Ariakans Blog

Samstag, August 09, 2014

Kommentar: Die Lage der Jesiden im Irak

Ist Völkermord noch ein Verbrechen? Betrachtet man die Situation der Jesiden im Nordirak und die Untätigkeit der Völkergemeinschaft, insbesondere die Untätigkeit des Westens, muss man obige Frage wohl mit "nicht immer" beantworten. Denn es findet gerade ein Völkermord im Irak statt, auch wenn das Volk der Jesiden mit seinen geschätzt maximal 550.000 Menschen im Nordirak ein sehr kleines Volk ist. Nach letzten Medienberichten finden sich derzeit etwa 100.000 Menschen auf der Flucht und sitzen ohne ausreichend Wasser und Nahrung im Sinjar-Gebirge fest. Die einzige Reaktion des Westens darauf bisher? Vereinzelte Bombardierungen von ISIS Stellungen etwa 240 km entfernt um Mitarbeiter des amerikanischen Konsulates zu schützen, in Kurzform CIA. Die selbe CIA die vor einem Jahr noch ISIS bestärkt hat um gegen Assad in Syrien zu kämpfen. Die nachfolgende Karte illustriert die derzeitige Ausdehnung von ISIS im Irak.


Und wie soll man jetzt das Sterben der Jesiden verhindern? Nun, es gibt eine gut ausgebildete und kampfbereite türkische Armee etwa 250km entfernt von den Bergen des Sinjar Gebirges. Eine türkische Armee die ebenfalls die einzige ist, welche noch Verhindern könnte, dass ISIS den Staudamm oberhalb von Mosul sprengt. Die Türkei könnte verhindern dass das Zweistromland im Chaos versinkt. 


Die Operation durch die türkische Armee müsste die oben markierten taktischen Ziele sichern und verteidigen. Dazu wären vorraussichtlich etwa 15.000 - 20.000 Soldaten notwendig. So hätte man wenigstens einen Sicherheitskorridor bis zu den Jesiden geschaffen und würde gleichzeitig den strategisch wichtigen Staudamm den Händen der ISIS entreißen und den Kurden die Chance geben südlich der oben markierten Straße Raum gegen die ISIS zurück zu gewinnen. Mit Unterstützung der amerikanischen Luftwaffe könnten die Verluste unter der türkischen Armee unterhalb der 1000 Mann bleiben. Wobei die höchsten Verlustzahlen vermutlich am Staudamm entstehen werden, sofern er nicht bereits für die Sprengung durch die ISIS vorbereitet wurde. Aber von einem inkompetenten Erdogan kann man keine menschlichen Handlungen erwarten. Nach G.W.Bush hat er wohl den meisten Schwefelgeruch an sich kleben. Und dann ist da selbstverständlich noch das Problem mit dem sunnitischen Hintergrund der ISIS. Die Türkei, vor allem Erdogan und seine geisteskranken Anhänger sind sunnitisch geprägt. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass etwa 1000 von den 10.000 ISIS Kämpfern Türken sind. 

Das werden die Terroristen von morgen sein, wenn man nicht schnellstmöglich mit Bodentruppen in den Nordirak marschiert und die ISIS festsetzt und sie vor irakischen Gerichten zur Rechenschaft zieht. Das bezieht laut Meinung des Autors auch die Imame ein, die dieser Menschen verachtenden Truppe seelischen Beistand liefern. Jeder der für die ISIS ist, ist ein Feind der Menschlichkeit und steht auf einer Stufe mit den Kämpfern der ISIS, muss also zur Rechenschaft gezogen werden. Diese Chance verpasst man nun, denn durch amerikanischen Luftschläge, so massiv sie auch sein mögen, wird sich diese Partisanenarmee nur zerstreuen und noch mehr perspektivlose Jugendliche mit dem Virus der Religion infizieren und umso stärker zurückkehren. Schon heute besteht die berechtigte Angst, dass sich von ISIS ausgebildete Kämpfer in die Türkei absetzen und ihrerseits den Terror ins Herz der NATO-Staaten tragen. 

So muss die Weltgemeinschaft in ihrer Untätigkeit also auf die Türkei und ihren inkompetenten Anführer Erdogan schauen, schauen und hoffen. Doch so kurz vor dem Wahlkampf in der Türkei wird ein machthungriger Sunnit sicherlich nicht sein Militär dazu einsetzen den Kurden und Jesiden gegen sunnitische Extremisten beizustehen. Denn das wäre ein Akt der Menschlichkeit und strenggläubige Sunniten sind offenbar nicht zu menschlichem Handeln fähig.



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