Ariakans Blog

Samstag, Mai 24, 2014

Games: Faster Than Light

Als Luke das Zielsystems seine X-Wing deaktiverte, dachte ich im ersten Moment er gibt auf. Die Aufgabe schien einfach zu groß, als das ein junger Mann von einem Wüstenplaneten sie nach nur wenigen Wochen Ausbildung von einem alternden Obi Wan Kenobi hätte lösen können. Den Todesstern, das Mutterschiff des Imperiums zu zerstören, musste einfach Scheitern. Doch dann geschah was heutezutage bereits eine anerkannte Religion in Australien ist. Die Macht.

Puff! Remember! The force will be with you, allways! Ich weiß nicht wieviele waghalsige Aktionen in meinem Leben ich diesen Worten zu verdanken habe. Wenn man jung ist fühlt man sich sowieso unsterblich, mit diesen Worten beseelt eine gefährliche Kombination. Und so fällt es viele leicht zu behaupten, Star Wars sei Stark Trek weit überlegen.

Aber auch Star Trek hat etwas zu bieten, was in Star Wars doch recht kurz kommt. Im Star Trek Universum ist nicht die Macht das zentrale Element, nein. Es ist Technologie! Und so provozierten schon viele Trekkies ihre wookiehaften Gegner mit Aussagen über Tarntechnologien, Beamer und Transwarpgesellschaften so sehr, dass sie von Hass erfüllt zur dunklen Seite wechselten. Oder vor Neid als sie sich die USS Defiant mal einen Moment angesehen haben.


Nun stellt sich dennoch immer wieder die Frage, Star Wars oder Star Trek? Es gibt endlich einen Weg die Antwort zu finden. Denn es gibt Faster Than Light ! Ein Spiel das ich jedem ans Herz legen kann, egal ob Star Wars oder Star Trek das bevorzugte SciFi Rückzugsgebiet ist. Kurz zum Spiel. Ihr steuer als Kapitän eines Raumschiffs eure Crew und die Schiffssysteme auf der Flucht vor den Rebellen durch zehn Raumsektoren. Dabei ist jeder Raumsektor mit Sonnensystemen gefüllt auf denen es von Raumstationen bis automatisierten Jägerdrohnen vieles zu entdecken gibt. Eure Flucht führt euch dabei zielgenau zum Endkampf mit dem Mutterschiff der Rebellion, gefühlt war das der Todesstern für mich. Das schöne an den zahlreichen Raumschlachten ist sicherlich die Funktion, den Kampf mit der Leertaste zu pausieren und in Ruhe nachzudenken was denn wirklich der nächste sinnvolle Schritt ist. Die Luken zum Weltall zu öffnen um das Feuer im Maschinenraum unter Kontrolle zu bringen oder doch lieber die Crew aus den angrenzenden Räumen mit Feuerlöschern in den Maschinenraum senden. Und dann ist da noch diese feindliche Crew des anderen Schiffs das gerade den Raum mit den Waffensystemen geentert hat. Was macht die Schildenergie? Und sitzt überhaupt jemand an der Flugkontrolle um den feindlichen Raketen auszuweichen? Lässt man die Pausetaste los und gibt seine Befehle, ändert sich die Lage oft so schnell, dass man im Kopf gar nicht nachkommt. So verbrannte mir mehr als einmal ein Crewmember beim löschen eines Feuers im Maschinenraum oder erstickte jämmerlich weil der Käpt'n den Befehl zum schließen der Weltraumluken einfach nicht geben wollte. Aber all dieses Leid führte uns dann doch schließlich irgendwann zum Endkampf mit dem Mutterschiff.

So wie war das mit Story? Laut Spiel bin ich im Besitz der Geheimdokumente, in der die Schwachstellen des Mutterschiffs dargelegt werden und mit deren Hilfe wir dieses Schiff zerstören können.

*Spoiler Warnung*

*Spoiler Warnung*

*Spoiler Warnung*

Wie kann man ein Spiel spoilern dessen gesamte Story sich in einem Satz zusammen fassen lässt? Ganz einfach, die Geheimdokumente! Das Spiel hat die Eigenschaft, dass es von vorne beginnt wenn entweder die gesamte eigene Crew tot ist oder das Raumschiff zerstört wurde. Und so muss man in der sich immer neu gestaltenden Welt regelmäßig von vorne beginnen. Gelangt man dann endlich irgendwann zum Mutterschiff ist man meist so stolz die 9 vorherigen Stages geschafft zu haben, dass man mit einer selbstgefälligen Arroganz an den Kampf mit dem Mutterschiff herangeht. Diese Arroganz wird meist durch die gewaltige Feuerkraft des Mutterschiffs zerrissen und man beginnt das Spiel erneut von vorne.
Jetzt aber! Schilde maximal ausgelevelt springt man ins nächste Gefecht mit dem Mutterschiff und ballert was das Zeug hält. Die Crew hält das Schiff am Laufen und alles sieht gut aus. Dann das Entsetzen. Nach dem man das Mutterschiff  "zerstört" hat, fliegt ein Teil davon fort und man ist genötigt die 2. von insgesamt 3. Stages des Endkampf anzugehen. Erneut wurde ich in meinem Schiff zerissen, da ich den Waffen und Schilden des Mutterschiffes in der 2. Stage nichts entgegensetzen konnte. Also wieder von vorne und so langsam ging es mir auf. Die Geheimdokumente! Diese Geheimdokumente waren das gesammelte Wissen über die Welt von Faster Than Light und die vorherigen Kämpfe mit dem Mutterschiff. Meine Erfahrungen als Spieler waren das Geheimwissen, welches notwendig war um das Mutterschiff zu besiegen. Ich war die Person um die es in der Story von Faster Than Light ging. Ich! Der Käpt'n! Mein Wissen war es das der Rebellion ein Ende bereiten konnte und nur mein Wissen! Als dieses Schiff endlich in einem lautlosen Feuerball explodierte war ich voller Stolz. Ich hatte die Rebellion gestoppt! Lord Vader wäre stolz auf mich gewesen!
Wen das jetzt so gar nicht angesprochen hat, dem sei zumindest der geniale 80er-Retrosoundtrack vom Endkampf ans Herz gelegt. Ein Stück Musikgeschichte.


Montag, Mai 12, 2014

Year 2000 Bug... - End of the world....

1999 saß man ängstlich in kleinen Nerdgruppen zusammen und debattierte über die Möglichkeit eines technologischen Supergaus, sollte das Jahr-2000 Problem nicht gelöst werden. "So viele Updates... das ist ne Scheißarbeit." Vermutlich war es dann aber doch keine so große Arbeit, denn am 02.01.2000 stellten die meisten entkaterten Menschen fest, dass sich die verdammte Welt immer noch drehte. Schade eigentlich, der Weltuntergang hätte uns viel Leid erspart. Wenigstens der Zusammenbruch des Finanzsystems zur Jahrtausendwende wäre doch schön gewesen. Der kam dann leider erst 7 Jahre später. Schade, vielleicht hätte Osama bin Laden dann vielleicht gar nicht erst Amerika angegriffen, wenn die Finanzkrise 2000 eingetreten wäre. Naja, die Welt ging eben nicht unter...

Also machten wir weiter, was wir schon 1999 taten. Wir surften durch dieses blutjunge WWW, verwendeten alle Nicknames und waren uns alle bewusst, dass man immer und überall abgehört und gehacked werden konnte. Von so ziemlich jedem mittelmäßig begabten Schimpansen. Denn wir nutzten damals noch Windows 95 oder Windows 98, was sicherheitstechnisch etwa auf dem Niveau eines dieser Kindertagebücher ist, auf dem Mutti den Ersatzschlüssel auf die Rückseite des Buches geklebt hatte. So vertrauten wir unsere innersten Gefühle und Geheimnisse in diesem digitalen Tagebuch etwas an, dass heutige Kinder gar nicht mehr kennen. Man nannte es Board oder Forum. Etwas wo man sich "registrieren" musste, mit einer "E-Mail Adresse". Damals waren diese Foren der einzige Grund warum es überhaupt Email-Adressen gab. Denn die Kommunikation mit Freunden und Gleichgesinnten lief zu 99% im Forum ab. Einer halb-öffentlichen Plattform innerhalb der man sich sicher war, anonym unterwegs zu sein und sagen zu können, was man wollte. Ohne Konsequenzen zu fürchten. Damals wurde auch der Begriff Flamewar geboren. Eine kulturelle Weiterentwicklung von sogenannten Fankrawallen zweier verfeindeter Fußballvereine. Die Besonderheit dieser Flamewars war es, dass sie gewaltfrei, weil digital, stattfanden und lediglich unter Einsatz des Intellekts der teilnehmenden Individuen geführt wurde. Vom einfach Pöbel der mit gebrochenem deutsch "Archloch" oder "huhrenson" partizipierte, hin zu dem Professor einer Universität der sich gerne selbst zitierte waren diese Flamewars ein beliebtes Hobby und beschäftigten Jahrelang die ersten Generation von digital natives. Mit brutaler Macht hackte man auf der IBM Tastatur seinen Zorn gegenüber dem Spacko auf der anderen Seite des Internets in das Forum. Das Geräusch dass diese alten Tastaturen lieferten, war einer der Gründe für die drastische Verbreitung von Computern weltweit. Alle Menschen lieben das Geräusch, welches man mit den 25kg schweren Tastaturen erzeugen konnte. Dieses Geräusch war der Ton des Geldes. Denn viele Chefs, deren digitale Intelligenz vom Alpha-Männchen Gen grundsätzlich klein gehalten wird, nahmen an, dass sich das wilde Tippend darauf bezöge, dass die Mitarbeitersklaven gerade wild arbeiteten. In Wirklichkeit machten sie sich über ihren Chef in irgendeinem Forum lustig oder verabredeten mit der Frau des Chefs ein Date in einem der zahlreichen Chatrooms.
Die Urban Legends dieser Zeit waren großartig. So sollen sich Homosexuelle Männer Online verabredet haben und dann im Reallife festgestellt haben, dass sie Kollegen sind und tagsüber im selben Streifenwagen durch einschlägige Rotlichtbezirke patrouillierten um ihre Gewaltphantasien an Homosexuellen auszuleben... All dies war möglich, denn es gab keine digitale Identität. Jeder hatte dutzende Identitäten. Einige erfanden zur Registrierung bei Foren Email-Adressen deren Passwörter sie nach Minuten bereits vergaßen. Noch heute kann man in alten Datenbanken die Massengräber vergessener Emailaccounts mit vergessenen Passwörtern sehen. Kurzum, es war eine wilde Zeit. Forenadmins waren kleine Götter, Website-Admins waren Götter und niemand wäre auf die Idee gekommen, dass man einmal mit seinem Klarnamen, also dem echten Namen aus dem Personalausweis irgendetwas in diesem Internet der Hacker und Viren treibt. Wirklich niemand... und falls doch, dann hätte man ihn ausgelacht, digital und analog.

Wie ist das heute? 15 Jahre später? Mein Gott, ist das wirklich alles schon 15 Jahre her? Heute liest man Artikel darüber, dass mittels Meta-Daten Terroristen in Pakistan von automatisierten Drohnen getötet werden. Meta-Daten die via Internet von der NSA und anderen Diensten vollautomatisiert ausgewertet werden und militärischen Entscheidungsträgern als Grundlage dienen, militärische Ziele zu bestimmen. [Link: http://www.nybooks.com/blogs/nyrblog/2014/may/10/we-kill-people-based-metadata/] o.O #wtf
Wie krank ist die Welt eigentlich geworden? Der einzige Grund warum sich die meisten Menschen damals an dieses Internet angeschlossen haben, waren Pornos, Katzenbilder und die Chance einen Menschen zu finden, den man lieben durfte. Und heute werde damit Terroristen gejagt, Regierungen wie die in Ägypten oder Lybien gestürtzt und Völker beherrscht und kontrolliert. Wie konnte all das aus Pornos, Katzen und Einsamkeit entstehen? So ganz verstehe ich es immer noch nicht. Die Begründung ist der 9/11 schon klar, aber wie hat sich unser Verhalten so transformieren lassen, dass wir statt in den Foren unserer Hobbys nun alle bei StudiVzFacebook abhängen? Statt IRC bei Twitter abhängen? Vor 15 Jahren konnte man reich damit werden, denjenigen die Trojaner vom Rechner zu entfernen, die dieses "Internet" nicht verstanden, aber doch die Pussybilder genießen wollten. Ich weiß noch wie delikat manche Gespräche darüber waren, dass man besser Plattformen wie Napster oder später Kazaa nutzen sollte, als sich auf irgendwelchen Webseiten Katzenbilder runterzuladen und sich damit schreckliche Viren einzuhandeln, die in erster Linie den PC zu Unbrauchbarkeit verlangsamten. Immer wenn man so einem Katzenliebhaber den PC gereinigt hatte und ihm anschließend eine kleine Gebrauchsanweisung für den Umgang mit dem Netz gab, bekam man 50DM - 50€ in die Hand gedrückt. Nicht zuletzt für die Verschwiegenheit bezüglich des Surfverhaltens schätze ich. Wer welche Katze mag, scheint bei den meisten Menschen etwas sehr persönliches zu sein... Wie konnten diese Menschen, die früher bereit waren viel Geld in meine Taschen zu spülen, plötzlich so mutig und völlig ohne Hilfe Plattformen wie Facebook besteigen? Plattformen die uns alle in die Armut treiben werden, wie dieser kleine Franzose hier gut erklärt.



Was geschah mit dem Internet und seinem Content nur, dass man aus den Foren verschwand und seine Zeit lieber auf debilen Plattformen wie Facebook, LachmalÜberAndere oder sonstwo verbringt? Zugegeben, ich selbst habe auch meinen Anteil an dieser Transformation. Meine YouTube-Sucht zur Zeit meines Studiums war allseits bekannt. Da haben sich einige Freunde Sorgen gemacht, weil ich "nur noch" bei YouTube abhing... ich hatte sogar mal nen YouTube-Blog... von wegen das Internet vergisst nix. Ich finde keine Spuren dieses Blogs mehr... naja, halb so wild. So wirklich beantworten kann man diese Frage wohl nicht und ich bin neugierig auf die Fragen unserer Enkel bezüglich der Freizügigkeit mit unseren Klarnamen im Netz. Naja... so wie es das Netz heute gibt, ist es tot. Der Content wird mehr und mehr zentralisiert, die Suche von neuen Menschen gestaltet sich mittels Hash-Tagspam immer schwieriger und die letzten großen Internetforen kämpfen einen harten Kampf ums Überleben. Mein Stammforum lebt seit gefühlten Ewigkeiten... ich weiß nicht genau wann es Online ging.. ich glaube 1998 oder 1999 . Jedenfalls gab es 2001 eine große Design_Revision, die die alten Beiträge gelöscht hat ... verloren für immer... das ist auch das Netz, es vergisst so schrecklich schnell Dinge wenn man kein amerikanisches Unternehmen seine Privatsphäre ausspähen lässt. Irgendwie brauchen wir eine Lösung die die Integrität der Nutzer wieder herstellt. Das sollte das oberste Ziel für die letzten 5,5 Jahre des Jahrzehnts sein, sonst gibt es 2020 kein Internet mehr, sondern nur noch ein großes digitales Gedankengefängnis.


Stöckchen: Liebster-Blog-Award




Endlich unpolitisch! Mir flog ein Stöckchen zu, geworfen hats der Thomas[Link: http://thomasmichalski.wordpress.com/2014/05/07/stockchen-liebster-blog-award/ ]. Ich freue mich ja immer wenn mir jemand so ein Stöckchen zuwirft, auch wenn das trotz IronBlogger-Dasein höchst selten geschieht. Bin vermutlich einfach ein Unsympath. Egal. Kurz die Regeln des Stöckchens erklärt, geht es an die Beantwortung der zehn Fragen von Thomas.

Regelntin
- Schreibe einen Post mit diesem Award und füge das Award-Bild ein
- Verlinke die Person von der du nominiert wurdest.
- Beantworte 10 Fragen
- Denke dir 10 weitere Fragen aus
- Tagge/Nominiere 10 Blogger die deine ausgedachten Fragen beantworten
- Teile den Bloggern mit, dass sie getaggt wurden.

Zunächst mal die Antworten zu den Fragen von Thomas.

Was war das erste Buch, das du bewusst und freiwillig gelesen hast? 
Oh, frühe Kindheit! Ich erinnere mich genau, wie war nur der Titel? .. Irgendwas mit Indianern, Sonnentänzen und Freiheit... warte, ich habs gleich... *such* Sollte ich es wieder finden, trage ich das nach. Aber Buch 2 und 3 waren Ruf der Wildnis und Wolfsblut von Jack London.

Was war der erste Film den du bewusst gesehen hast?
Sofern ich mich nicht irre, war das Walhalla... ein großartiger Film der mir damals den Atem raubte...
Hier ein Trailer ;), den Film gibt es übrigens bei YouTube...


Erinnerst du dich an den ersten Film, den du auf der Leinwand gesehen hast?
Öhm... hmm.. ich glaube das war Falsches Spiel mit Roger Rabbit... aber ich bin mir da nicht sicher.

Weißt du noch, wann du bemerkt hast, dass Texte und auch Filme von jemandem geschrieben werden? Dass das was ist, was man halt machen kann?
Ich vermute irgendwann in der Grundschule, als unser Lehrer uns Zwang Geschichten zu schreiben. Das erinnere ich deshalb, weil ich eine Tagelange Debatte mit meinem Lehrer über das Wort "Falter" hatte, welches damals im allgemeinen Sprachgebrauch meiner Sippe soviel wie Gatter oder Zauntor bedeutete und als Eingang zu einer, von einem Zaun umschlossenen, Kuhweide dient. Mein Lehrer behauptete damals, die einzige Bedeutung des Wortes Falter sei ein Tier, einem Schmetterling nicht unähnlich. Damals brach mein Interesse für Sprache und Texte schreiben abrupt ab, da ich mich als Eifler diskriminiert fühlte. Meine Deutschnoten belegen die daraus resultierende Protesthaltung gegenüber dem geschriebenen Wort bis zum Erreichen meines Abiturs. Dass ich heute einen Blog betreibe ist wohl die Ironie der Geschichte...

Hast du "unbeliebte Geliebte" im Medienbereich? Bücher oder Filme, die jeder hasst, aber die du absolut toll findest, ob rational oder irrational? 
Ähm, ja. Zum einen Uwe Boll und seine Art Spiele zu verfilmen. Ich finde das großartig. Allein die Kameraführung bei Boll Filmen ist unerreicht im Genre. So. Jetzt ist es raus.

Gibt es ein Hobby, dass dir mal sehr wichtig war, aber das mittlerweile aus deinem Leben verschwunden ist?
Vereinsfußball. Ganz selten kicke ich zwar noch mit Freunden und Bekannten ein bisschen gegen den Ball, aber dieses richtige Fußball spielen habe ich vor langer Zeit aufgegeben. Nicht zuletzt aufgrund der Verletzungsrisiken. Als ich noch als Torhüter aktiv war, hatte ich den Eindruck die Spielen nicht Fußball, sondern freuen sich darauf mich 90 Minuten lang verletzen zu können. Wirklich heftig ist mir aber nichts passiert, nur die üblichen Dinge wie Rippenprellungen, zahllose blaue Flecken und einmal eine starke Prellung des Schienbeins mit anschließendem Taubheitsgefühl, dass erst nach Monaten wieder weg war. Nur ganz selten vermisse ich das...

Hast du ein Hobby, bei dem es dich selbst überrascht, dass es seinen Weg in dein Leben fand?  
Ja, dieses Bloggen... hätte nie gedacht, dass ich mal Spaß daran habe Texte zu verfassen. Nicht nach der Geschichte mit dem Zaun und dem Schmetterling...

Erinnerst du dich, woher wir uns kennen und wann wir uns das erste Mal trafen?            
Ob wir uns wirklich das erste mal dort trafen wo ich dich auch kennengelernt habe, weiß ich nicht. Aber ich bin ziemlich sicher, dass wir uns das erste mal im Keller deines elterlichen Wohnhauses trafen, als ich von David und Oli zu dir zum Rollenspiel geschleppt wurde. Da muss ich gestehen, es hat mein Leben verändert. Einerseits du und deine Art Rollenspiel zu leiten und andererseits das Rollenspiel überhaupt. Mein Denken und auch mein Leben haben sich durch dieses Hobby dramatisch verändert. Danke dafür ;)

Das Bedeutsamste in deinem Leben ist für dich... ? (optional)
Nun, die Frage ist nicht einfach. Was ist bedeutsam für mich und was ist bedeutsam für mein Leben? Sind das die gleichen Dinge? Ich denke nicht. Für den ersten Teil der Frage kann ich wie folgt antworten. Alles was man als bedeutsam wahrnimmt, steht letztlich im Kontext des Erlebnisses und wird durch steigendes Alter mehr und mehr relativiert. Lediglich wirklich starke Erlebnisse können auf Jahre als das Bedeutsamste wahrgenommen werden. Beispielsweise ein Aufenthalt in einem Vernichtungslager der Nationalsozialisten. So etwas kann ein ganzes Leben das Bedeutsamste sein. Mein Leben verlief dagegen recht schlicht. Insofern kann ich nur vom aktuell Bedeutsamsten sprechen und dass ist der Tag vor etwas mehr als einem Jahr, als ich meine jetzige Freundin kennen gelernt habe.
Der zweite Teil der Frage lässt sich dagegen kaum beantworten, da die Ereignisse die uns als Mensch prägen sehr vielschichtig und komplex sind. Ich würde da jetzt vermutlich mein Studium nennen, da es mich eindeutig sehr stark verändert hat. Aber das könnte genauso gut auch eine Erfahrung von davor sein, die mir überhaupt den Mut gab zu studieren...

So. Wen nominiere ich jetzt? Hmm... Also...
Nominiert sind: 
 
 
 
 




5 Joker! Wer das Stöckchen will nimmt es sich durch Post in den Kommentaren und wird dann selbstverständlich auch verlinkt ;)

So, hier die Fragen. Ein paar stahl ich von Thomas ;)

Wie geht es dir? 

Hast du dich schon einmal mittels Wikipedia, Google Maps und dem sonstigen Internet über ein Land informiert, dass du bis dahin noch nicht kanntest?

Sollte man seinen Blog auf bestimmte Themengebiete beschränken oder wild durch die Welt bloggen?

Angenommen die Zombieapokalypse bricht über uns herein, wärst du vorbereitet?

Erinnerst du dich, woher wir uns kennen und wann wir uns das erste mal trafen? 

Wirst du auch noch in 5 Jahren Bloggen? 

Was sind deine Lieblingsblogs? 

Gibt es ein Hobby, dass dir mal sehr wichtig war, aber das mittlerweile aus deinem Leben verschwunden ist?

Womit vertreibst du dir am liebsten die Zeit? 

Deine weiteste Reise ging wohin? 

Mittwoch, Mai 07, 2014

Ist die NATO überholt?

Gunnar Sohn schreibt beim theeuropean von der Suche der NATO nach dem Supergegner. Mit dieser Suche umschreibt er den Transformationsprozess der NATO. Weg von einem Verteidigungsbündnis das es während des Kalten Krieges in erster Linie war, hin zu einem Bündnis mit globalen Interventionsmöglichkeiten. Diese "neue NATO" sollte also einerseits eine Entspannungspolitik mit Russland und seinem damaligen Präsidenten Boris Jelzin einläuten, als auch weiterhin die Möglichkeiten erhalten bzw. erweitern um mittels Quick Response Forces überall auf der Welt binnen Stunden eingreifen zu können. Mit dieser Maßnahme wollte man sich gegen die drohenden Kriege weltweit rüsten, die durchaus hätten ausbrechen können, nachdem die alte sowjetische Macht sich aufgelöst hatte und die ehemals verbündeten Staaten nun mehr oder weniger auf sich allein gestellt ihr Glück suchen mussten. Beispielhaft seien da erwähnt, das ehemalige Yugoslawien, der Vietnam, China mit seinem Anrainer Nordkorea, Kuba und große Teile von militärischen Bewegungen Südamerikas. Aber auch einige Verbündete der USA gerieten durch mangelndes Interesse ins Schwanken. Dazu seien beispielhaft der Irak, Pakistan und für Afrika die UNITA genannt. Zwischen der UdSSR und den USA hatte es ein fragiles Kräftegleichgewicht gegeben und dies war nun deutlich ins Wanken geraten.

Der Forderung von Gunnar folgend, die NATO mit Auflösung des Warschauer Paktes im Jahr 1991 ebenfalls aufzulösen wäre eindeutig verfrüht gewesen und es hätte Europa eine fürchterliche Misere bereiten können. Denn im Jahr 1991 war die UdSSR zwar verfallen, aber die russische Militärmacht war ungebrochen und weiterhin schlagkräftig genug um sich die abgefallenen Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts neu einzuverleiben, als auch darüber hinaus zu denken, wenn nicht gar zu expandieren. Eine aufgelöste NATO, die alle Länder betreffende militärische Neuausrichtung, ob nun auf EU Ebene oder auf nationale Ebene fokussiert, hätte Russland im letzten Jahrzehnt zu einer sehr starken Rolle verholfen und die EU Russland ausgeliefert. Erinnere man sich nur an die russische Verfassungskrise von 1993 in der es durchaus auch zu einer Restituierung der alten nationalistischen Mächte der UdSSR hätte kommen können. [Link: http://www.stern.de/politik/geschichte/geschichte-als-granatfeuer-durch-moskau-hallten-513904.html?eid=516661] Ohne die NATO hätte man sich in Europa zu diesem Zeitpunkt keinesfalls sicher gefühlt. Darüber hinaus sei noch erwähnt, dass es sich beim Warschauer Pakt nicht um ein freiwilliges Militärbündnis handelte, sondern dass die Vasallenstaaten Russlands im Rahmen der UdSSR selbstverständlich ihre Soldaten für die Verteidigung des Ideals einer kommunistischen Dystopie entsenden mussten. Freiwilligkeit im Warschauer Pakt kann man bestenfalls noch Weißrussland unterstellen. Keinesfalls aber doch Ländern wie Polen, Tschechien, Ungarn oder auch Litauen. Auch sollte man nicht vergessen, dass es die Aufstände in diesen Ländern waren die die deutsche Einheit und den Zusammenbruch der UdSSR erst hervorgerufen haben.

Aber dann, nach einer Stabilisierung Russlands! Dann kann man die NATO doch abschaffen! Ich selbst vertrat diese Meinung eine ganze Weile. Spätestens seit dem Kosovo und der nachfolgenden Expansion über die alten Grenzen hinaus zu den osteuropäischen Staaten, muss man sicherlich kritisch Hinterfragen welchen Zweck dieses Bündnis denn da genau verfolgt. Aber es gibt doch einen qualitativ riesigen Unterschied zum Warschauer Pakt. Denn die ehemaligen Staaten des Pakts sind doch allesamt freiwillig der NATO beigetreten, davon nicht wenige aus Angst vor Russland. War diese Angst berechtigt? Ich denke nicht, aber nach 50 Jahren Besatzung durch Russland, Verfolgung durch den KGB oder entsprechende Inlandsgeheimdienste wie die STASI wird man doch einem Osteuropäer seine Russlandskepsis nachsehen und verstehen, warum es für so viele Staaten essentiell wichtig scheint in die NATO zu gelangen. Beispielsweise Georgien und seine Versuch die abfallenden Provinzen Südossetien und Abchasien dadurch zu halten, dass man frühzeitig in die NATO eintritt. Es ging schief, die beiden Provinzen wurden durch die, den georgischen Streitkräften weit überlegenen, russischen Truppen autonom oder unabhängig gebombt. Wie auch immer man autonom und unabhängig definiert, in Osteuropa ist das immer auch eine Abhängigkeit entweder von Russland oder von der NATO. Diese Staaten sind weit davon entfernt als Souverän mit Hilfe des eigenen Militärs ihre Interessen zu schützen. Für solche Staaten braucht es eine NATO. Wie sehr diese Staaten des Schutzes der NATO bedürfen hat man während des 2. Irakkrieges unter G.W. Bush gesehen. G.W. Bush, zweifelsohne nach Putin eines der größten Arschlöcher auf diesem Planeten, zog alle Mittel heran um die lächerliche Armee von Saddam Hussein zu bekämpfen. So gab es im Irak georgische Kontingente, polnische Regimenter und ungarische Soldaten. Selbst Litauen hat dem War on Terror Truppen gesponsort, bei einer Gesamtzahl von 9000 Soldaten der litauischen Armee ein Witz. Doch muss man sich die Fragen stellen, warum hat die Koalition der Willigen gerade in Osteuropa so viele Unterstützer gefunden? Sind diese Staaten es "einfach gewohnt" zu gehorchen wenn der Hegemon etwas verlangt? Werden sie mittels wirtschaftlicher Sanktionen von den USA zum Mitmachen gezwungen? Oder besteht aus ihrer Perspektive eine gewisse Dankbarkeit für die inkrementelle Wiederherstellung der eigenen Souveränität durch die USA und die Hilfe der NATO-Mitgliedsstaaten?

Koalition der Willigen


Was ist so bedrohlich an der NATO wenn doch der illegitime Krieg der USA gegen den Irak nicht durch die NATO sondern, sondern durch NATO-Staaten als auch nicht NATO-Staaten geführt wurde? Die Bedrohung durch die NATO ist aus russischer Perspektive vielleicht der Raketenschirm, was immer das auch bedeutet. Denn realistisch betrachtet ist Russland mit seiner Logistik durchaus in der Lage den Raketenschirm zu deaktivieren, bevor es seine Nuklearwaffen auf die böse NATO wirft. Auch wenn es sicher nicht in den nächsten 30 Jahren dazu kommen wird, so scheinen doch die Ressentiments zwischen den beiden Großmächten des letzten Jahrhunderts noch lange nicht vergessen zu sein. Der NATO-Kritik Gunnars ist auch ein weiterer zentraler Punkt der NATO entgangen. Der Versuch der USA Russland enger an die NATO zu binden und die Blockadehaltung der EU diesem Ansatz gegenüber. Es war nämlich eine Idee aus den USA, Russland in die NATO mit einzubeziehen. Doch dieser Idee gegenüber verwehrten sich vor allem die osteuropäischen Staaten. [Link: http://www.focus.de/politik/ausland/verteidigungsbuendnis-nato-beitritt-von-russland-denkbar_aid_436978.html]

Nichts desto trotz hat Gunnar recht damit, den erweiterten Sicherheitsbegriff und seine Konsequenzen auf die sicherheitspolitische Lage zu kritisieren. Die NATO darf nicht zu einem offensiven Arm transatlantischer Wirtschaftspolitik werden. Auch wenn ich befürchte, dass die Chance eben dies zu verhindern, bereits vor der Jahrtausendwende verpasst wurde. Zu sehr haben sich die Bürger an den "War on Terror" gewöhnt, als dass man diese Doktrin mit einer deutlich defensiveren Doktrin ersetzten müsste. Ne Lichterkette für den Frieden hat es im ersten Golfkrieg noch gegeben, im zweiten vielleicht auch... den dritten werden Lichterketten aber sicher nicht verhindern, wenn es sie denn überhaupt noch geben wird.

Von Gummi zu Coltan.

Ist die viel beschworene Macht der Bilder noch aktuell? Die Frage ob die Macht der Bilder, wie sie zu Beginn der Fotografie die Welt veränderte, überholt ist, stellte sich mir nach einem Beitrag über die Kongogräuel aus der Zeit zwischen 1888 und 1908. John und Alice Harris waren als britische Missionare in belgisch Kongo unterwegs und rüttelten Europa mit ihren Fotos über die Gräuel im Kongo auf. Eine der perfidesten Methoden der belgischen Herren war es wohl, regelmäßig die Hände von Kindern abzuhacken, um die Bevölkerung zur Arbeit auf riesigen Kautschukplantagen zu motivieren.

Bildquelle: http://iconicphotos.wordpress.com/tag/alice-and-john-harris/
Die Bilder motivierten Mark Twain zu seinem Pamphlet King Leopold's Soliloquy [Link: http://diglib1.amnh.org/articles/kls/twain.pdf] Das Pamphlet wurde nur in der DDR auf deutsch verlegt, vermutlich weil Mark Twain darin die Gründung eines internationalen Gerichtshof fordert in dessen Folge König Leopold zum Tode durch den Strang verurteilt werden solle. Ganz abgesehen davon, dass sich der Kongo erst 1960 von Belgien löste, um gleich danach in einen schrecklichen Bürgerkrieg zu fallen und bis heute Spielball unterschiedlicher globaler Interessen ist. Da käme ein internationaler Gerichtshof ja wirklich niemandem zu Gute. Was aber haben diese Bilder nun bewirkt ? Sind sie die Geburtsstunde der internationalen Menschenrechtsbewegung? So weit kann man sicher nicht gehen. Wohl aber darf Ihnen die Fähigkeit zugesprochen werden, den Blick einer bürgerlich-intellektuellen Elite auf ein bis dahin vernachlässigtes und teilweise unbekanntes Problem gelenkt zu haben. Diese Macht lässt sich den Bildern bis heute wohl nicht absprechen, sie zeigen, was wir selbst nicht zu sehen fähig waren. Doch liegt darin auch automatisch eine politische Kraft die sich den Missständen auf den Bildern annimmt? Kaum...

**** Die Leser von Online-Artikel enden im Durchschnitt an dieser Stelle spätestens mit lesen und klicken sich in einen anderen Teil des Internets. Glaubt man der Statistik dann sind das entweder Pornos oder Katzenbilder ****

Was hat sich seit König Leopold geändert? Wenig, denn ein neuer Lumumba ist im Kongo nicht in Sicht und die Parteien, China, Europa, USA, Saudi-Arabien und Russland zerren nicht nur im Kongo an den Rohstoffen Afrikas. Das Zerren kann man in vielen anderen Ländern Afrikas beobachten. Ruanda, Sudan(Süd/Nord), Nigeria, Angola, Mali, etc... Das besondere an diesen Konflikten, alle werden in erster Linien mit Kleinwaffen ausgetragen, die in den großen Industrienationen gebaut und in die Konfliktzonen verkauft/verschifft werden. Wenn also in den kommenden Monaten, nach Beendigung der Ukrainekrise, die Debatte über einen Einsatz der Bundeswehr in Afrika wieder losgeht, dann sollte man einfach mal Google anwerfen und schauen, ob die "bösen" Rebellen, Islamisten oder Aufständischen gegen die man dann in Land X kämpfen will, nicht vielleicht einen triftigen Grund haben gegen die eigene Regierung zu kämpfen. Weiterhin sollte man sich dann die Worte Kants noch einmal vor Augen führen. Zitiert nach Kant, Zum ewigen Frieden,  die 5. Präambel, "5. Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines anderen Staats gewalttätig einmischen." Der Lieferservice von Kleinwaffen an bestimmte Gruppen innerhalb dieses Staates ist damit übrigens eingeschlossen. Aber kann der Philosoph und sein Bild vom Frieden etwas bewegen? Kaum...
Ein zentrales Element von Macht war und wird es vermutlich immer sein, dass sich Potenzial auf einen kleinen Bereich konzentriert und, wenn gewollt, etwas in der realen Welt bewegen kann. Dieses Potenzial, dass man Bildern vor 100 Jahren durchaus zusprechen konnte hat sich deutlich abgenutzt. Verstümmelte Menschen? Die Filme SAW 1-6 feiern die Verstümmelungen im Kinoformat und bekommen dafür sogar Aufmerksamkeit von den sogenannten "Medien". Diese Bilder schockieren nicht mehr und selbst wenn, dann wendet sich der Mensch ab und schaut sich weiter Katzenfotos im Internet an. Und so ist das mit allen anderen Gräueln auf der Welt. Wer hat nicht wenigstens von Rotten.com gehört ? Einer Webseite die seit 1996 die absolut schrecklichsten grausamsten und ekelerregendsten Bilder von echten Menschen in miserablen Situationen zeigt. Als ich noch zur Schule ging, diskutierte man darüber wie viele dieser Bilder man sich ansehen kann, bevor man sich angewidert abwendet. Nun, ich war nie ein Freund dieser Webseite, weil sie mich in meinen Träumen verfolgt hat. Doch man stumpft so unglaublich stark ab. Und wenn man diesen Zustand einmal erreicht hat, sei es nun durch SAW 1-6, den Film Blood Diamond oder Rotten.com dann kann man sich viel leichter von dem echten realen Leid abwenden das täglich da draußen statt findet. Ich erspare den Lesern Links zu Rotten.com. Nur soviel, als ich eben die Seite nochmal besuchte, um heraus zu finden ob sie noch existiert, sah ich ein Foto eines lebenden Mannes, dessen Unterschenkel von tausenden von Maden zerfressen war. Kein Kongolese aus einer Cobaltmine, nur ein Obdachloser, fotografiert in einem Krankenhaus des glorreichen immer guten Westens...

Welches Medium kann also heute als dasjenige angesehen werden, dass uns hilft die gesellschaftlichen Probleme der Menschheit anzugehen? Helfen uns Online-Medien und Bürojournalisten? Welche Resonanz kann ein Artikel überhaupt noch erzeugen? Kann sich jemand erinnern was er 2011 für ein Smartphone hatte? Oder kann sich jemand erinnern welchen Artikel über Lumumba er auf Zeit Online gelesen hat[Link: http://www.zeit.de/2011/03/Kongo-Lumumba] und die systematische Misshandlung Afrikas der letzten zwei Jahrhunderte in den richtigen Kontext stellen? Der Glaube daran, dass die Zivilgesellschaft noch funktionierende Mittel hat um Einfluss auf unsere gesellschaftliche Entwicklung zu nehmen, ist für mich verloren. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur etwas deprimiert, da mir selbst die Macht fehlt die Köpfe Menschen nach meinen eigenen Maßstäben zu ändern... Nur schade das mit jedem Medium das an Bedeutung verliert, auch immer ein bisschen Kultur stirbt... Tanz als Medium ... darüber hab ich bisher nie ernsthaft nachgedacht, auch wenn es im Kongo offenbar noch große Bedeutung hat...


Der Tanz stammt im Übrigen von den Songhai, laut Videoinformation aus dem Niger. Einem der vielen Länder die sich an den gleichnamigen Fluß schmiegen der letztlich in Nigeria vom Nigerdelta in den Atlantik fließt. Das ehemalige Reich der Songhai, bereits um 1001 n.Chr islamisiert, erstreckte sich Von Nigeria im Süden, bis hinauf nach Mali und den Niger im Norden. Im Westen über Burkina Faso hin zur Atlanktikküste des Senegal. Es war ein Reich, dass sich durch die Herrscherfamilien bezeichnete und nicht durch etwaige ethnische Gruppen. Kaum besinnt man sich in Nigeria auf die eigene Geschichte, da werden die ersten Stimmen laut Songhai erneut aufblühen zu lassen. Vordergründig um dem endlosen Völkermorden ein Ende zu bereiten. Hintergründig dürfte aber auch hier der Allmachtsanspruch westlicher Konzerne stehen, die die Regierung in Nigeria seit Jahren massiv unterstützen.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich heiße die Methoden von Boko Haram keinesfalls gut, Kinder zu entführen, zu verkaufen und Zwangshochzeiten zu arrangieren ist perfide und einfach nur böse. Aber wir sollten uns von Afrika kein falsches Bild machen. Völkermord, Machetenkriege, Nilpferdschwanzpeitschen und schreckliche Verstümmelungsgräuel haben wir nach Afrika gebracht. Nicht zuletzt durch die europäische Denkweise, man müsse gerade Linien durch einen Kontinent ziehen um sog. Staaten zu gründen, ohne auch nur das geringste Wissen über die vielen tausend Völker, Kulturen, Sprachkreise und Lebensweisen die es auf diesem reichsten Kontinent der Erde gibt. Beharren wir also weiterhin auf Kants Nichteinmischung, hören auf Waffen in solche Staaten zu verkaufen. Ach ja, Europawahl... wen muss ich denn wählen, damit das Töten aufhört? Ist mein Hauptgrund zur Wahl zu gehen, wirtschaftliche Interessen verfolge ich nicht... also? Wen? Hmm? Antwortet! Vielleicht tanze ich am Tag der Wahl auch einfach nur ein bisschen... Tanzen für den Frieden erscheint mir sinnvoll...  http://www.youtube.com/watch?v=VvYSo8eb_oQ