Ariakans Blog

Dienstag, April 07, 2015

Er spielt mit Puppen?

Die Entwicklung der modernen Zivilgesellschaft hat vieles möglich gemacht, so zum Beispiel das Väter in Röcken laufen, weil dem Sohn das so gut gefällt. Das man aber irgendwann wieder Frauen tuscheln hört, weil "er" jetzt angefangen mit Puppen zu spielen irritiert wohl die meisten. Denn "er" ist eigentlich zu alt für Spielzeug und zu behaart für eine AAA-Class Puppe. Doch die jüngste Ankündigung von Mattel eine Barbie mit Mikro, WLAN und Sprachausgabe zu verkaufen die an eine Cloud angebunden ist und mittels KI aus der Cloud heraus zu den Kindern spricht, klingt einfach zu verlockend als das man nicht selbst mal einen Blick unter Barbies Klamotten werfen möchte. Und so kaufen sich dann bald all die Nerds eine Barbie um sich ins Barbie-Netzwerk einzuhacken und selbst mit den Algorithmen in der Cloud zu spielen. Was wird die KI, laut Mattel soll sie von den Nutzereingaben lernen, also aus dem Mixture von 5 jährigen und den Eingaben irgendwelcher Computersoziopathen machen? Ein Fest für Hacker. Sie entern den Datenstrom, emulieren das Barbie-Netzwerk um eine Barbie und ihre Sprachausgabe zu manipulieren.

"Hey, ich habe ein Pony für dich gefunden. Wenn du mir die Nummern auf der Kreditkarte deiner Eltern vorliest, schicke ich es dir sofort zu. Schleich dich einfach zu der Handtasche deiner Mama wenn sie am Sonntag morgen noch schläft."

"Wo wohnst du? Sind deine Eltern reich? Wo versteckt ihr euren Haustürschlüssel?" Die Fragen die jedes Kind bereitwillig ihrer Barbie anvertraut könnte man noch endlos weiterdenken. Selbstverständlich wird Mattel all dies dementieren mit dem Verweis auf, "Wir sind sicher und achten den Datenschutzblabla..." und "nur zu Marketinzweckenblabla..." Doch die Vorstellung, dass markt-psychologisch durchdachte Dialoge von Barbie im Kinderzimmer geführt werden, sollten doch jeden nachdenklich stimmen. Dabei ist es nicht so, dass nur Barbie bereits im Trend des digitalen Kinderzimmers unterwegs ist. Die Interaktion zwischen Spieler und Internet ist schon länger da und sie wird zunehmend dramatischere Folgen haben, wenn die Eltern sich nicht endlich mit dem Aufbau und der Struktur des Internetzes beschäftigen und sich ernsthaft Gedanken über die Datensicherheit ihrer Kinder machen. Die Fotos bei Facebook sind dagegen ein absoluter Witz und unvergleichlich harmloser. Die große Gefahr steckt vielmehr in Spielzeug das durch Vernetzung einen Zugang öffnet, der sich am Ende nicht wird kontrollieren lassen.
Nun stelle ich mich ungerne gegen neuen Trends und ich glaube auch, dass es eine ganze Weile dauern wird bis die breite Masse der Kinderzimmer mit WLAN überschwemmt wird. Aber es wird kommen, da bin ich sicher. Spätestens wenn die Kinder die eine WLAN Barbie ihr eigen nennen, bessere Noten in der Schule haben als die Kinder ohne jene beste Freundin. Diese Verknüpfung hat das Marketing von Mattel sicher bald selbst hergestellt.
Bis dahin kann man jungen Eltern wohl nur den Rat geben sich mit ihren Kindern zu beschäftigen, anstatt sie in eine Kita zu tragen und darauf zu hoffen sie in die Hände von "Profis" gegeben zu haben. - Die Welt ist kaputt.








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen