Ariakans Blog

Montag, März 10, 2014

Bio-Gentechnik

Heute las ich bei Facebook einen Werbespot von Demeter, "Wir arbeiten ohne Gentechnik". Irgendwie ist das absurd. Denn Gentechnik ist doch nicht per se etwas böses, oder? Wenn ich Bioprodukte kaufe und bewerbe, dann geht es mir dabei in erster Linie darum das,

A: Die Herstellung des Produktes nachhaltig, sozial,- und umweltverträglich erfolgt. Ob da nun Genmais oder Feldsalat angebaut wird, spielt keine Rolle.

B: Die Herstellung der Produkte ohne den Einsatz von Chemikalien erfolgt die entweder die Umwelt oder den Konsumenten schädigen, oder auch einfach noch nicht auf ihre Wirkung getestet wurden. Beispielsweise halte ich den Einsatz von Kalk an bestimmten Pflanzen für durchaus sinnvoll und vertretbar.

C: Das Produkt am Ende nicht in einer Plastikverpackung im Supermarkt landet und der Transportweg auch nicht die Länge einer 8h Fahrt überschritten hat. Ja, ich weiß, BIO-Produkte aus Spanien gibt es deshalb für mich nicht.

Sicherlich ist das was Monsanto aller Orten versucht schändlich. Durch "Genpatente" und agressives Marketing und einer noch aggressiveren Verbreitung der eigenen Produkte, die eigene Markstellung zu verbessern und dabei ganze Existenzen und Lebensweisen zu vernichten ist abartig. Und sofern es mir möglich ist, werde ich Monsanto an allen Fronten bekämpfen. Das ist aber noch lange kein Argument gegen Gentechnik. Denn die Gentechnik kann der Menschheit und auch der Natur viele positive Dinge ermöglichen. So wäre eine effiziente Nutzung der Ackerböden auf Dauer auch die Chance, eben diese Ackerböden flächenmäßig zu reduzieren und damit der Natur wieder mehr Raum zu geben. Nachhaltig gedacht, wäre damit unter Umständen sogar eine Vielfelderwirtschaft denkbar, die auch den Einsatz von Düngemittel deutlich reduzieren würde. Ein Faktor der bei Bio-Produkten auch gerne mal völlig ignoriert wird. Deshalb ist meine Meinung zur Gentechnik nicht so negativ, wie die der meisten Ökopolitischkorrektennachaltigkeitspredigern. Natürlich gibt es Gefahren bei der Gentechnik, die will ich nicht kleinreden. So wäre eine genetisch veränderte Wespe in der Lage gefährlich auf das Ökosystem einzuwirken, auch eine 100% resistente Pflanze könnte riesige Schäden anrichten und ganze Ökosystem verändern. Dennoch scheint mir der Gedanke, dass wir als Menschheit nicht in der Lage wären eine genetisch veränderte Spezies auszurotten absurd. Die genetisch nicht veränderten Spezies die wir bisher ausgerottet haben werden mir da recht geben... Warum investiert Deutschland als ein Land das von Agrarimporten abhängig ist, also nicht in nachhaltige Gentechnik und treibt somit die Entwicklung zu einer neuen nachhaltigeren Landwirtschaft voran? Schaut man sich beispielsweise die Forschungsgruppen am Max Planck Institut für Pflanzenzüchtungsforschung an, so fehlen da doch noch einige Themen. https://www.mpipz.mpg.de/11234/groups



Es muss ja nicht unbedingt eine abhängig machende Pflanze aller Tomacco dabei herauskommen, aber eine Erdbeere von der Größe eines Blumenkohls für die eigene Züchtung auf dem Balkon wäre eine außerordentlich erfolgreiches Produkt. Man denke nur an die neuen Möglichkeiten für die Küche! Mit Milchreis gefüllte Erdbeeren oder auch ein Erdbeercarpaccio als Vorspeiße in Restaurants für Vegetarier. Schon alleine durch die Größe der Erdbeere, wäre es nicht möglich dass sie sich über die Kulturlandschaften hinaus ausdehnt, da die Pflanze bei dieser Größe eine enorme Menge an Wasser benötigt und in freie Natur kaum Bedingungen dafür finden würde.
Eine weitere revolutionäre Verbesserung wäre eine Miniknoblauch. die lediglich aus drei bis 6 einzelnen Knoblauchzehen besteht. Welcher Singlehaushalt kennt nicht das Problem, dass einem die Knoblauchzehen vertrocknen, weil man nicht jeden Tag von dem Supergewürz Gebrauch macht.

Im Nachgang zu diesem Blogbeitrag, stellte der Autor fasziniert fest, dass es bereits Erdbeercarpaccio gibt. Hier der Link: http://www.chefkoch.de/rezepte/602311159969280/Erdbeer-Carpaccio.html


Kommentare:

  1. Der typischste Vorbehalt gegen Agrogentechnik ist, dass es hier keine ausreichende Technikfolgenabschätzung gibt. Was passiert, wenn durch Auskreuzungen bestimmter neuer Gene ein Ökosystem durcheinander gewirbelt wird (etwa weil plötzlich alle möglichen Pflanzen resistent gegen Schädlinge werden)?
    Vielleicht ist das mit der Einschleppung fremder Arten auf andere Kontinente zu vergleichen. Per se ist nichts gegen das Kaninchen zu sagen, immerhin liefert es Fleisch und Pelz und niedlich anzusehen ist es in vielen Fällen auch noch, dennoch ist es nicht unbedingt wünschenswert, ein paar Kaninchenfamilien in Australien auszusiedeln.

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    1. Zugegeben, dies sind ernst zu nehmende Risiken der Gentechnik. Aber was sind die Folgen wenn wir die Erforschung der Technologie Ländern wie China oder Russland überlassen? Werden diese Nationen sich um solche Folgen Gedanken machen und die entwickelten Produkte vernünftig testen? Mir ist jedenfalls ein Technologieführer unter deutschem Gesetz tausendmal lieber, als ein chinesischer, russischer oder amerikanischer Konzern.

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