Ariakans Blog

Mittwoch, Juli 09, 2014

Und nun zum Wetter:

#brager Deutschland wird von brasilianischen Tränen überschwemmt. Entweder hat man in Zern ein riesiges Schwarzes Loch erschaffen das uns alle in seine Singularität gesaugt hat oder es ist wahrhaftig geschehen. Deutschland gewinnt ein WM-Halbfinale mit 7:1 gegen das Gastgeberland Brasilien, welches selbst immerhin 5-facher Weltmeister ist. War das die späte Rache des Oliver 'Titan' Kahn? Von euphorischem Torjubel wurde meine Stimmung mehr und mehr in einen fieberhaften Traum gezogen, welchem ich mich auch heute noch nicht ganz entziehen kann. Die empfindlicheren Gemüter haben sich offenbar schon beim 4:0 aus Mitgefühl für die heulenden Brasilianer gewünscht diesen Unfall der Fußballgeschichte nicht mit ansehen zu müssen. Aber wegschauen ging nicht, dafür war die Schlagzahl in der ersten Halbzeit einfach zu hoch. So nutzt auch die internationale Presse heute Begriffe wie:



Heute wird sich dann zeigen wer am Sonntag gegen Deutschland ins Finale darf/muss. Natürlich sollten wir die Euphorie jetzt nicht übermässig lange aufrecht erhalten, denn sowohl die Niederlande als auch Argentinien sind Mannschaften die uns gefährlich werden könnten. Wie sich das Spiel gegen Deutschland entwickeln wird lässt sich sicherlich nicht vorhersagen, da auch die Selecao durch ein frühes Tor ihren eigenen Rythmus hätte finden können und dann wäre das Halbfinale möglicherweise anders ausgegangen. Dennoch muss sich das Team um Silent J.Löw jetzt gefallen lassen, dass es als Favorit auf den WM-Titel ins Finale geht. Es bleibt spannend.

Donnerstag, Juli 03, 2014

Andres Escobar.... eine südamerikanische Geschichte...

Wer an Kolumbien denkt, denkt häufig an Kokain und den damit verbundenen Drogenkrieg, den dieses Land die letzten 30 Jahre ertragen musste. Doch die Geschichte Kolumbiens kann wenigstens bis 1899 und dem Beginn des "Kriegs der Tausend Tage" zurückverfolgt werden, um die Opferrolle Kolumbiens im Kampf um die letzten Rohstoffe des Planeten zu verdeutlichen. Kaffee, Smaragde, Bananen oder eben Kokain und sein "schmutziger von der CIA getriebener Krieg". Wer sich für die Methodik der USA im Umgang mit Südamerika interessiert, dem sei die Dokumentation "Economic Hitman" ans Herz gelegt.

Wenn man sich mit der Welt beschäftigt, dann endet das Kotzen nie! So auch meine erste bewusst erlebte WM im Jahr 1994 in den USA. Ich war schon immer ein Fan von Underdogs. Nicht zuletzt weil nach der WM 1990 in Deutschland wirklich jeder Vollhonk Schwarz-Rot-Gold favorisierte und das Selbstbild des braven Hans mir schon mit 14 mächtig auf den Sack ging. So favorisierte ich also jede Mannschaft außer der deutschen. Das Ausscheiden Deutschlands gegen Bulgarien hätte ich sogar etwas genießen können, wenn mich nicht die Oma meines damaligen besten Freundes wegen meines mangelnden Nationalstolzes angeranzt hätte... nichts desto trotz. Bulgarien hat halt verdient gewonnen und sie hatten eine goldene Spielergeneration, betrachte man sich deren Kader stellt sich die Frage, warum spielen die heute so schlecht? Offenbar lief in Bulgarien kurz nach dem Fall des eisernern Vorhang noch einiges besser als heute... Borimirow, Letschkow, Chubtschew, Jordanow, Balakow, Kostadinow und Stoitschkow waren die Stars... Was ist mit dem bulgarischen Fußball nur los?

Andres Escobar? Oh, ja... die Qualifikation meines Geheimfavoriten ging desolat schief. Carlos Valderama, der Star der kolumbianischen Mannschaft kam mit seinem Team nicht über ein 2:1 gegen die USA hinaus. (Gastgeberbonus) Die meisten Experten gehen davon aus, dass das Eigentor von Andres Escobar der Grund war, warum man nicht gegen die USA gewinnen konnte. Die Spielanlage Kolumbiens machte das Team damals durchaus zu einem Geheimfavoriten auf den Titel für viele. Nun, es kam anders. Kolumbien verlor und qualifizierte sich nicht für die nächste Runde. Hier nochmal das Eigentor.


Andres Escobar wurde gestern von 20 Jahren in seiner Geburtsstadt Medellin mit 6 Schüssen ermordet. Verantwortlich dafür war Humberto Munoz Castro, er wurde zu 43 Jahren Haft verurteilt. Im Jahr 2005 wegen guter Führung entlassen. Castro wird nachgesagt, er habe im Auftrag der kolumbianischen Wettmafia gehandelt. Bleibt nur zu hoffen, dass Kolumbien dieses mal nicht gegen den Gastgeber rausfliegt. Das Spiel gegen Brasilien findet am Freitag um 22:00 Uhr statt.