die Position und Handlung Russlands nachvollziehbar finden und dem Westen Doppelmoral vorwerfen. Dem wäre nichts mehr hinzuzufügen, doch würde dann nicht erklärt, warum die Position Russlands für die beiden Herren so nachvollziehbar erscheint.

Die Krim ist russisch. Das klingt in den manchen Ohren vielleicht wie russische Propaganda, doch es ist eine Tatsache, dass die Mehrheit der Bevölkerung auf der Krim russisch ist. Das bedeutet russisch als Muttersprache hat, in Russland geboren wurde, russische Verwandte hat und die russische Kultur lebt. Warum ist das so? Nun, die Krim wurde 1954 anlässlich der 300 Jahr Feier des Vertrages von Perejaslaw von Chruschtschow an die Ukraine geschenkt. Mit diesem "Geschenk" war symbolisch die Vereinigung der beiden Nationalstaaten Russland und Ukraine gemeint. Mit der Feier gedachte man der russischen Hilfe an die Ukraine zur Abspaltung von der polnischen Vorherrschaft um 1630. Kalter Kaffee, aber eben nicht auf der Krim. Denn Chruschtschow Geschenk war natürlich im Rahmen der Sowjetunion lediglich eine symbolische Abgabe. Das haben auch alle immer so verstanden, so war die Krim nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine autonome Provinz in der Ukraine und die Menschen da haben nicht viel gemeinsam mit dem Rest der Ukraine. Überhaupt spricht die Bevölkerungsverteilung dagegen, dass es sich bei der Krim um ukrainisches Gebiet handelt. 58,5 % Russen, 24,4 % Ukrainer und 12,1 % Krimtataren, dabei ist beachtenswert, dass die Zahl der Krimtataren die einzige ist, die sich signifikant nach oben entwickelt. Die Zahlen für russische und ukrainische Ethnien sind seit Jahren rückläufig. So ist auch die Reaktion der Türkei auf die Besetzung der Krim durch Russland eher verhalten. Die kulturellen Beziehungen zwischen den Krimtataren und den Türken auf der anderen Seite des Schwarzen Meeres sind eng. Die Türkei würde die Rechte der Krimtataren nicht durch russische oder ukrainische Interessen verletzen lassen ohne dies massiv zu verurteilen. Da sich die Türkei aber relativ ruhig in diesem Konflikt zwischen Europa, den USA und der Ukraine einerseits und Russland andererseits verhält zeigt doch, dass die Situation auf der Krim durch die russische Machtübernahme nicht schädlicher für die Krim ist, als es der vorherige autonome Status war. Gerade die Krimtataren sollte man deshalb als Maßstab nehmen, an dem man die neue Regierung auf der Krim messen kann. An ihr kann man erkennen, wie sich die Situation auf der Krim entwickelt.

Warum eilte Russland so voran? Der russischen Führung wird ein Bruch des Völkerrechts vorgeworfen, weil sie Truppen auf die Krim verlegte und zentrale Punkte der Krim besetzte. Die Situation in der sich Russland auf der Krim befindet ist allerdings deutlich komplexer, als beispielsweise die Besetzung des Kosovo durch die NATO. Zum Einen gibt es einige große Militärstützpunkte Russlands auf der Ukraine, die noch aus der Zeit der Sowjetunion stammen. Weiterhin hat die Krim den einzigen nennenswerten Hafen Russlands am Schwarzen Meer, hier liegt die russische Schwarzmeerflotte vor Anker. Mit der Ukraine hatte Russland einen Vertrag bis 2044 über die Nutzung des Hafens beschlossen, im Tausch für billiges Erdgas. Sicherlich hat Russland seine Rohstoffmacht dazu benutzt den Vertrag möglichst lange festzuschreiben. Doch scheint das Abkommen eine Win-Win Situation für beide Staaten gewesen zu sein und sie hat den andauernden Gas-Konflikt zwischen beiden Ländern beigelegt. Das erklärt noch nicht die Eile Russlands bei der Besetzung der Krim und der Durchführung eines durchaus fragwürdigen Referendums. Die Wichtigkeit der Krim für Russland sollte aber deutlich geworden sein. Die Eile begründet sich in zwei weiteren Faktoren. Einerseits bat Janukowitsch Russland um militärische Hilfe gegen den Staatsstreich, der ihn zur Flucht nach Russland zwang. Andererseits wurde schnell klar, der Westen würde die neue "Übergangsregierung" bzw. "Revolutionsregierung" anerkennen. Darüber hinaus forderten Teile der neuen ukrainischen Regierung dazu auf, die Verträge über die Krim mit Russland zu kündigen und alle Russen aus der Ukraine zu werfen. Das hätte im Fall der Krim bedeutet, dass sich Russland mindestens mit 1,1 mio russischen Flüchtlingen hätte befassen müssen. Die russische Bevölkerung im Osten der Ukraine noch nicht mitgerechnet. Das sind die Gründe warum Russland schnell und gezielt die Krim annektiert hat. Ein Massenexodus wäre für alle Beteiligten deutlich schlechter gewesen. Und die Aussagen der neuen ukrainischen Regierung waren durch die viel zu schnelle Anerkennung des Westens glaubhaft genug, so dass sich Russland zum Handeln gezwungen sah. Ob diese Handlung nun völkerrechtlich gesehen, eine Verletzung desselben war, steht und fällt mit der Anerkennung der neuen Regierung bzw. mit der Absprechung der alten Regierung unter Janukowitsch. Putin wird die Bitte Janukowitschs um militärische Hilfe jedenfalls so auslegen können, dass aus seiner Perspektive das Völkerrecht nicht verletzt wurde. Die Krim, ein beliebtes Urlaubsziel für Russen aus ganz Russland wieder zurück zu holen, bringt ihm ganz nebenbei jede Menge Zuspruch in der eigenen Bevölkerung. Ein Faktor der dazu führen wird, dass Russland und Putin noch enger zusammen gewachsen sind und auf lange Sicht kein Wechseln an Spitze Russlands abzusehen ist.

Die Fehler Europas schaden allen. Den Europäern möchte man manchmal gerne den Mund mit Seife auswaschen. Keine andere Staatengemeinschaft ist so eng ineinander verwachsen und hatte gleichzeitig so viele fürchterliche Kriege untereinander. Da sollte man doch meinen, es wäre ein fruchtbares Gebiet um Experten der Macht- und Geopolitik hervorzubringen. Doch das Gegenteil scheint der Fall. Die USA drängen zur NATO-Osterweiterung und setzen damit Russland unter Druck und schüren neue Ängste in Russland und seinen Anrainerstaaten. Der Drang zur Expansion wird dann von Europa auch völlig unreflektiert übernommen und eigenständig vorangetrieben. Man braucht schließlich öffentlich zeigbare Erfolge und da wäre ein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine perfekt. Man würde die Ukraine eng an Europa binden, mittelfristig die Ukraine vielleicht sogar in die EU aufnehmen. Doch die Europäer sind offenkundig unfähig dazu, ihre eigene Osterweiterung mit Russland zu koordinieren. Unfähig auch mit Russland VISA-Abkommen zu schließen, oder die Zollfragen im Falle eines ukrainischen Assoziierungsabkommens zu klären. Weil man sich in der Rolle des Starken sieht, nicht mehr zu kommunizieren ist dumm. Und die Krim ist der Beweis dafür. Man hätte sicherlich mit Russland darüber reden können, das Referendum auf der Krim ordentlich durchzuführen. Das Ergebnis pro Russland stand ohnehin aufgrund der Bevölkerungsverteilung fest. Aber was amerikanischen Interessen zugegen läuft, und das tut die Schwarzmeerflotte Russlands, ist automatisch auch gegen das europäische Interesse. Das einzige zaghafte Zeichen europäischer Emanzipation von den USA scheint Bundeskanzlerin Merkel gerade zu zeigen, indem sie von strengeren Sanktionen gegen Russland, wie die USA sie gerne hätten, absieht.

In Amerika gibt es nur Patrioten. Das zeigte sich gestern in einer Talkrunde auf Phönix wieder einmal sehr schön. Frau Dr. Melinda Crane von der Deutschen Welle bewies das mit Forderungen nach schärferen Sanktionen gegen Putin und der mehrfachen Wiederholung von amerikanischen Forderungen nach einem Wandel in der europäischen Energiepolitik. Statt russischem Erdgas, solle sich Europa auf das Fracking zur Förderung von Schiefergas stützen und weiterhin im Rahmen der geplanten Freihandelszone zwischen den USA und Europa auf das durch Fracking gewonnen Gas aus den USA zurückgreifen. Nebenbei sei erwähnt, das durch Fracking gewonnene Gas nennt sich in den USA "Natural Gas" und ist eine der umweltschädlichsten Methoden der Rohstoffgewinnung überhaupt. Selbst in Rumänien hat sich die Zivilgesellschaft entschlossen gegen die Förderung ausgesprochen. Aber für die Hammerköpfe aus den USA ist Schiefergas der Nagel im russischen Sarg. Am Ende wird Europa die Annexion der Krim akzeptieren müssen, man wird von der Natur teuer erkauftes Gas statt russischem Erdgas verwenden und die Annäherung an Russland ist auf Jahre verzögert. Den Schaden trägt Europa selbst, durch höhere Abhängigkeit von amerikanischen Rohstoffen, einer erneuten Distanzierung zu Russland, welche in erster Linie den USA nützt. Und nicht zu vergessen, der Schaden für die russische Zivilgesellschaft, die sich Dank der starrköpfigen Europäer nun sicher weitere 15 Jahre mit Putin herumärgern muss. Der Demokratiebewegung in der Ukraine wird all das vermutlich auch nicht zum besten gereichen. Denn Frauen wie Timoschenko gehören eher in eine Psychiatrie als in die ukrainische Politik. Zitiert man sie doch in den Medien gerne mit den Worten, "Man sollte sie[gemeint sind die 8 Millionen Russen die in der Ukraine leben] mit Nuklearwaffen beschießen." Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article126152549/Bin-bereit-dem-Bastard-in-den-Kopf-zu-schiessen.html

Es bleibt nur zu hoffen, dass Putin mehr Verstand hat als die vom Westen hofierte Timoschenko, der offenbar die Schmerzmittel im Krankenhaus etwas den Kopf vernebelt haben.

Weitere Provokationen Russlands? Die heutige Meldungen lesen sich erneut dramatisch. Russland zieht 30.000 Mann an der ukrainischen Ostgrenze zusammen, die NATO will ihre Militärpräsenz in Osteuropa verstärken. Aufrüsten! Die Situation spannt sich weiter an, es bleibt nur zu hoffen das beide Parteien miteinander reden und die Nationalisten in der Ukraine nicht im Mai durch die Wahl an die Macht kommen, denn dann wird es sicherlich einen Einmarsch Russlands in die Ukraine geben. Bis zur Wahl, wäre ein Einmarsch in den Osten der Ukraine für Russland nur schädlich, denn die ost-ukrainische Bevölkerung wird auch zur Wahl gehen. Sie war es, die Janukowitsch wählte, sie ist es die russische als Muttesprache spricht und sie ist es die Putin zu schützen gedenkt, wenn es in Kiew tatsächlich zu einer Wahl der Nationalisten kommen sollte. Die letzten Aussagen Timoschenkos betrachtend, kann man diese Person zu den Nationalisten dazu rechnen.






Montag, März 24, 2014

Wenn Kinder nicht auf ihre Eltern aufpassen....

Gut das es in Deutschland für jeden Mist eine Vorschrift gibt. Vor allem wenn es um dieses #neuland geht. Da sollen doch jetzt ernsthaft Blogger einen elektronischen Jugendschutz auf ihre Blogs einbauen... verfickte scheiße darf ich dann nur noch schreiben, wenn meine Leser ein Mindestalter haben. Wie hoch das genau ist weiß ich nicht, aber was ist eigentlich schief gelaufen in dieser Welt? Ich sags euch, irgendwelche Kinder haben nicht aufgepasst und ihren dummen Eltern das Internet gezeigt. War ja klar, dass die Alten dann ausrasten und völlig hirnverbrannte Ideen entwickeln. #neuland ,Twittersperren, #NSA und was auch immer.... also liebe Kinder, passt auf. Das ist wichtig! Lasst eure Eltern besser nicht ins Internet und erzählt ihnen nicht davon.... für die ist das #neuland


Liberté, Égalité, Fraternité & Nec pluribus impar

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und auch nicht mehreren unterlegen. Der Wahlspruch der französischen Revolution und der Wahlspruch des französischen Sonnenkönigs, welcher auch heute noch vom 1. Kavallerieregiment der Fremdenlegion verwendet wird, wären ausreichend um mein durch die Schule erschaffenes Frankreichbild zu beschreiben. Was die Antifa für Deutschland ist, war in meinem Kopf Frankreich für die Welt. Der Kampf gegen Unterdrückung, Faschismus und die Liebe zum Sozialismus zeichneten jahrelang Frankreich für mich aus. Auch im Kalten Krieg konnte man sich auf Frankreichs "Sonderrolle" in der Welt verlassen. Als Beispiel dafür mag der damalige Austritt aus der NATO dienen oder die Maßnahme, religiöse Symbole in Schulen zu verbieten[In Deutschland mit dem Begriff "Kopftuchdebatte" stark reduziert dargestellt]. Laut Emma ein Erfolg: http://www.emma.de/artikel/frankreich-das-kopftuch-verbot-ist-ein-erfolg-264093

Nunja, so war Frankreich. Ein Volk das seine 5 Republiken und deren Werte immer enthusiastisch verteidigt hat. Ein Volk, dass sich auch nicht zu schade war seine Soldaten in den Dreck zu schicken um Völkermord zu verhindern. Ein Volk, dass mittlerweile so von wirtschaftlichen Ängsten getrieben ist, dass all diese Werte keine Bedeutung mehr haben und Frankreich mehr und mehr nach rechts kippt. Das Ergebnis der Kommunalwahl am Wochenende dürfte ja jedem Leser bekannt sein, die Front National bekam erneut starke Ergebnisse und wächst allmählich zu einer echten dritten Partei in Frankreich heran. Zeit sich mal anzusehen, was die FN eigentlich fordert.

Gemäß Wikipedia sind dies die allgemeinen Forderungen des FN:

Austritt aus Kooperationen mit der NATO, der EU, der gemeinsamen europäischen Währung, Beendigung des Schengener Abkommens. Natürlich die typisch rechten Melodien,

- Gegen Globalisierung, pro Protektionismus
- Franzosen zuerst!
- Zuwanderungsstopp und Rückführung von Migranten
- Kampf gegen die "Islamisierung"
- Verstaatlichung von Banken, Eingrenzung ihrer Macht...
- Abtreibungsverbot
- Förderung nationalistisch traditioneller Kunst

Typisch nationalsozialistisch eben. Unter Marine Le Pen kam es aber zumindest nach außen hin, zu einer Abkehr vom Rassismus und Antisemitismus. Der FN distanziert sich deshalb auch deutlich von der NPD und beendete die Koorperation mit ihr. Laut Aussage Marine Le Pens sehe man den FN eher in der gleichen Strömung wie die deutsche AfD (Alternative für Deutschland). Eurokritik ist schick! Doch können beide Parteien ihren Vater nicht leugnen.


Was kann die Politik der nicht ewig gestrigen dem entgegen setzen? Nichts! - Nein! - Doch! - Ooh!
Warum kann linke Politik den ewig gestrigen nichts mehr entgegen setzen? Nun, ganz einfach. Es leidet derzeit in Europa kaum jemand unter Faschismus, Rassismus oder Diskrimierung der auch berechtigt wäre eine europäische Regierung zu wählen. So sind die einzigen Wähler die Biodeutschen, Biofranzosen und eben der Promilleanteil derjenigen, die man gerne mit "mit Migrationshintergrund" beschreibt. Solche Wähler interessieren sich nicht für die Implikationen die ein lascher Umgang mit rechtem Gedankengut mit sich bringt. Und in der bürgerlichen Mitte ist man sich schon lange einig, Sozialismus und die ihm nahe stehenden Parteien bringen nichts. Kritik an Hollande, die Schwäche der SPD in Deutschland und anderen Ländern sind zeichen dafür, dass eine links orientierte Politik nicht die notwendigen Maßnahmen treffen kann, um das Volk von sich zu übereugen. Das mag einerseits daran liegen, dass sich die Parteien Mitte-Links an der Realpolitik orientieren und eben nicht jede sozialistische Idee umsetzen können. Andererseits gibt es auch eine starke Lobby von Wirtschaftsvertretern die jeder Politik die ihnen zu "links" erscheint, mit Sanktionen einen Riegel vorschieben. Da drohen Banken den Unternehmen die linke Politik unterstützen mit Kreditsperren, da drohen Unternehmen den Politikern mit Entlassungen und Medienkonzerne verbreiten tapfer die Loblieder auf den neoliberalen Kapitalfaschismus. Und so ist auch in diesem Jahrhundert das Motto, "Ohne Moos, nix los." das gesellschaftliche Leitbild an dem sich alles orientiert.
Nun könnte man meinen, die politische Jugend wird das schon irgendwann wegrevolutionieren. Aber dies könnte ein Traum bleiben. Denn alleine der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist schon zu groß, als dass sich diese beiden Gruppen auf ein Programm einigen könnten großen gesellschaftliche Wandel herbeizuführen. Die einen kämpfen für eine Quote in den Konzernen, die anderen gegen genau diese Konzerne. Wieder andere für nachhaltige Landwirtschaft während es ebenso Strömungen gibt, die ganz gegen den Konsum von Fleisch sind. Und so wird, zumindest die kommenden 50 Jahre, das Glück der Gesellschaft weiterhin in den Händen derer liegen, die die Masse zur Wahlurne treiben kann. Das geht, ähnlich bei Schafherden, immer noch am besten mit lauten Hunden. Denn jeder weiß, laute Hunde verkörpern die Angst vor den Wölfen am besten. Schade nur, dass die meisten Wölfe gelernt haben zu bellen.














Freitag, März 21, 2014

fully empathized

Ein Großteil meines Lebens wird durch den Konflikt zwischen Digital und Analog geprägt. Der Kampf zwischen Realität und Virturealität um die Bedeutung für das Sein als solches. Spätestens seit Matrix, kann sich niemand mehr davor verschließen, dass alles was wir sehen, riechen, tasten, schmecken oder hören eine Täuschung sein könnte. Eine der ältesten Ideen der Menschheit geht Hand in Hand mit einer der ältesten Erfahrungen der Menschheit, die Täuschung. Ob nun erlebt, geschaffen oder undurchschaubar, die Menschen jagen seit ihrer Existenz nach dem was real ist. Fast verzweifelt suchen die Menschen nach dem Sinn in den Dingen, dem Sinn in ihrem Leben, dem guten Leben. Jeder Schritt den sie dabei gehen, jede Leidenschaft die sie annehmen bringt sie dabei scheinbar ihrem Ziel näher. Dem Ziel ihrer Existenz einen Sinn zu geben, der über den trivialen Sinn des bloßen Seins hinaus geht. So legen einige viel Wert auf Kultur, gebildete Konversationen und setzen alles daran möglichst oft und viel das "Neue" zu finden, da sie offenkundig im "Alten" keinerlei Sinn sehen, bzw. ihn nicht darin erkannt haben. Diese Seelen werden nie ruhen, sie werden immer weiter suchen, und suchen, und suchen... Was hat das nun mit digital vs. analog zu tun? Nun, bei der Suche nach dem Sinn, kommen öfter mal Menschen an meinem Platz vorbei, verweilen mehr oder weniger lange und "müssen dann weiter"... Mit traurigen Augen schauen sie sich mein Leben an und meinen, "Das ist doch kein Leben. Ständig in einen Bildschirm zu schauen. Das Leben ist da draußen, in der echten Welt." Echte Welt! .. Was ist die Echte Welt? Aus Descartes'scher Perspektive scheint mir die echte Welt nichts anderes zu sein, als eine riesige Anhäufung von Impressionen auf meine Seele. Da weiß man ja nichtmal, ob es noch andere Seelen gibt...

Naja... Digital... das lieb ich mehr! ... Denn das digitale lässt sich manipulieren, steuern und beeinflussen. Im Digitalen bin ich der Gott, im Analogen bin ich lediglich das Produkt der analogen Schöpfung, göttlich oder nicht, Kontrolle habe ich keine. Für mich ist es jedenfalls logisch, die Suche nach dem Sinn im Digitalen voran zu treiben, anstatt sich im chaotisch Analogen unnötig lange aufzuhalten...

Montag, März 10, 2014

Bio-Gentechnik

Heute las ich bei Facebook einen Werbespot von Demeter, "Wir arbeiten ohne Gentechnik". Irgendwie ist das absurd. Denn Gentechnik ist doch nicht per se etwas böses, oder? Wenn ich Bioprodukte kaufe und bewerbe, dann geht es mir dabei in erster Linie darum das,

A: Die Herstellung des Produktes nachhaltig, sozial,- und umweltverträglich erfolgt. Ob da nun Genmais oder Feldsalat angebaut wird, spielt keine Rolle.

B: Die Herstellung der Produkte ohne den Einsatz von Chemikalien erfolgt die entweder die Umwelt oder den Konsumenten schädigen, oder auch einfach noch nicht auf ihre Wirkung getestet wurden. Beispielsweise halte ich den Einsatz von Kalk an bestimmten Pflanzen für durchaus sinnvoll und vertretbar.

C: Das Produkt am Ende nicht in einer Plastikverpackung im Supermarkt landet und der Transportweg auch nicht die Länge einer 8h Fahrt überschritten hat. Ja, ich weiß, BIO-Produkte aus Spanien gibt es deshalb für mich nicht.

Sicherlich ist das was Monsanto aller Orten versucht schändlich. Durch "Genpatente" und agressives Marketing und einer noch aggressiveren Verbreitung der eigenen Produkte, die eigene Markstellung zu verbessern und dabei ganze Existenzen und Lebensweisen zu vernichten ist abartig. Und sofern es mir möglich ist, werde ich Monsanto an allen Fronten bekämpfen. Das ist aber noch lange kein Argument gegen Gentechnik. Denn die Gentechnik kann der Menschheit und auch der Natur viele positive Dinge ermöglichen. So wäre eine effiziente Nutzung der Ackerböden auf Dauer auch die Chance, eben diese Ackerböden flächenmäßig zu reduzieren und damit der Natur wieder mehr Raum zu geben. Nachhaltig gedacht, wäre damit unter Umständen sogar eine Vielfelderwirtschaft denkbar, die auch den Einsatz von Düngemittel deutlich reduzieren würde. Ein Faktor der bei Bio-Produkten auch gerne mal völlig ignoriert wird. Deshalb ist meine Meinung zur Gentechnik nicht so negativ, wie die der meisten Ökopolitischkorrektennachaltigkeitspredigern. Natürlich gibt es Gefahren bei der Gentechnik, die will ich nicht kleinreden. So wäre eine genetisch veränderte Wespe in der Lage gefährlich auf das Ökosystem einzuwirken, auch eine 100% resistente Pflanze könnte riesige Schäden anrichten und ganze Ökosystem verändern. Dennoch scheint mir der Gedanke, dass wir als Menschheit nicht in der Lage wären eine genetisch veränderte Spezies auszurotten absurd. Die genetisch nicht veränderten Spezies die wir bisher ausgerottet haben werden mir da recht geben... Warum investiert Deutschland als ein Land das von Agrarimporten abhängig ist, also nicht in nachhaltige Gentechnik und treibt somit die Entwicklung zu einer neuen nachhaltigeren Landwirtschaft voran? Schaut man sich beispielsweise die Forschungsgruppen am Max Planck Institut für Pflanzenzüchtungsforschung an, so fehlen da doch noch einige Themen. https://www.mpipz.mpg.de/11234/groups



Es muss ja nicht unbedingt eine abhängig machende Pflanze aller Tomacco dabei herauskommen, aber eine Erdbeere von der Größe eines Blumenkohls für die eigene Züchtung auf dem Balkon wäre eine außerordentlich erfolgreiches Produkt. Man denke nur an die neuen Möglichkeiten für die Küche! Mit Milchreis gefüllte Erdbeeren oder auch ein Erdbeercarpaccio als Vorspeiße in Restaurants für Vegetarier. Schon alleine durch die Größe der Erdbeere, wäre es nicht möglich dass sie sich über die Kulturlandschaften hinaus ausdehnt, da die Pflanze bei dieser Größe eine enorme Menge an Wasser benötigt und in freie Natur kaum Bedingungen dafür finden würde.
Eine weitere revolutionäre Verbesserung wäre eine Miniknoblauch. die lediglich aus drei bis 6 einzelnen Knoblauchzehen besteht. Welcher Singlehaushalt kennt nicht das Problem, dass einem die Knoblauchzehen vertrocknen, weil man nicht jeden Tag von dem Supergewürz Gebrauch macht.

Im Nachgang zu diesem Blogbeitrag, stellte der Autor fasziniert fest, dass es bereits Erdbeercarpaccio gibt. Hier der Link: http://www.chefkoch.de/rezepte/602311159969280/Erdbeer-Carpaccio.html


Freitag, März 07, 2014

Bitte um Verzeihung.

Seit Jahren plagt mich die eigene Spiritualität. Irgendwie christlich geprägt, also andere Wange hinhalten, Toleranz üben und Gewalt vermeiden. Mir fällt es jedenfalls schwer einfach loszuziehen und nem anderen Menschen meine haarige Faust ins Gesicht zu schlagen. Auf der anderen Seite ist genau das ein innerer Wunsch, vor allem wenn mal wieder so debile Menschen wie Sibylle Lewitscharoff in der Öffentlichkeit erscheinen. Sicher, ich kenne sie nicht, habe nie ein Buch von ihr gelesen und ich habe auch nicht vor das irgendwann mal zu tun. Um mich mit ihren Thesen differenziert auseinander zu setzen würde ich höchsten ihr Buch als Toilettenpapier während einer Zombieapokalypse verwenden. Den Fehler mich ernsthaft mit Spinnern auseinanderzusetzen, habe ich das letzte mal bei Thilo Sarrazin gemacht und es wird mir nicht noch einmal passieren. Denn, da bitte ich Sie um Verzeihung, Dummheit bleibt Dummheit, auch wenn man sich mit wissenschaftlicher Methodik mit ihr auseinandersetzt. Das tragische an der Dummheit von Thilo und Sibylle ist dabei, dass sie keine dummen Menschen per se sind. Vielleicht gibt es per se gar keine dummen Menschen, abgesehen von mir vielleicht. Und dann ist es so, dass diese inselbegabten Affen eben doch in der Lage sind, Bücher zu schreiben die bis hinauf in den Tempel der Großmedien ihre krank machende und Menschen verachtende Strahlung herausspeien. Laut Thilo gibt es ethnische Gruppe die Dümmer sind als andere, laut Sibylle gibt es Gruppen die gar Halbwesen sind, weil sie "künstlich" gezeugt wurden. Wie jeder halbwegs gebildete Kreationist weiß, sind Halbwesen fast so schlimm wie Homosexuelle. Das sind ja auch nur halbe Paare, X X oder Y Y, aber eben nicht X Y, wie sich das so gehört.
Und jeden Monat muss man einen neuen Halbaffen ertragen, jeden Monat kommt ein neuer Thilo oder eine neue Sibylle durch dieses Internet gepestet und verdirbt mir mein Menschen-, bzw. Gesellschaftsbild. Dann schreie ich innerlich nach Platon und seinem Staat, in dem alles nicht tugendhafte per se verboten ist. McDonalds, Industriezucker und die Bücher von Thilo und Sibylle. Das weitet sich dann bis zu einer echten Existenzdepression aus, die ich nur mit Industriezucker, McDonalds und Rage Against the Machine wieder halbwegs beruhigen kann. Das klappt natürlich auch nur ab und an, weil die verfickte GEMA regelmäßig meine liebsten Videos sperrt und ich neue liebste Videos suchen muss. Als wäre dieser Verein einzig dafür da, um mich bei YouTube zu beobachten und meine Favoriten zu sperren. Verzeihen sie, mir sind Musiker die in Armut sterben, weil ihnen YouTube die CD-Verkäufe stiehlt, egal. Mir sind sowieso die meisten Menschen egal, wenn ich mich im "Fuck u Thilosibylle!"-Modus befinde. Und dann ist da wieder diese elende innere Ausgeglichenheit, die mir sagt.. he... bleib mal locker, das ist nicht dein Problem. Die sind halt so und haben auch ein Recht auf ihre Meinung... dann beherrsche ich mich,



Einige werden sagen, warum regt er sich so auf? Weil mir die Thilos und Sibylles in meinem Traum schwer zusetzen. Dem Traum irgendwann die NAZI-Zeit hinter uns zu lassen und uns als Gesellschaft auf eine höhere Kulturstufe zu begeben. Eine Stufe die ein vernünftiges und nachhaltiges Leben für alle sicherstellen kann, ohne diese herablassende Diskriminierung. Der Gedanke mag dumm klingen, ich weiß. Also verzeihen Sie mir, meine eigene Dummheit.

Donnerstag, März 06, 2014

MashUp: Game of Thrones with True Detective

Bevor ihr euch das geniale Video anseht, hier eine Spoilerwarnung:

Gespoilt wird das Finale der 3. Staffel von GoT und die 7. Folge der 1. Staffel von True Detective.
[SPOILER]


Viel Spaß...

Mittwoch, März 05, 2014

Pen&Paper: Der Preis der Magie...

Wer mich kennt weiß dass ich gelegentlich Rollenspiele auch Offline mit Papier und Stift spiele. Besser gesagt, ich werde von Freunden dazu gezwungen das Spiel zu leiten. Es steht mir also nicht frei, mit meinem Charakter dem Spielleiter den Tag zu versauen. Im Gegenteil, ich bin der Spielleiter und die Spieler versuchen mir den Tag zu versauen. Seit nunmehr fast 10 Jahren nötigen mich meine Freunde dazu, sie in eine Welt der Magie, des Verrats und der Hoffnungslosigkeit zu entführen. Ihnen Geschichten zu erzählen, dessen Ende oftmals weniger von meiner Planung als von der Planlosigkeit der Spieler abhängt. Das soll jetzt nicht heißen meine Spieler seien dumm, im Gegenteil. Nahezu alles Akademiker, die jeden zu einfach gestrickten Plot durchschauen und dann prompt zur Lösung desselbigen voranschreiten. Wie gerne würde ich mich nochmal zurücklehnen und mich als Spieler berieseln lassen, Fragen stellen die den Spielleiter ins Schwitzen bringen oder einfach nur Brandschatzend durch die Lande ziehen, ohne mich um die Konsequenzen zu scheren... aber als Spielleiter darf man so etwas nicht tun. Also bin ich am kommenden Samstag wieder genötigt mich zu bändigen. Meine Aufgabe, den Spielern einen Raum zu schaffen indem sie ihre inneren Wünsche ausleben, erleben und teilen können. Ihnen eine Geschichte zu präsentieren, ihnen etwas zu geben dass sie entdecken, erschließen und erleben können. Die Spieler vor schwierige Aufgaben zu stellen, deren Lösung nur im Kontext all ihrer Fähigkeiten zu erreichen ist. Gleichzeitig muss ich aber auch die Sorge tragen, dass sie nicht unnötig schnell versterben oder an der Lösung des Problems scheitern und der Plot nicht mehr vorangetrieben wird.
Glücklicherweise gibt es da ein paar simple Strategien um all dies zu erreichen, die wohl beliebteste ist die parallele Ereignisachse.

Die Story-Line der Spieler ist in diesem Fall die Ereignisachse A.
Die notwendigen Hilfen für die Spieler befinden sich auf Ereignisachse B.

Nun denkt man sich simple bis komplexe Aufgaben aus und präsentiert die auf Ereignisachse A gelegenen Situationen den Spielern. Gleichzeitig denkt man sich Lösungen, Konsequenzen und Alternativen für das entsprechende Problem auf Ereignisachse B aus. Wenn nun die Spieler im Schatten der Aufgaben verzweifeln, dreht man alle paar Minuten die Zeitachse B etwas weiter, bis dann irgendwann ein Ereignis die Spieler zur Lösung zwingt oder aber das Problem sich wandelt und den Spielern ein anderes Problem zeigt. Nachfolgend ein triviales Beispiel zur Veranschaulichung. Ereignisachse A ist grün, Ereignisachse B ist blau. Das grundsätzliche Ziel für die Gruppe ist es, eine Wüste zu durchqueren.


Um es der Gruppe nicht zu leicht und nicht zu schwer zu machen, kann man sich Bedingungen einfallen lassen, die die Gruppe erfüllen muss um bestimmte Ereignisse zu triggern. Fragt beispielsweise ein Spieler nach, ob es möglich ist aus Kakteen Flüssigkeit zu gewinnen, so könnte dies eine gewisse Chance für die Wasserversorgung durch Kakteen erzeugen oder das Erscheinen von Eingeborenen die diese Technik beherrschen triggern. Das schöne an diesem Konzept ist, dass man selbst als Spielleiter nicht genau weiß wie die Gruppe ihr Ziel erreicht. Wenn man dabei etwas flexibel bleibt und sich nicht allzu sehr auf vorgefertigte Ereignisse festlegt, kann man während des Spielverlaufs immer wieder neue Ereignisse dazu erfinden, die das Spiel äußerst dynamisch werden lassen. Entscheidend ist allerdings immer, dass man Ziele für die Gruppe bereit hält die es zu erreichen gilt und die für sich genommen, die Storyline vorantreiben. 

Als Spielleiter befindet man sich allerdings auch immer in der Gefahr, dass sich die Story zu sehr abflacht und das Spiel in eine endlose Würfeltirade ausufert in dem lediglich Horden von Monstern von der Gruppe zerhackt werden. Das kann dann schnell zur Frustration führen, wenn einige Spieler, allen voran die Magier nicht mehr wirklich zum Zuge kommen. Denn Magie hat einen Preis und wer ihn bezahlt kann unter Umständen für den gesamten Spieltag keine Zauber mehr einsetzen, damit steht dem Spieler eines solchen Charakters keine Option mehr zur Verfügung und er wird sich wohl oder übel in den Kämpfen langweilen. Gleichzeitig sind es aber auch die Magier oder auch Priester, die mit vielseitigen Zaubern ganze Plots des Spielleiters zerstören können. Ein kleines Beispiel hierzu. Die Gruppe stößt bei ihrer Reise an einen Fluss, als Spielleiter hat man sich überlegt, dass die Gruppe zu einer Brücke im Süden ausweichen wird und dann dort von einer Horde Orks überfallen wird. Doch statt den Umweg in Kauf zu nehmen, spricht der Magier die fatalen Worte, "Ich zaubere eine Brücke über diesen Fluss." - Nun hat man als Spielleiter die Wahl, entweder den Zauber durch Regelauslegung oder ähnliches zu verhindern, die Orks plötzlich und ziemlich sinnfrei auftauchen zu lassen oder den Plot mit den Orks fallen zu lassen. Aus meiner Sicht ist lediglich die letzte Möglichkeit eine wirklich gut Option. Denn dem Spieler die Macht zu nehmen seinen Zauber zu wirken, warum auch immer, wird ihn nur frustrieren. Die Orks grundlos auftauchen zu lassen ist dramaturgisch meistens schlecht und trägt nicht eben zu einer guten Stimmung bei. 
Lässt man dagegen den Plot einfach fallen, so genießt die Gruppe die Macht des Zauberers und das gute Voranschreiten durch die Hilfe eines Spielercharakters. 

Der Preis der Magie kann deshalb sehr hoch sein. So bin ich zum Beispiel überzeugt davon, dass meine Rollenspielgruppe aus Herr der Ringe einen Akt von 2h Spielzeit gemacht hätte. Den Ring samt Hobbit auf einen dieser netten Adler von Gandalf gepackt, zum Schicksalsberg geflogen, den Ring in die Lava geschmissen und anschließend im tänzelnden Pony gesoffen und vom Spielleiter erwartet hätten, dass sie ja jetzt nun, als Retter der Welt, jede Menge Erfahrungspunkte verdient hätten. Als Spielleiter sitzt man dann da, fantasiert etwas von Rohan, dem weißen Zauberer und Minas Tirith während tief im Inneren etwas zerbricht. Und aus Rache für den zerstörten Plot schickt man eine Horde Nazgul auf die Gruppe und alle sterben. Da hat dann am Ende niemand wirklich Spaß gehabt...  

Und so stelle ich mir erneut die Frage, wie verkaufe ich meine Story den Spielern?