Ariakans Blog

Montag, März 24, 2014

Liberté, Égalité, Fraternité & Nec pluribus impar

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und auch nicht mehreren unterlegen. Der Wahlspruch der französischen Revolution und der Wahlspruch des französischen Sonnenkönigs, welcher auch heute noch vom 1. Kavallerieregiment der Fremdenlegion verwendet wird, wären ausreichend um mein durch die Schule erschaffenes Frankreichbild zu beschreiben. Was die Antifa für Deutschland ist, war in meinem Kopf Frankreich für die Welt. Der Kampf gegen Unterdrückung, Faschismus und die Liebe zum Sozialismus zeichneten jahrelang Frankreich für mich aus. Auch im Kalten Krieg konnte man sich auf Frankreichs "Sonderrolle" in der Welt verlassen. Als Beispiel dafür mag der damalige Austritt aus der NATO dienen oder die Maßnahme, religiöse Symbole in Schulen zu verbieten[In Deutschland mit dem Begriff "Kopftuchdebatte" stark reduziert dargestellt]. Laut Emma ein Erfolg: http://www.emma.de/artikel/frankreich-das-kopftuch-verbot-ist-ein-erfolg-264093

Nunja, so war Frankreich. Ein Volk das seine 5 Republiken und deren Werte immer enthusiastisch verteidigt hat. Ein Volk, dass sich auch nicht zu schade war seine Soldaten in den Dreck zu schicken um Völkermord zu verhindern. Ein Volk, dass mittlerweile so von wirtschaftlichen Ängsten getrieben ist, dass all diese Werte keine Bedeutung mehr haben und Frankreich mehr und mehr nach rechts kippt. Das Ergebnis der Kommunalwahl am Wochenende dürfte ja jedem Leser bekannt sein, die Front National bekam erneut starke Ergebnisse und wächst allmählich zu einer echten dritten Partei in Frankreich heran. Zeit sich mal anzusehen, was die FN eigentlich fordert.

Gemäß Wikipedia sind dies die allgemeinen Forderungen des FN:

Austritt aus Kooperationen mit der NATO, der EU, der gemeinsamen europäischen Währung, Beendigung des Schengener Abkommens. Natürlich die typisch rechten Melodien,

- Gegen Globalisierung, pro Protektionismus
- Franzosen zuerst!
- Zuwanderungsstopp und Rückführung von Migranten
- Kampf gegen die "Islamisierung"
- Verstaatlichung von Banken, Eingrenzung ihrer Macht...
- Abtreibungsverbot
- Förderung nationalistisch traditioneller Kunst

Typisch nationalsozialistisch eben. Unter Marine Le Pen kam es aber zumindest nach außen hin, zu einer Abkehr vom Rassismus und Antisemitismus. Der FN distanziert sich deshalb auch deutlich von der NPD und beendete die Koorperation mit ihr. Laut Aussage Marine Le Pens sehe man den FN eher in der gleichen Strömung wie die deutsche AfD (Alternative für Deutschland). Eurokritik ist schick! Doch können beide Parteien ihren Vater nicht leugnen.


Was kann die Politik der nicht ewig gestrigen dem entgegen setzen? Nichts! - Nein! - Doch! - Ooh!
Warum kann linke Politik den ewig gestrigen nichts mehr entgegen setzen? Nun, ganz einfach. Es leidet derzeit in Europa kaum jemand unter Faschismus, Rassismus oder Diskrimierung der auch berechtigt wäre eine europäische Regierung zu wählen. So sind die einzigen Wähler die Biodeutschen, Biofranzosen und eben der Promilleanteil derjenigen, die man gerne mit "mit Migrationshintergrund" beschreibt. Solche Wähler interessieren sich nicht für die Implikationen die ein lascher Umgang mit rechtem Gedankengut mit sich bringt. Und in der bürgerlichen Mitte ist man sich schon lange einig, Sozialismus und die ihm nahe stehenden Parteien bringen nichts. Kritik an Hollande, die Schwäche der SPD in Deutschland und anderen Ländern sind zeichen dafür, dass eine links orientierte Politik nicht die notwendigen Maßnahmen treffen kann, um das Volk von sich zu übereugen. Das mag einerseits daran liegen, dass sich die Parteien Mitte-Links an der Realpolitik orientieren und eben nicht jede sozialistische Idee umsetzen können. Andererseits gibt es auch eine starke Lobby von Wirtschaftsvertretern die jeder Politik die ihnen zu "links" erscheint, mit Sanktionen einen Riegel vorschieben. Da drohen Banken den Unternehmen die linke Politik unterstützen mit Kreditsperren, da drohen Unternehmen den Politikern mit Entlassungen und Medienkonzerne verbreiten tapfer die Loblieder auf den neoliberalen Kapitalfaschismus. Und so ist auch in diesem Jahrhundert das Motto, "Ohne Moos, nix los." das gesellschaftliche Leitbild an dem sich alles orientiert.
Nun könnte man meinen, die politische Jugend wird das schon irgendwann wegrevolutionieren. Aber dies könnte ein Traum bleiben. Denn alleine der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist schon zu groß, als dass sich diese beiden Gruppen auf ein Programm einigen könnten großen gesellschaftliche Wandel herbeizuführen. Die einen kämpfen für eine Quote in den Konzernen, die anderen gegen genau diese Konzerne. Wieder andere für nachhaltige Landwirtschaft während es ebenso Strömungen gibt, die ganz gegen den Konsum von Fleisch sind. Und so wird, zumindest die kommenden 50 Jahre, das Glück der Gesellschaft weiterhin in den Händen derer liegen, die die Masse zur Wahlurne treiben kann. Das geht, ähnlich bei Schafherden, immer noch am besten mit lauten Hunden. Denn jeder weiß, laute Hunde verkörpern die Angst vor den Wölfen am besten. Schade nur, dass die meisten Wölfe gelernt haben zu bellen.














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