Ariakans Blog

Mittwoch, Oktober 07, 2015

Was ist ein Mensch wert?

Beantwortet man diese Frage steht man automatisch in der Kritik. Einen Mensch kann man nicht mit Geld aufwiegen! Die Materialkosten des Menschen spiegeln nicht den Menschen und die Komposition des Materials wieder. Ok, ok, ok... einen Menschen kann man nicht im Wert schätzen. Wohl aber seine Kosten für die Gesellschaft, oder? So ein Hartz IV Empfänger zum Beispiel. Etwa ~45 Milliarden Euro kosten uns die 7 Millionen Hartzer pro Jahr (Bund und Kommunen zusammengenommen, nicht berücksichtigt ist der wirtschaftliche Rückgewinn aus Bierverkäufen und Billiglohnjobs). Das wären dann 45.000.000.000 / 7.000.000, macht also ca. 6428,57 € pro Jahr pro Mensch. - So ein Mensch kostet die Gesellschaft also 6428,57€ pro Jahr. Jetzt stellen wir uns vor zu den 7 Millionen Hartz IV Empfängern addieren wir die 2 Millionen Flüchtlinge die in Europa herumwandern dazu. Dann kommen wir auf 9 Millionen Hartz IV Empfänger, das macht dann pro Jahr 9.000.000 * 6428,57€, entspricht 57.857.142.857,14 (kurz 57 Milliarden Euro pro Jahr). Das sind also 9 Milliarden Euro Mehrkosten pro Jahr, für 2 Millionen bestens untergebrachte und durch "Maßnahmen des Arbeitsamtes" bald integrierte arbeitswillige Menschen. 9 Milliarden pro Jahr!

Und nun schauen wir uns noch kurz die Medien und Teile der CDU Politiker an wie sie sich über die "Flüchtlingsströme" aufregen. Gerne auch wie Einzelfälle von Gewalt auf 2 Millionen Menschen verallgemeinert werden. Dabei ist es vollkommen logisch und plausibel, das sich unter 2 Millionen Menschen auch Kriminelle finden, ein simples statistischer Faktum. Ist diese Reaktion angemessen? - Wohl kaum! Warum nicht? Ganz einfach, betrachten sie die folgende Rechnung:

Zu Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 gab es in Deutschland 202.000 Beschäftigte im Finanzsektor. Aus Gründen die bisher keine Regierung plausibel erklären konnte mussten systemrelevante Banken davor geschützt werden in den Ruin getrieben zu werden. Entsprechend wurde der ESM Rettungsschirm etabliert, alle europäischen Staaten nahmen massiv Schulden auf um ihre Banken zu retten und Deutschland erfand eine Abwrackprämie um die stinkigen VW vom Hof zu verkaufen. Und jetzt nehmen wir nur mal die Kosten für Deutschland gemessen an den 202.000 Beschäftigten in der Finanzbranche, die im Übrigen auch noch auf 180.000 im Jahr 2014 sank. (Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/157023/umfrage/beschaeftigte-in-privatbanken-und-bausparkassen-seit-2000/ )

Deutschlands Schulden 2007:
- 1490 Milliarden Euro

Deutschlands Schulden 2015:
- 2049 Milliarden Euro

Vor der "Finanzkrise" hat Deutschland etwa 41 Milliarden Euro pro Jahr zusätzliche Schulden gemacht. In den letzten 8 Jahren der Finanzkrise waren es 69 Milliarden Euro pro Jahr, entsprechend nehmen wir mal an, dass etwa 18 Milliarden Euro pro Jahr für die Rettung von Banken ausgegeben wurde. Das macht also bei 220.000 Beschäftigen -> 18.000.000.000 / 220.000 = 81.818 Euro pro Jahr kosten uns Angestellte im Finanzsektor. Hat da jemand in Leipzig gegen demonstriert? Oder in Dresden? Wo waren die besorgten Bürger des Abendlandes als sich unser Staat von sog. Finanzexperten hat einlullen lassen? - Die Antwort ist so einfach wie traurig, Rassisten und Nazis können nicht rechnen und deshalb verwechseln sie Flüchtlinge mit Bankangestellten. Was möglicherweise daran liegt, dass die meisten dieser "besorgten Bürger" selbst Hartz IV Empfänger sind und sich nicht vorstellen können, dass die Flüchtlinge vielleicht gar nicht das drängendste Problem Deutschlands ist. Die Angst vorm Islam ist halt viel angenehmer, als die Angst vor der nächsten Zinserhöhung der EZB. Das ist viel zu abstrakt für so ein Rassistengemüt.

Also geben Nazis, Rassisten und besorgte Bürger lieber 18 Milliarden für den Bankensektor pro Jahr aus, als 9 Milliarden für 2 Millionen Flüchtlinge auszugeben, die ganz nebenbei noch eine Bereicherung für den Binnenmarkt darstellen, da sie ja ihr Flüchtlings-Hartz IV im hiesigen Supermarkt ausgeben und nicht damit am chinesischen Immobilienmarkt spekulieren. Aber leider werden in diesem ehemaligen Land der Dichter und Denker eben solche gerne ignoriert. So kann man nichts tun, außer sich das Popcorn heiß zu machen und dem Untergang zuzusehen.